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Plazi-Bäck in Götzis: Ehemaliger Traditionsbetrieb steht nach 132 Jahren leer

©VOL.AT/Mayer
Die ehemalige Traditionsbäckerei Plazi-Bäck in Götzis steht schon seit 2015 leer. In Götzis wird bereits an Plänen für eine mögliche Wiederbelebung gefeilt.
Leerstand: Plazi-Bäck in Götzis
Plazi-Bäck in Konkurs
Plazi-Bäck ist insolvent

In Götzis steht die ehemalige Bäckerei “Plazi Bäck” schon seit Jahren leer. “Der Platzi Bäck war eine Traditionsbäckerei in Götzis mit einer über 130-jährigen Geschichte”, informiert Manfred Böhmwalder, Obmann der Wirtschaft amKumma. “Leider haben sie es nicht geschafft. Wir wissen alle, dass die Situation für Bäckereien – insbesondere Familienbetriebe – nicht einfach ist”, informiert Manfred Böhmwalder mit Wehmut im VOL.AT-Gespräch. 2015 musste die Traditionsbäckerei geschlossen werden. “Plazi-Bäck” meldete Konkurs an, ein “Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung” aus dem Jahr 2013 konnte der Schuldner nicht erfüllen.

Eine Filiale des Plazi-Bäck 2013. © Klaus Hartinger

Gründung im Jahr 1883

Die beliebte Götzner Bäckerei mit anhängendem Café wurde bereits 1883 durch Plazidus Ender gegründet, der dem Unternehmen auch seinen Namen gab. Der letzte Besitzer, Herbert Ender, eröffnete insgesamt neun Filialen in ganz Vorarlberg: zwei in Götzis und jeweils eine in Mäder, Hohenems, Rankweil, Weiler, Feldkirch, Gisingen und Sulz. “Nach dem Konkurs der Bäckerei wurde das Gebäude dann über kurz oder lang verwertet und verkauft”, schildert der Obmann der Wirtschaft amKumma. Obwohl die Bäckerei voll ausgestattet gewesen sei, sei es “sehr sehr schwierig” gewesen, einen neuen Bäcker zu finden. “Natürlich gab es auch bauliche Mängel an dem Gebäude: Das ganze ist 2015 passiert. Bis das ganze Verfahren abgeschlossen wurde, hat es sicher auch noch einmal eine Zeit gedauert.”

“Tolle neue Lösung für Götzis”

“Es ist aufgrund der finanziellen Lage dann dazu gekommen, dass die Bäckerei schließen musste und das ganze Areal auch verwertet werden musste”, informiert Böhmwalder gegenüber VOL.AT. Das Gebäude wurde mit dem gesamten Inventar verkauft. Zum Firmenareal des Plazi-Bäck gehört nicht nur das Einzelgebäude selbst, es handelt sich vielmehr um eine ganzes Quartier, das jetzt neu verwertet werden muss und soll. “Wir sind davon überzeugt, dass es über kurz oder lang auch in diesem Bereich eine tolle neue Lösung für Götzis geben”, zeigt sich der Obmann der Wirtschaft amKumma zuversichtlich.

Der Plazi-Bäck heute. © VOL.AT/Mayer

Baldige Wiederbelebung wahrscheinlich

In Götzis wird schon länger an einer Wiederbelebung des Firmenareals gefeilt. Für Böhmwalder ist es aber eher unwahrscheinlich, dass sie dort wieder eine Bäckerei ansiedelt. “Wir haben zum Glück die komfortable Situation in Götzis, dass wir einige Handwerksbetriebe im Bäckerbereich haben”, erklärt er. Seiner Meinung nach wird es auf jeden Fall zu einer Verwertung kommen. Ob es sich dann um ein Geschäft aus dem Einzelhandel, Gewerbe oder gar um eine Mischform handelt, ist noch offen. Das hänge natürlich auch von den verschiedenen Eigentümer ab. Obwohl die Grundstücke und Gebäuden im Besitz von unterschiedlichen Eigentümer sind, seien alle an einer guten Lösung interessiert. “Wir sind guter Dinge, dass das bald passieren wird beziehungsweise die ersten Gespräche geführt werden”, so der Götzner.

Wenig Leerstand in Götzis

Der Plazi-Bäck in Götzis ist derzeit eine der wenigen Wirtschaftsflächen, die leerstehen. “Natürlich tut sich immer mal wieder etwas, aber wir sind wirklich in der tollen Situation, dass Götzis ein gefragter Wirtschaftsstandort ist”, erklärt Böhmwalder. Es gebe wenige Geschäftsflächen, die zu mieten und erwerben seien. “Umso wichtiger ist es natürlich, dass diese Lücken dann auch wieder gefüllt werden.” In der Vergangenheit wurden bereits erfolgreich einige Geschäftsflächen wiederbelebt: “Wir hatten eine Geschäftsfläche, die frei wurde und hier hat sich zum Beispiel ein toller Popup-Store positioniert.” Negative Auswirkungen des Leerstandes seien nicht zu spüren. Trotzdem sei die Politik gefordert, dem Leerstand entgegenzuwirken. 

Manfred Böhmwalder ist zuversichtlich. © VOL.AT/Mayer

Konsumenten sind gefordert

Wenn es um Leerstand in einer Gemeinde geht, sieht Böhmwalder auch eine gewisse Verantwortung bei den Konsumenten. Man solle sich folgende Fragen stellen: Wie sehen wir unsere Ortszentren? Wie gehen wir mit Leerständen um? Wie gehen wir mit unserem heimischen Handel um? Böhmwalder richtet daher auch einen Appell an die Konsumenten: “Wir haben es in der Hand wie unsere Ortszentren ausschauen. Wenn wir das Gefühl haben ‘Ok, wir wollen keine Leerstände’ dann sind wir als Konsumenten natürlich alle gefordert auch heimisch und vor allem regional und in den Ortszentren einzukaufen.” (VOL.AT)

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