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Planer der Siedlung an der Ach wird 90

Dr. Dipl.-Ing. Eckhard Schulze-Fielitz.
Dr. Dipl.-Ing. Eckhard Schulze-Fielitz. ©Karin Lässer
In Stettin (heute Polen) stand die Wiege von Architekt Dr. Dipl.-Ing. Eckhard Schulze-Fielitz, der vor allem durch seine Raumstadt-Konzepte aus den späten 1950er- bis frühen 1960er-Jahren bekannt ist. 

Heute feiert Dr. Eckhard Schulze-Fielitz die Vollendung seines 90. Lebensjahres und blickt auf ein arbeitsreiches, erfülltes Leben zurück

Er wuchs als Ältester von fünf Geschwistern behütet in Pommern auf. In den Kriegswirren 1944 flüchtete seine Familie nach Goslar und baute sich später in Essen eine neue Existenz auf. Für den damals 15-Jährigen war das ein einschneidendes Erlebnis. Seinen Berufswunsch erfüllte er sich mit dem Architektur-Studium an der RWTH Aachen und der TH Karlsruhe. Gemeinsam mit seinen Partnern Ulrich von Altenstadt und Ernst von Rudloff gewann er 1955 und unmittelbar nach Abschluss seines Studiums den Wettbewerb zum Bau des Kölner Landeshauses. Die ebenfalls ab 1956 erbaute Werksanlage der Phönix Elektrizitätsgesellschaft in Bloomberg (heute Phönix Contact) erweiterte Schulze-Fielitz mit Unterbrechungen bis in die 1980er Jahre.

Raumstrukturen/Raumstadt

Sein Konzept der Raumstrukturen entwickelte Schulze-Fielitz ab 1958/59, das zunächst als systematische Ordnung des Raumes gedacht war und dessen Raumraster 1959/1960 die Basis unterschiedlicher Wettbewerbsentwürfe bildete. Eine visionäre Idee für die Probleme der wachsenden Megacities weltweit. In den folgenden Jahren gab es Wettbewerbe für die Universität Bochum, das Rathaus in Essen, den Deutschen Pavillon auf der Expo 67 in Montreal, den Flughafen Berlin Tegel und das Olympiastadion in München, die alle Versuche darstellten, die Theorie zu übertragen, eine universell einsetzbare Raumstruktur in die Praxis umzusetzen. In den frühen 1970er-Jahren erschienen die beiden Bücher Stadtsysteme Bände 1 und 2.

Gelandete Raumstadt

Anfang der 1970er-Jahre übersiedelte Eckhard Schulze-Fielitz nach Vorarlberg, wo er 1971 zusammen mit Jakob Albrecht und Gunter Wratzfeld den Wettbewerb für den Bau eines Wohnkomplexes für dreitausend Einwohner an der Ach in Bregenz gewann. An der Siedlung an der Ach wurde von 1974 bis 1982 gearbeitet. Ab 1980 bestand eine Bürogemeinschaft mit Peter Rodemeier in Köln.

Leben in Vorarlberg

Dr. Dipl.-Ing. Eckhard Schulze-Fielitz fühlt sich wohl in Bregenz, und die Menschen, der See und die Berge sind ihm lieb geworden. Seine Hobbys Ski fahren, Schwimmen und Bergsteigen konnte er ausleben und viele Orte erkundete er mit dem Fahrrad. Seit rund sieben Jahren begleitet ihn seine Lebensgefährtin Hiltrud Gelderblom, die er in Berlin bei einer Drei-König-Aufführung kennen lernte. „Sie bot mir ihren Stuhl an, als sie merkte, dass ich wackelig auf den Beinen war und sagte, ich soll mich setzen. Da habe ich gemerkt, dass ich alt geworden bin“, erklärt der Jubilar. Nur noch selten verlässt er sein gemütliches Zuhause im selbst entworfenen Haus in der Oberstadt. Seine Gesundheit ist dem Alter entsprechend und bei geplanten Ausflügen hilft das Rote Kreuz beim Transport über die Treppe. Mit dem Krankenpflegeverein wurden ebenfalls schon freundschaftliche Kontakte geknüpft. „Eckhard ist ein sehr zufriedener und ausgeglichener Mensch und wir haben ein sehr schönes gemeinsames Altern, liebe Freunde und Nachbarn“, ist von Hiltrud zu erfahren. Besuche junger Kollegen sind eine willkommene Abwechslung und der Jubilar unterstützt sie gerne bei Doktorarbeiten.

Mit Hiltrud, den Neffen und Nichten feiert Dr. Dipl.-Ing. Eckhard Schulze-Fielitz seinen 90. Geburtstag zu Hause.

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