Philipp Lingg: ein Schoppernauer als Hitparadenstürmer

Philipp Lingg.
Philipp Lingg. ©Dietmar Fetz

Der “Holstuonarmusigbigbandclub” (HMBC) landete mit dem Song “Vo Mello bis ge Schoppornou” einen Riesenerfolg. Frontman Philipp Lingg im Interview:

“Heimat”: “Vo Mello bis ge Schoppornaou” wurde zu einer regelrechten Erfolgsstory. Wie kam es zu diesem Hit und weshalb war gerade dieser Titel so erfolgreich?

Lingg: Ich wurde vor rund zwei Jahren aufgefordert, einmal etwas auf Wälderisch zu machen und dabei ist diese lustige Geschichte entstanden. Es war sensationell, welche Eigendynamik – auch mit Hilfe der Medien – das ganze genommen hat. Natürlich sind wir nicht mit der Absicht an die Arbeit gegangen, einen Hit zu schreiben, denn das würde ohnehin nicht funktionieren.

“Heimat”: Was hat sich innerhalb der Band und für dich persönlich durch die plötzliche Popularität verändert?

Lingg: Wir haben uns innerhalb der Band weiterentwickelt und sind auch mehr zusammengewachsen. Natürlich gibt es hin und wieder Differenzen, aber gerade diese sind oft notwendig, um im musikalischen Bereich produktiv und kreativ arbeiten zu können. Uns ist nach wie vor eine entsprechende Demokratie in der Band wichtig. Vier von uns schreiben inzwischen Songs, was sich auf unsere musikalische Entwicklung äußerst befruchtend auswirkt. Ich persönlich spüre, dass ich auf der Straße erkannt und auch angesprochen werde. Ob alle Glückwünsche jedoch auch ehrlich gemeint sind, bleibt dahin gestellt – ich hoffe es zumindest. Ich glaube nicht, dass ich mich persönlich geändert habe. Ich mache wie bisher Musik und möchte dies auf eine ehrliche und authentische Art und Weise machen.

“Heimat”: Der Song hat ja auch im benachbarten Ausland für Furore gesorgt. Wo wird “Vo Mello bis ge Schoppornau” überall gespielt?

Lingg: Aus diversen Internetmedien erfahren wir, dass der Song beispielsweise in Köln oder Hamburg gespielt wird. Interviewanfragen bekamen wir von Radio Luxemburg. Außerdem stand dieser Titel auch bei Radio Kanada oder dem Uni-Campus-Radio in Washington auf dem Programm.

“Heimat”: Es soll Überlegungen, auch eine englische Version zu spielen, gegeben haben. Was sprach dagegen?

Lingg: Bei Live-Auftritten – vor allem in Deutschland – singen wir die dritte Strophe manchmal auf Hochdeutsch. Eine englische Version ist derzeit aber nicht aktuell. Ich möchte es aber nicht ganz ausschließen, da die Sprache an sich ein unendliches Spielfeld an kreativen Möglichkeiten bietet.

“Heimat”: Das Video wurde mancherorts auch kritisiert? Wie siehst du das?

Lingg: Generell ist Kritik legitim. Grundsätzlich wollen wir ja auch nicht die Welt verbessern. Natürlich haben wir es genossen mit der Realität und der Phantasie zu spielen und dabei auch etwas zu provozieren. Wem es nicht gefällt, braucht es sich ja nicht anzusehen. Der Erfolg – 2,7 Millionen Aufrufe im Internet und seit 26 Wochen in den österreichischen Charts vertreten zu sein – spricht, glaube ich, für sich.

“Heimat”: Ihr wurdet sogar mit dem Song Contest in Verbindung gebracht. Was hatte es damit auf sich?

Lingg: Es wurde im Internet eine Gruppe gebildet, die für ein Antreten des HMBC beim Song-Contest gevotet hat. Das freut uns natürlich, allerdings stand das für uns nie zur Debatte. Wir sehen unseren Platz nicht in einem riesen TV-Format, einem regelrechten “Massenabfertigungsapparat”, wo mitunter auch play-back gespielt wird. Im letzten Jahr hat sich ohnehin dermaßen viel getan, dass wir regelrecht einen Gang zurück schalten mussten. Wir sehen unseren Platz viel mehr in kleineren Clubs, wo es noch möglich ist, die Leute zu erreichen.

“Heimat”: Ihr habt gerade ein neues Album aufgenommen. Was darf erwartet werden und wann erscheint die neue CD?

“Lingg”: Die CD-Präsentation findet am 7. Mai im Wälderhaus in Bezau statt. Das Album beinhaltet einen bunten Blumenstrauß von ausschließlich eigenen Melodien, die durch die musikalische “Fleischwölfin” des HMBC gepresst werden. Das Spektrum reicht vom Walzer über Jazz bis hin zu Balkanbeats.

“Heimat”: Was sind deine Ziele für die nähere und für die fernere Zukunft?

Lingg: Ich möchte natürlich authentisch bleiben und ehrliche Musik – ohne jeden Kompromiss – machen. Wichtig ist es mir auch, an dem was ich mache, Freude zu haben.
(DIF)

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