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Peter Handke hatte Serbischen Pass

Offenbar wusste (fast) niemand von der Serbischen Staatsbürgerschaft Handkes
Offenbar wusste (fast) niemand von der Serbischen Staatsbürgerschaft Handkes ©APA-Pixabay
Innenministerium in einer ersten Reaktion: "Wer freiwillig eine fremde Staatsbürgerschaft erwirbt, verliert dadurch grundsätzlich die österreichische Staatsbürgerschaft."
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Ist der österreichische Nobelpreisträger Peter Handke per Gesetz gar kein Österreicher? Die innige wie langjährige Jugoslawien-Liebe des diesjährigen Nobelpreisträgers für Literatur ist international hinlänglich bekannt. Völlig neu ist allerdings der Umstand, dass Peter Handke offenbar viele Jahre Serbischer Staatsbürger war.

War Peter Handke Jugoslawe?

Laut dem renommierten Aufdecker-Medium "The Intercept" nahm Handke 1999 den Serbischen Pass an. Der Pass wurde am 15. Juni 1999 in der jugoslawischen Botschaft in Wien ausgestellt. Rein juristisch würde der Kärntner damit die Österreichische Staatsbürgerschaft verlieren, sollte er damals in Österreich um keine Bewilligung im Voraus angesucht - und auch genehmigt bekommen haben. Ob Handke damals beim Staat anfragte, ist gegenwärtig noch unklar. Das Innenministerium geht dieser Frage aber offenbar bereits nach.

"Wer fremde Staatsbürgerschaft erwirbt, verliert grundsätzlich die österreichische"

"Österreich" hat in der Causa nachgefragt: Die erste Stellungnahme des Innenministeriums zu der brisanten Causa rund um den Kärntner lautet so: "Wer freiwillig eine fremde Staatsbürgerschaft erwirbt, verliert dadurch grundsätzlich die österreichische Staatsbürgerschaft. Um die österreichische Staatsbürgerschaft nicht zu verlieren, muss die Bewilligung vor dem Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit schriftlich beantragt und mit schriftlichem Bescheid genehmigt werden."

Österreich könnte im schlimmsten Fall einen Nobelpreisträger verlieren - und Serbien einen neu dazu bekommen.

Offenbar wusste bis jetzt (fast) niemand von der Serbischen Staatsbürgerschaft Handkes.

Der serbische Pass des Österreichers Peter Handke

Dieses Dokument soll Handke 1999 in der serbischen Botschaft in Wien angenommen haben. Die Nationalität Handkes wird im Pass mit "Jugoslawisch" angegeben. Nicht unmöglich ist aber auch, dass der Behördenweg in seinem Fall abgekürzt wurde und er den Pass erhielt, ohne die Staatsbürgerschaft zu besitzen.

Peter Maass von "The Intercept" entdeckte den Hinweis auf Handkes jugoslawischen Pass, von der Öffentlichkeit bis dahin unentdeckt, auf der Homepage der Österreichischen Nationalbibliothek. Genauer gesagt: auf Handke-Online, einer Forschungsplattform zum Werk des Autors.

Auch Bernhard Fetz, Leiter des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek, bestätigte dem "Standard", dass das Foto aus dem Privatarchiv des Salzburger Handke-Freundes Hans Widrich stamme. Dieser habe am Mittwoch darum gebeten hatte, es aus der Datenbank zu entfernen. Mittlerweile (Stand Donnerstagmittag) ist das Foto jedoch wieder abrufbar, nachdem Widrich sich mit Handke über die Freigabe abgesprochen hat. Widrich erklärt im "Intercept"-Bericht auch, wieso Handke den Pass wollte. Handke habe einmal gesagt: Er hätte den Pass gebraucht, um billiger in serbische Hotels einchecken zu können.

Hat Peter Handke immer noch einen serbischen Pass? Ungewiss. Bis unwahrscheinlich. Der damals ausgestellte Pass lief 2009 ab.

Pass von umstrittenen Milosevic-Regime bekommen

Das damals noch regierende, internationale sehr umstrittene, weil brutale Milsosevic-Regime (Kosovokrieg) schätzte den Autor für dessen pro-serbischen Äußerungen während des 78-tägigen NATO-Bombardements.
Präsident Slobodan Milosevic wurde im Zusammenhang mit dem Kosovokrieg 1999 als erstes Staatsoberhaupt noch während seiner Amtsausübung von einem Kriegsverbrechertribunal wegen Völkermordes angeklagt. Die Anklage wurde später auch auf die Jugoslawienkriege 1991–1995 ausgedehnt. Handke selbst hielt im Jahr 2006 eine Rede auf Miloševićs Begräbnis. Dafür erntete der Schreiber umfangreiche Kritik.

Handke-Pass-Causa dem Fall Goldberger sehr ähnlich

Die aktuelle Passaffäre rund um Peter Handke erinnert an den Fall Andreas Goldberger, der sich damals mit dem ÖSV im Clinch befand. Der Skispringer hatte auch eine serbische Staatsbürgerschaft angenommen (
"Ich bin bereits jugoslawischer Staatsbürger und im Besitz eines gültigen jugoslawischen Reisepasses"), sich dann aber rechtzeitig wieder anders entschieden. Oberösterreichs Landesrat Leitl antwortete damals auf Journalistenfragen: "Wenn Goldi einen jugoslawischen Pass hat, verliert er die österreichische Staatsbürgerschaft, befindet sich illegal im Land und muss sofort ausreisen. An Schubhaft ist nicht gedacht."

Video: Peter Handke erhält Nobelpreis

(Red.) (APA)

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