Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Pessimist aus Überzeugung

Nun wird es also nichts mit dem südstaatlichen jungenhaften Charme, den der Demokrat und „Sunnyboy“ John Edwards in das Vizepräsidentenamt gebracht hätte. Der neue und alte zweite Mann im Staate blickt meistens ernst durch seine Brillengläser.

Richard „Dick“ Cheney lächelt allenfalls schief, und sein bitter- sarkastischer Zug um den Mund wird immer tiefer. Kaum vorstellbar, dass er den Wahlsieg nach der stundenlangen Hängepartie mit lautem Jubel begrüsst hat. Emotionen zu zeigen, ist nicht die Art des 63- jährigen Hardliners.

Er gilt als Hauptdrahtzieher bei der Entscheidung von US- Präsident George W. Bush, gegen das Regime von Saddam Hussein einen Krieg zu entfesseln. Am liebsten arbeitet er ruhig und beharrlich im Hintergrund.

Manipulativ

So manche US-Medien drücken sich drastischer aus. Sie nennen Cheney manipulativ, ja bisweilen einen Ränkeschmied. „Man unterstellt mir, dass ich als böser Genius in der Ecke sitze und Dinge ausbrüte“, sagte der herzkranke Politveteran dazu einst mit dem ihm eigenen frostigen Witz. „Eigentlich ist das gar nicht so schlecht.“

Nicht alle Republikaner waren hellauf begeistert, als sich der Präsident zum zweiten Mal für Cheney als „Vize“ entschied. Viele von ihnen befürchteten, dass er sich zur Belastung für Bush entwickelt habe.

Angegriffen wurde er unter anderem wegen seiner Verbindung zu Halliburton, dem Ölservice-Unternehmen, das sich die lukrativsten Wiederaufbau-Projekte im Irak sicherte und dessen Vorstandsvorsitzender Cheney bis zum Jahr 2000 war.

Schattenregierung

Hinzu kommt, dass auch unter gemässigten Republikanern Unbehagen über den grossen Einfluss herrscht, den Cheney auf seinen Chef auszuüben scheint.

So soll der einstige Stabschef im Weissen Haus unter Gerald Ford und Verteidigungsminister unter George Bush Sen. dem jüngeren Bush schon ab Sommer 2002 systematisch eingehämmert haben, dass der irakische Diktator Saddam Massenvernichtungswaffen anhäufe und ein Krieg gegen ihn „eine Notwendigkeit“ sei.

Pessimistische Weltanschauung

Wer Cheney kennt, erklärt sein Einstehen für einen Krieg gegen Irak mit einer tief verwurzelten pessimistischen Weltanschauung, die von der Überzeugung ausgeht, „dass in jeder Ecke ein Feind lauert“, wie es das Magazin „Newsweek“ einmal formulierte.

Der Politikwissenschaftler aus Wyoming ist mit seiner Jugendliebe Lynne Vincent verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • USA
  • Pessimist aus Überzeugung
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.