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Patriarch und Improvisator

©VOL Live/Philipp Steurer
Hubert Nagel. Ein Fußballpräsident, der sich nie dem Diktat des Herkömmlichen beugt.

Die Lustenauer Austria hat einen etablierten Vorstand mit lauter gescheiten Leuten. Sie hat einen erweiterten, jungen Vorstand samt Beiräten bestehend aus kraftvollen Persönlichkeiten. Doch die Austria hat vor allem einen Patriarchen, der letztlich sagt, was geschieht: Hubert Nagel, den Präsidenten. Gewiss, der frischgebackene 60-Jährige ignoriert nicht, was seine Leute denken. Er hört geduldig zu, stößt sein „mmmhm“ aus, lässt reden und meinen. Aber entscheiden tut letztlich er alleine.

Was ist Erfolg?

„Wir wollen Erfolg“, sagt Hubert Nagel immer wieder. Doch wie ein verbaler Standard-Zwilling folgt gleich darauf: „Der Erfolg ist uns nicht jeden Preis wert. Wir müssen ihn uns leisten können.“ Und überhaupt: Was ist Erfolg? Ist es auch bei einem Fußball-Profiklub zwingend nur die sportliche Trophäe? Für Hubert Nagel ist es mehr. „Erfolg ist auch die breite Loyalität zu einem Verein – egal in welcher Situation er sich befindet.“ Diesbezüglich hat es Hubert Nagel zum Abonnement-Champion geschafft. Mit unvergessenen Momenten als Highlights. Beispiel Jahreshauptversammlung/Weihnachtsfeier 2009. Die Austria überwinterte im Tabellenkeller, Abstiegsangst hatte sich breit gemacht. Trotzdem waren wie zu besten Zeiten 400 Getreue im prall gefüllten Glashaus. Es gab nicht die geringsten Vorwürfe an den Präsidenten und das Vereinslied wurde so inbrünstig gesungen wie eh und je.

Improvisation

Hubert „Mämi“ Nagel hat sich nie dem Diktat des Herkömmlichen gebeugt. Büroangestellte treibt er oft zur Verzweiflung, weil er sich nicht an fixe Arbeitsstrukturen hält. Er schmeißt eine Idee hin und fordert Umsetzung in schwierigster Situation. Er weiß: Seine Austrianer mögen zuerst fluchen, doch dann setzen sie um. Die Improvisation ist eine Konstante des Vereins, weil sie es für den Präsidenten ist. Mit dem „Vuaschrift is Vuaschrift“-Denken der Mächte im Umfeld des Vereins versucht Hubert Nagel, so gut es geht, aufzuräumen. Egal ob bei Gemeinde, Polizei, BH oder Bundesliga. „Etwas zu verteidigen, nur weil es immer so war und irgendwo steht, ist doch ein Quatsch“, sagt er gerne.

Die zwei Dinge

Mit dem außergewöhnlichen Erfolg im Cup ist Hubert Nagel jetzt aber auch sportlich etwas gelungen, was er immer anstrebte – die Austria in eine neue Dimension zu bringen. Freilich fehlen zum vollkommenen Glück noch zwei wichtige Dinge: Die Wiedereroberung der Nummer- 1-Position im Land und der Wiederaufstieg in die Bundesliga, dessen Versuch in der kommenden Saison seine elfte Auflage erlebt. Spätestens dann landet man wieder beim präsidialen Standardspruch Nummer eins: „Wir wollen diesen Erfolg – aber nicht zu jedem Preis.“

ZUR PERSON

Hubert Nagel Geboren: 8. Mai 1951 Wohnhaft: Lustenau Beruf: Unternehmer Austria-Präsident: seit 1998 Hobbys: Fußball, Geselligkeit Lieblingsspeise: alles, was schmeckt

(VN)

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