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Pasta machen ist eine Lebensart

"Wenn der Hunger kommt, denkt man automatisch an Pasta", sagt Denis Vivenzi.
"Wenn der Hunger kommt, denkt man automatisch an Pasta", sagt Denis Vivenzi. ©Edith Rhomberg
 Italienische Produkte sind auf dem Markt in großer Auswahl zu haben.
Pasta und Co.

 

Dornbirn. Grazie Alessandro und Denis, dass ihr uns die letzten Klischees, die wir über Bella Italia immer noch haben, großzügig zugesteht. „Aber Signora“, sagt Alessandro – seine Hände reden förmlich mit – „natürlich esse ich jeden Tag Pasta. Ich bin Italiener!“ Er sagt das mit mindestens drei Ausrufezeichen. Scusi, wie kann man so was überhaupt fragen und das direkt auf dem Markt, wo sie alle so schön aufgereiht nebeneinander stehen: Frische Tagliolini und Tagliatelle sowie Ravioli, Agnolotti, Tortellini, Cuoricini, Gran Plin – mit den unterschiedlichsten Füllungen natürlich. Je nach Saison, mit Minze und Käse, mit Artischocke oder Kürbis oder mit Parmaschinken und Parmesan. „Hast du die mit der Haselnussfüllung?“, fragt soeben eine Kundin. Heute leider nicht. Aber das ist kein Problem, da wird eben etwas Neues ausprobiert. Denis Vivenzi, 23, aus Turin, ist heute auf dem Stand. Gegen Mittag ist hier am meisten los. „Wenn der Hunger kommt, denkt man automatisch an Pasta“, ist er überzeugt. Sein gar nicht italienisch klingender Vorname tut ihm fast ein wenig leid, und dass er sich auch für sein Deutsch entschuldigt, ist gar nicht nötig. Er erzählt, dass er in Italien selbstverständlich gelernt hat, gute Pasta zu machen. Und von wem? Es war die Nonna, die Oma, die das weitergab, was sie einst von ihren Vorfahren gelernt hatte.

Alessandro Moscadelli, 55, der hiesige Marktchef von Pasta und Co., lebt in Dornbirn. Seine Wurzeln hat er in einem kleinen Dorf zwischen Siena und Montalcino. In seinem früheren Berufsleben arbeitete er als Koch. Im Bella Napoli und im San Marco hat er unter anderem den Kochlöffel geschwungen. Das Kochen habe er in Rimini gelernt und jetzt, „nach zwei Ex-Frauen koche ich nur noch für mich“, meint er scherzhaft. „Früher hat man im Restaurant immer vier Gänge gegessen, einer davon war natürlich Pasta. Heutzutage bevorzugen die Leute Pasta zum Großteil als Hauptspeise“, vergleicht er die Änderung der Essgewohnheiten. Jetzt ist er überzeugter Verkäufer von Pasta in einer großen Auswahl, die in Turin hergestellt wird. Was im Jahr 1997 klein begann ist inzwischen ein erfolgreiches System. Die Nudeln von Pasta & Co. werden auf mehr als 150 Märkten auch in Frankreich, Belgien, Luxemburg, Deutschland, in der Schweiz und in Österreich verkauft. „In der Produktion steckt sehr viel Handarbeit“, erzählt Alessandro. „Es gibt vier Mitarbeiter, die im Zwei-Schichtbetrieb während acht Stunden nichts anderes machen, als Eier aufzuschlagen.“ Und auch diese Zahlen sprechen für sich: Jährlich werden 250 Tonnen verschiedene Mehlsorten und 700 Tonnen Hartweizenmehl verarbeitet, 252 Tonnen Milchprodukte sowie je 125 Tonnen Fleisch und Gemüse. „Die Herstellung von Pasta ist für uns keine Arbeit, sondern eine Lebensart“, lautet das Erfolgsrezept.

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