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Party und vorsichtige Prognosen

Wären die zwölf Finalisten ein bisschen früher zu ihrem Auftritt bei der Aftershow-Party im Wiener Moulin Rouge gekommen, wären ihnen möglicherweise Gedanken über die Vergänglichkeit ihres Ruhms gekommen.

Denn da stand Patrick Jurdic, der in der Finalrunde der zweiten „Starmania“-Staffel als erster ausgeschieden ist, in der Kälte und kam nicht am massigen Türsteher vorbei. Patrick blieb unerkannt, keine kreischenden Fans drängten sich um Autogramme, keine „Seitenblicker“ verlangten nach Wortspenden.

Kurz vor 2.00 Uhr fuhren Nadine, Tom, Gernot & Co. beim Moulin Rouge vor. Der rote Teppich und die Sicherheitsabsperrungen vor der Tür waren erwartbare Details einer großen Event-Inszenierung – allerdings nicht weiter nötig. Bei eisigen Temperaturen warteten die etwa tausend Fans beim ausverkauften „Starmania in Club“-Event auf ihre Stars lieber gleich vor der Bühne, dicht gedrängt und kreischbereit.

Nach einem schwungvollen Auftritt der neun vorab ausgeschiedenen Finalisten sorgte der Solo-Auftritt des drittplatzierten Gernot für lauten Applaus. Noch lauter wurde es, als die Moderatoren Carolina Inama und Benny Hörtnagl den zweitplatzierten Tom auf die kleine Bühne baten. Dessen geoutete sexuelle Ausrichtung hielt das großteils weibliche Publikum nicht vom Schmachten und Kreischen ab. Tom bedankte sich artig für den Applaus und verschwand im Backstage-Bereich.

Und dann der Auftritt jener 16-jährigen Tirolerin, die vom ORF-Publikum zum „Popstar des Jahres“ gewählt wurde: Nadine Beiler. Anders als Gernot und Tom vor ihr wurde sie nicht mit launigen Worten anmoderiert. Aus den Lautsprechern kam ein Interview mit Nadine. Kurze Fragen, kurze Antworten: „John Lennon? Ist das nicht der von den Beatles? Der von einem Groupie erschossen worden ist?“ Nadine geht äußerlich ruhig auf die Bühne, stellt sich hin wie man sich eben irgendwo hinstellt. Und beginnt mit dieser Stimme zu singen, die sie von allen anderen „Starmaniacs“ unterscheidet. Der Kreischpegel fällt hörbar ab. Nadines Stimme wird bestaunt und genossen.

Im Publikum steht auch Christian Sperrer. Auch er war Finalist der zweiten „Starmania“-Staffel und darf mit seiner Band Sperrer im Vorprogramm der großen „Starmania“-Tournee (zwölf Termine ab 1. März) eine Art Comeback feiern: „Sich in Österreich als österreichischer Künstler zu etablieren, ist sehr schwer“, resümierte er im Gespräch mit der APA. „Nadine hat eine super Stimme, aber warten wir ab, was aus ihr wird.“

Auch Andreas Streit, Manager von Christina Stürmer, bleibt bei seinen Prognosen vorsichtig: „Nadine hat mit Abstand die beste Stimme und ist verdiente Siegerin. Jetzt hängt alles davon ab, welche Musikrichtung sie einschlägt und welcher Song als erste Single veröffentlicht wird.“ Ob er ihr eine ähnliche Karriere wie Christina Stürmer zutraut? „Sie ist noch sehr jung und wir werden sehen, wie sie sich entwickeln kann.“

Großes Lob erntete der von Universal Music-Chef Hannes Eder zur „Drama-Queen“ geadelte Tom aus der Wiener Gay-Community. Michael Staltner, Betreiber der Internet-Plattform http://www.gayboy.at, hält große Stücke auf den 18-jährigen Steirer. „Nach seinem Outing ist er sichtlich aufgeblüht. Er war von einer großen Last befreit und man hat gespürt, dass er jetzt die Welt erobern will. Dieses Gefühl hat jeder Homosexuelle nach seinem Outing.“ Gerade deshalb ist Tom zu einem wichtigen Vorbild geworden: „Er zeigt anderen jungen Schwulen, dass es okay ist, zu sich und seiner Sexualität zu stehen.“

Patrick Jurdic hat den Türsteher letztlich überwunden und mischte sich unters Partyvolk. Und vielleicht könnten sich die zwölf Starmania-Finalisten tatsächlich ein Beispiel an dem 20-jährigen Wiener nehmen. Nach seinem Aus bei „Starmania“ hatte er einen ähnlichen Bewerb in Kroatien gewonnen. Mit seiner aktuellen CD „Pull Me Out From Inside“ ist er in Kroatien und Tschechien ein gefeierter Teenie-Star. In Russland, wo das Album in Kürze veröffentlicht wird, stand er zuletzt gemeinsam mit Enrique Iglesias auf der Bühne. „Es gibt viele Möglichkeiten zu scheitern“, sagte er im Gespräch mit der APA, „aber man darf sich davon nicht unterkriegen lassen. Man muss an sich glauben, auch wenn der Starmania-Rummel vorbei ist.“

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