Parkplatz in Bregenz von Klimaaktivist*innen blockiert

Der "Platzpark" in Bregenz ggü. vom Rathaus
Der "Platzpark" in Bregenz ggü. vom Rathaus ©Extinction Rebellion Vorarlberg
In der Nacht von Donnerstag, den 18.11. auf Freitag, den 19.11. hat sich vor dem Bregenzer Rathaus ein öffentlicher Parkplatz in einen "Platzpark" verwandelt.
"Platzpark" von Extintion Rebellion

Aktivist*innen der Bewegung Extinction Rebellion Vorarlberg haben ohne Voranmeldung ein autogroßes Blumenbeet aufgestellt.

„Wir wollen öffentlichen Raum, welcher aktuell sehr ineffizient von Autos versperrt wird, zurückerobern“, erklärt die Aktivistin Marina Hagen-Canaval (25). „Zudem wollen wir mit der Aktion Druck auf die Politik ausüben, Forderungen nach echtem Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität ernst zu nehmen und umzusetzen.“, führt Hagen-Canaval aus.

Fossile Langzeitprojekte wie die S18 in Lustenau, die Tunnelspinne in Feldkirch oder die Untertunnelung der Lobau in Wien gefährden die österreichischen Klimaziele massiv, betont die Aktivistengruppe. Darüber hinaus böten diese Projekte keine dauerhaften Lösungen – wer mehr Straßen baut, wird mehr Verkehr ernten, sind die Aktivist*innen von Extinction Rebellion überzeugt.

„Wir fordern, zusammen mit 15 anderen Organisationen, ein klimataugliches Mobilitätskonzept für Vorarlberg. Ein Kernelement davon muss sein, die öffentlichen Verkehrsmittel in Vorarlberg auszubauen und die Taktung zu erhöhen, um den Umstieg für die Menschen attraktiver zu machen“, fasst die 25-Jährige zusammen.

Der Platzpark in Bregenz ist ein Beispiel für zivilen Ungehorsam. Er wurde ohne Erlaubnis aufgestellt und soll dadurch Aufsehen erregen. „Klimaschutz wird von vielen Politiker*innen groß hinausposaunt, aber die dringend notwendigen Maßnahmen fehlen. Heute haben wir selbst symbolisch gehandelt und einen Parkplatz den Menschen zurückgegeben. Im großen Stil menschen- und klimafreundliche Konzepte zu erarbeiten, ist Aufgabe der Politik, der sie derzeit nicht nachkommt. Erschreckend ist, dass wir diese Konzepte eigentlich schon vor Jahrzehnten dringend gebraucht hätten, sich manche Politiker*innen aber noch heute ohne stichhaltige Argumente mit Händen und Füßen dagegen wehren.“, stellt Hagen-Canaval fest.

Extinction Rebellion ist eine strikt gewaltfreie und dezentral organisierte Klimaschutzbewegung. Oberstes Ziel der Aktivist*innen ist, die Erderhitzung auf 1,5° zu begrenzen. Um die Politik zum Handeln zu zwingen, greifen die Klimarebell*innen neben angemeldeten Kundgebungen auch immer wieder zu Aktionen des zivilen Ungehorsams und nehmen dabei bewusst Verwaltungsstrafen und Festnahmen in Kauf.

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