Palliativstation: "Wir sind auch ein Ort der Hoffnung"

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OA Dr. Otto Gehmacher, Leiter Palliativstation LKH Hohenems, war am Donnerstag zu Gast bei "Vorarlberg LIVE" und sprach über Sterbehilfe und die Palliativmedizin.

Der Verfassungsgerichtshof prüft in diesem Jahr den Strafbestand "Hilfeleistung zum Selbstmord". Die sogenannte Sterbehilfe verstößt gegen das Recht auf Selbstbestimmung und soll rechtlich liberaler formuliert werden. Ende des Jahres soll eine neue Bestimmung vorgestellt werden. Welche Auswirkungen hätte ein neuer Beschluss für das Gesundheits- und Pflegepersonal und welche ethischen Fragen stellen sich? Darüber redet Marc Springer heute in "Vorarlberg LIVE" mit dem Leiter der Palliativstation des LKH Hohenems, Oberarzt Dr. Otto Gehmacher.

Was hat sich auf der Palliativstation verändert seit Corona?

Text von Klaus Hämmerle (VN)

Faszinierende Einblicke in eine Welt, in welcher der Tod allgegenwärtig ist, gab am Donnerstag bei Vorarlberg live der Leiter der Palliativstation, Dr. Otto Gehmacher, bei Vorarlberg Live. Die verordnete Isolierung von Pflegestationen habe seine Einrichtung nicht so betroffen wie andere, meinte Dr. Gehmacher einleitend. „Wir hatten eine Sonderstellung, Besucher durften ihre Angehörigen besuchen.“

Wollen die meisten Menschen den Tod eher verdrängen oder gar nicht erst wahr haben?

Als ein Ort, der ausschließlich mit Tod verbunden wird, will Dr. Gehmacher die Palliativstation nicht beurteilt wissen. „Wir sind auch ein Ort der Hoffnung. Menschen sterben bei uns, ja. Aber Menschen kehren auch wieder nach Hause zurück.“ Aber natürliche spiele der Tod eine zentrale Rolle. Dr. Gehmacher berichtet von den verschiedenen Zugängen zum Tod. „Da gibt es Menschen, die blocken das Thema total ab und verdrängen es. Andere sprechen offen darüber und können dabei unterschiedliche Stimmungen haben.“ Völlig unterschiedlich sei auch die Art und Weise, wie Patienten das Haus betreten. „Für einige bedeutet der Eintritt in unsere Einrichtung eine große Hemmschwelle, andere wiederum sind froh, dass sie bei uns sind und wir ihnen helfen können.“

Wie sagt man jemandem, dass er bald sterben wird, Herr Gehmacher?

Ein gutes Team

Das „Wir“ spiele auf der Palliativstation beim Ärzte-und Betreuerteam eine zentrale Rolle. „Wir sind wirklich ein gutes Team, das sich gegenseitig stützt. Wenn ich vielleicht einmal nicht die richtigen Worte findet, dann ist das vielleicht der Seelsorger“, beschreibt Dr. Gehmacher die besondere Atmosphäre.

Herr Gehmacher, haben Sie persönlich Angst vor dem Tod?

Der Mediziner ist kein Anhänger der aktiven Sterbehilfe. Seine Erfahrung habe ihn gelehrt, dass Menschen in ihrem Wunsch zu Sterben oft nicht wirklich entschlossen sind. „Es kann schon vorkommen, dass jemand am Abend seinen Wunsch zu sterben äußert und am nächsten Tag lebensfroh beim Frühstück sitzt.“

Was sagen Sie zu sogenannten Querdenkern in Bezug auf Covid-19?

Was halten Sie von einem "Letzte Hilfe Kurs"?

VORARLBERG LIVE am Donnerstag, 30. September 2021
Wann: ab 17 Uhr live auf VOL.AT, VN.at und Ländle TV
Gäste: Dr. Otto Gehmacher (LKHH), Dr. Christian Hillbrand (VVV), Dr. Friederike Hehle (Historizing)
Moderation: Marc Springer (Chefredakteur VOL.AT)

Die Sendung "Vorarlberg LIVE" ist eine Kooperation von VOL.AT, VN.at, Ländle TV und VOL.AT TV und wird von Montag bis Freitag, ab 17 Uhr, ausgestrahlt. Mehr dazu gibt's hier.

(VN/VOL.AT)

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