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Osterstbräuche sind ein Kulturgut

In Haselstauden an der Wälderstraße erblickt man ein mit Ostereiern schön geschmücktes „Osterbäumchen“.
In Haselstauden an der Wälderstraße erblickt man ein mit Ostereiern schön geschmücktes „Osterbäumchen“. ©Bernhard Tost
Die verschiedenen Osterbräuche werden auch bei uns wieder vermehrt gepflegt

Dornbirn. Ostern ist die Zeit des Aufbruchs. Die Christenheit feiert die Auferstehung Jesus und die Natur erwacht zu neuem Leben. Wie wichtig dieses hohe Fest ist, zeigt sich an den vielen Osterbräuchen die heute noch wie viele andere Bräuche lebendig sind.

In Oberschwaben und im Allgäu – dem ehemaligen Vorderösterreich – haben Osterbräuche eine alte Tradition. So werden in einigen Orten Oberschwabens Osterbrunnen und Ostersträuße geschmückt. Allmählich hält diese schöne Gepflogenheit, wenn auch noch spärlich, bei uns ihren Einzug.

Frühlingsbeginn 

Wer sich auf der Wälderstrasse in Haselstauden auf den Weg macht, erblickt am Hang eines Hauses, einen mit verschiedenen farbigen Ostereiern behängten kleinen Strauch. Davor sitzt ein roter Hase. Das mit viel Liebe zum Detail geschmückte „Osterbäumchen“ zeugt von einer sonnigen, fröhlichen Atmosphäre. Die Freude an der erwachenden und wachsenden Pflanzenwelt ist daher besonders hoch. Große Aufmerksamkeit erhält die mehrere tausend Jahre alte handwerkliche Kunstfertigkeit so ein Ei zu bemalen und zu gestalten. Es gibt Künstlerinnen und Künstler, die das Bemalen, Bearbeiten, Verzieren von Eiern, oft mit österlichen Motiven zur Perfektion meistern. Dies ist eine Besonderheit und gehört zu unserem Kulturgut. Woher der Brauch stammt, darüber sind sich die Forscher nicht ganz einig. Doch schon in frühzeitlichen Kulturen – wie beispielsweise in Ägypten und dem antiken Babylon – galt das Ei als Sinnbild für die Fruchtbarkeit, für ein neues Leben oder auch die Wiedergeburt. Oft wurde es als Grabbeilage beigefügt. Überliefert ist jedoch auch, dass in der christlichen Fastenzeit auf Eier verzichtet wurde, essen durfte man sie erst an Ostern wieder. Deshalb sind sie auch als Nahrungsmittel etwas Besonderes. Schon im Mittelalter erfolgte das haltbar machen durch Hartkochen der Eier. Um die älteren Eier von den jüngeren zu unterscheiden, färbte man sie unterschiedlich. So standen am Ostersonntag verschieden gefärbte Eier zum Verzehr zur Verfügung.

Christliches Fest

Obwohl viele Osterbräuche wie das Osterwasser, Osterfeuer, das Osterei ursprünglich heidnisch sind, so haben sie im Christentum eine besondere Bedeutung erlangt. Das Osterfest gilt als das Fundament des christlichen Glaubens und wichtigstes Hochfest der christlichen Kirche. Am Karfreitag wurde Jesus gekreuzigt und am Ostermontag ist er auferstanden. Unabhängig von diesem christlichen Hochfest begleiten viele Bräuche den Übergang vom Winter zum Frühling. Der Begriff Ostern leitet sich von „Ostara“ für Osten, „Eostre“ oder „Eostrae“ ab, wobei die zwei Letzteren auch angelsächsische Namen der germanischen Göttin der Morgenröte sind. Diese gilt ebenfalls als Göttin des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Ostern hat auch mit weltlichen Genüssen zu tun: Im süddeutschen Raum bringen Gläubige üppige Speisekörbe an den Altar, die im Anschluss an den Gottesdienst gesegnet werden. Neben all den regionalen Brauchtümern findet man eine Tradition überall in Europa: Ostereier und Schokohasen suchen. (BET)

Quellenangaben:

Fam. Winkler: Garten des Hauses Wälderstrasse 16 in Dornbirn

Eckehard Bieger: Bilderlexikon der christlichen Symbole; St. Benno Verlag GmbH Leipzig

Clemens Jöckle: Das Heiligenlexikon; Herausgeber: PARKLAND ISBN-10 : 3893400451

Philip Jenkins: Das Goldene Zeitalter des Christentums; Herder Verlag: ISBN 9783451061684

 

 

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