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Österreich: Lage entspannt sich langsam

Die Hochwassersituation in Österreich entspannte sich am Donnerstag Vormittag langsam. In manchen Orten ist die Lage aber immer noch dramatisch.

Nach Angaben des NÖ Landesführungsstabes fiel der Pegelstand der Donau allmählich. Im nördlichen Tullnerfeld und in Laa an der Thaya kam aber es zu neuen Überschwemmungen. Auch in Schwertberg in Oberösterreich war die Lage weiter dramatisch: Eine Brücke der Donauuferbahn wurde teilweise von den Wassermassen mitgerissen und drohte völlig abzurutschen.

Der Pegel der Donau in Kienstock in der Wachau war am Donnerstag erstmals wieder unter die Zehn-Meter-Marke gerutscht. Auch in Ybbs lautete die Tendenz auf schwach fallend. Die sinkenden Pegelstände der Donau haben in den Bezirken Amstetten, Melk und Krems die Situation verbessert, so die Feuerwehr.

Die Einsatzkräfte arbeiteten am Donnerstag mit Hochdruck an der Aufräumung, um der Bevölkerung möglichst rasch wieder eine funktionierende Infrastruktur zur Verfügung stellen zu können. Für den Osten sagten die Experten des Hydrographischen Dienstes NÖ hingegen vorerst kaum eine Veränderung voraus: Für Korneuburg (7,86 Meter um 10.00 Uhr) lautete die Nachmittags-Prognose auf 7,80, für Wildungsmauer (7,68 Meter am Vormittag) auf 7,70.

Südwestlich von Absdorf im Tuller Becken wurde in Zusammenarbeit von Feuerwehr und Bundesheer ein Damm gesprengt. Diese Maßnahme sollte dazu beitragen, dass Wassermassen, die am Mittwochnachmittag aus dem Raum Grafenwörth plötzlich in den Bereich eingedrungen waren, wieder zur Donau abfließen konnten. Vor allem die kleine Ortschaft Winkl war voll getroffen und überflutet worden. Die Feuerwehr berichtete weiter von einem massiven Ölaustritt in Joching (Bezirk Krems). Spezialisten der Schadstoffgruppe der FF St. Pölten-Stadt wurden entsandt, um dieses Problem zu beheben.

In OÖ liefen in den meisten Hochwassergebieten die Aufräum- und Sicherungsarbeiten auf Hochtouren. Auch freiwillige Helfer aus anderen Bundesländern beteiligten sich. In Schwertberg im Bezirk Perg wurde eine Eisenbahnbrücke der Donauuferbahn von der hochwasserführenden Aist teilweise mitgerissen, in Steyr muss ein Steg abgerissen werden. Nach wie vor Warten hieß es in Grein (Bezirk Perg): In der Stadt stand noch das Wasser, an Aufräumungsarbeiten war noch nicht zu denken. Immerhin stieg in Grein der Wasserstand der Donau am Donnerstag nicht mehr an, sondern zeigte fallende Tendenz. Im Umland von Grein begannen Helfer und Betroffene, Ortsdurchfahrten zu säubern.

Dramatisch war die Lage in Schwertberg, wo eine Brücke der Donauuferbahn teilweise von den Wassermassen mitgerissen wurde. Um einen völligen Einsturz der 30 Meter langen Stahlkonstruktion zu verhindern, wurde von den ÖBB ein Bergekran angefordert. Er wurde für Donnerstagabend in Schwertberg erwartet. In Bad Kreuzen, ebenfalls im Bezirk Perg, drohte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein Stadl abzurutschen. Die Feuerwehr konnte den Zufahrtsweg noch rechtzeitig sichern.

In Wien flossen nach wie vor rund 10.500 Kubikmeter pro Sekunde Donauwasser durch, ein Wert, der deutlich unter der Grenze der Aufnahmekapazität des Entlastungsgerinnes und des Flussbettes mit 14.000 Kubikmetern lag. Der Wasserstand sollte aber in den nächsten Stunden zurückgehen.

Auswirkungen des Hochwassers erwartete die MA 45 auf den Grundwasserspiegel, vor allem in Gewässer nahen Gebieten. Dort könnte es zu Überschwemmung undichter Keller kommen. Eine nachhaltige Schädigung des Bodens der überfluteten Lobau durch angeschwemmte Umweltgifte befürchten die Experten nicht. Die Sicherungsmaßnahmen für das Öltanklager und die Altlasten seien „intakt“ wurde in der MA 45 versichert.

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