OMV dementiert Spionage: Klimaaktivisten kontern

Nächste Runde im Schlagabtausch zwischen OMV und Klimaschützern.
Nächste Runde im Schlagabtausch zwischen OMV und Klimaschützern. ©APA, Russmedia
Joachim Mangard (VOL.AT) joachim.mangard@russmedia.com
Mit Aaron Wölfling war auch ein Dornbirner Aktivist von Fridays For Future ins Visier geraten. Der Mineralölkonzern weist nun alle Schuld von sich und verweist auf strenge Compliance-Vorgaben. Klimaschützer fordern weiter Offenlegung der Verträge.

Der Chef des Öl-, Gas- und Chemieriesen OMV, Rainer Seele, hat in einem Brief an Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) ein "Ausspionieren" von NGOs oder Privatpersonen durch den Konzern in Abrede gestellt. Diesen Vorwurf, den Greenpeace und Fridays For Future Austria erhoben hatten, "weist die OMV entschieden zurück", heißt es laut Bericht des Magazins "Dossier" in dem faksimiliert wiedergegebenen Schreiben. Kogler hatte von der teilstaatlichen OMV dazu Aufklärung gefordert.

OMV verweist auf Schutz seiner Anlagen und Compliance-Vorgaben

Als weltweit agierender Konzern und als Unterzeichner des UN Global Compact respektiere man freie Meinungsäußerung sowie die Versammlungs- und Vereinsfreiheit, erklärt Seele in dem mit 14. April datierten Brief. Allerdings, so gibt der OMV-Chef zu bedenken, sei es in der Vergangenheit an Anlagen des Konzerns, die großteils zur kritischen Infrastruktur gehören würden, "wiederholt zu Besetzungen bzw. Besetzungsversuchen durch Aktivistinnen und Aktivisten" gekommen. Fakt sei, dass die Sicherheit der Belegschaft, von Dritten auf diesen Anlagen sowie der Schutz der Anlagen selbst "vor dem Zutritt Unbefugter oberste Priorität haben und OMV diesen Schutz gewährleisten muss". Die Tätigkeit der OMV geschehe stets unter strengster Einhaltung nationaler Gesetze und unter Einhaltung der strengen OMV-Compliance-Vorgaben und des Code of Conduct.

OMV-Boss Rainer Seele.
OMV-Boss Rainer Seele. ©Reuters

Interessierte Vertreterinnen und Vertreter von Greenpeace und F4F habe man zu Gesprächen eingeladen. Sehr gerne stehe er "Ihnen, sehr geehrter Herr Vizekanzler, jederzeit zu einem vertiefenden Gespräch zur Verfügung", so der OMV-Chef. Zu 31,5 Prozent gehört die OMV der Republik Österreich, der Staatsanteil wird von der Holding ÖBAG verwaltet.

Greenpeace und Fridays For Future hatten der OMV vorige Woche vorgeworfen, Umweltschützer durch internationale Spionagefirmen wie Welund systematisch überwachen zu lassen. Sie stützten ihre Vorwürfe auf E-Mails von OMV-Mitarbeitern, die die OMV mit den Security-Firmen Welund sowie Thompson + Clark (T+C) in Verbindung bringen würden, wie es hieß.

Wölfling: "Wir haben genug bedeutungslose Floskeln gehört"

In den ersten Reaktionen auf Twitter zeigte sich Aaron Wölfling kämpferisch, und schrieb auf die angesprochenen "Besetzungen" abzielend: "Das machen wir immer montags nach unserer wöchentlichen Strategiesitzung mit den Illuminaten und Bill Gates ... Aber im Ernst: Wenn die OMV Angst vor uns hat, soll sie diese in die Transformation des Konzerns übersetzen, nicht in Überwachung von Aktivist*innen." Weiters war auf seinem Account zu lesen: "

"Die ⁦OMV hat anscheinend Angst, dass die Klimabewegung sich gegen sie verschworen hat und im geheimen Angriffe plant. OMV: Wenn ihr wissen wollt, was wir vorhaben, dann schreibt mir ein E-Mail. MI6-Agenten sind da überflüssig."

Auf VOL.AT-Nachfrage legte der Klimaschützer nach: "Wir haben genug bedeutungslose Floskeln gehört. Sowohl der Vizekanzler als auch wir sehen die OMV jetzt in der Bringschuld. Die Verträge müssen offengelegt werden, dann reden wir weiter."

(VOL.AT)

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