Omikron: Wallner für Lockerung der Quarantäne-Regeln

Omikron: Rufe nach Lockerung der Quarantäne-Regeln.
Omikron: Rufe nach Lockerung der Quarantäne-Regeln. ©VN/Paulitsch
Auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) spricht sich bezüglich der Omikron-Quarantäneregeln für eine Anpassung bei Geimpften und Kontaktpersonen aus.
Anstieg bei Neuinfektionen
Corona-Zahlen für Vorarlberg

Vor der Sitzung der Covid-Krisenkoordination "Gecko" am Dienstagnachmittag und dem Bund-Länder-Gipfel am Donnerstag mehren sich die Rufe nach einer Lockerung der Quarantäneregeln für geimpfte und genesene Kontaktpersonen im Fall von Omikron. Derartige Forderungen kommen sowohl aus den Ländern als auch aus der Wirtschaftskammer. Argumentiert wird damit, dass andernfalls die Gefahr droht, dass das ganze Land stillsteht.

Auch Wallner für Lockerungen

Dafür ausgesprochen haben sich etwa die Landeshauptleute aus Kärnten, Oberösterreich und Vorarlberg. Und auch die Wirtschaftskammer und der ÖVP-Wirtschaftsbund drängten am Dienstag darauf, dass Geimpfte und Genesene auch bei Omikron wieder als K2 eingestuft werden sollen. Es gelte alles daran zu setzen, "dass das wirtschaftliche Leben weitgehend am Laufen gehalten wird und versorgungsrelevante Produktionen und Infrastruktur nicht gefährdet werden", betonten die Bundessparten Industrie, Gewerbe und Handwerk sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer unisono.

Für Schulen "nicht praktikabel"

Eine Lockerung der Quarantäneregeln vor dem Schulstart am kommenden Montag verlangt wiederum der Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS). Denn die momentan geltenden Regelungen für die Omikron-Variante seien insbesondere für Schulen "nicht praktikabel", zeigte er sich am Dienstag in einer der APA übermittelten Stellungnahme überzeugt. Er sprach sich für eine Bevorzugung von geimpften und genesenen Kindern aus - und auch für eine Verkürzung.

Beim Bildungsministerium verwies man auf die Zuständigkeit des Gesundheitsministeriums bzw. der Covid-Krisenkoordination "Gecko". Die "Gecko"-Experten treffen sich am Dienstagnachmittag zu einer Sitzung. Deren Leiterin, die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, schloss eine Änderung der Quarantäneregeln Dienstagvormittag gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal" zumindest nicht aus: "Es muss einfach in einem gesamtstufenhaften Vorgehen stimmig sein, und das ist durchaus denkbar."

Einigung am Donnerstag?

Eine Einigung auf neue Quarantäneregelen könnte dann am Bund-Länder-Gipfel am kommenden Donnerstag erfolgen. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) spricht sich im Vorfeld jedenfalls für bundeseinheitliche Regelungen aus, wie es aus seinem Büro hieß: "Wenn eine Person voll immunisiert ist (geboostert), wäre eine Verkürzung der Quarantäne anzudenken, wenn dies aufgrund der hohen Infektionszahlen als notwendig erscheint." Bezüglich der Regelungen für den Schulbetrieb werde es von den Infektionszahlen abhängen. So lange es geht, soll es aber Präsenzunterricht geben, so Kaiser: "Es gelte wieder: Lüften, Maske tragen und vermehrte Testungen. Es sei ferner zu überlegen, die PCR-Testungen auszubauen und bei einer Zuspitzung der Situation die Antigen- mit den PCR-Tests gleichzustellen."

Wallner: "Weitere Lockdowns verhindern"

Und auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) spricht sich bezüglich der Omikron-Quarantäneregeln für eine Anpassung bei Geimpften und Kontaktpersonen aus. Sowohl die kritische Infrastruktur als auch die Versorgung müssten funktionsfähig bleiben, plädierte der Regierungschef für eine Verkürzung. Namentlich nannte Wallner die Strom- und Wasserversorgung, Spitäler und Pflege, aber auch den Lebensmittelbereich. Darüber hinaus setze man alles daran, die Schulen wie geplant am 10. Jänner zu öffnen. Diesbezüglich hätten sich Maßnahmen wie eine entsprechende Sicherheitsphase und ein dichtes Testnetz bewährt. "Es gilt weiterhin alles dafür zu tun, um weitere Lockdowns zu verhindern", so Wallner.

Maßnahmenpaket für Burgenland

Im Burgenland will Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz sein Omikron-Maßnahmenpaket präsentieren und wird dabei auch auf aktuelle Fragen zur Pandemiebekämpfung eingehen, hieß es aus seinem Büro zur APA. Zum Bund-Länder-Gipfel liegen noch keine Vorinformationen vor, daher sei derzeit von einem Schulbetrieb unter den bereits bekannten Sicherheitsauflagen am Montag auszugehen. Bildungslandesrätin Daniela Winkler (SPÖ) würde die Präsenz bevorzugen, da die Umsetzung des Homeschoolings immer schwieriger werde, wie sich im letzten Lockdown gezeigt habe, meinte sie dazu am Rande einer Pressekonferenz am Dienstag.

In Salzburg berate sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) im Vorfeld des Bund-Länder-Gipfels laufend mit den Salzburger Expertengremien aus Medizin und Wissenschaft, hieß es auf APA-Anfrage am Dienstagnachmittag. Im Lichte der aktuellen Lage stünden aus Sicht des Landes vor allem die Ausgestaltung der Quarantäne-Regelungen im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur, der Schulbetrieb ab Montag und der Ausbau der Testinfrastruktur im Vordergrund, wobei Haslauer in allen Bereichen für eine bundesweit einheitliche Lösung plädiere.

Regeln Mitte Dezember verschärft

Mitte Dezember, mit dem Auftauchen der neuen Virusvariante, waren die Regeln verschärft worden. Bei Kontakt mit einem Omikron-Infizierten gilt man - auch mit Impfung oder Genesung - als K1-Person, muss sich also absondern. Anfangs war auch die Quarantänedauer länger. Nach einer Änderung am 19. Dezember muss man aber nach entsprechendem Kontakt nur mehr zehn Tage in Quarantäne, nach fünf Tagen ist ein Freitesten möglich.

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(APA)

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