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Olympische Winterspiele 2026 teils in Igls bei Innsbruck?

Olympische Winterspiele: Werden sie 2026 unter anderem in Igls bei Innsbruck zu sehen sein?
Olympische Winterspiele: Werden sie 2026 unter anderem in Igls bei Innsbruck zu sehen sein? ©REUTERS/Thomas Peter (Symbolbild)
Die Olympischen Spiele 2026 gehen eigentlich in Italien - genauer gesagt in Mailand und Cortina - über die Bühne. Nun wurde aber die Bobbahn in Igls bei Innsbruck für die Bob-, Rodel- und Skeleteonbewerbe ins Spiel gebracht - unter anderem von den Tiroler NEOS.

Die Tiroler NEOS und das Südtiroler Team K haben am Dienstag in einer Pressekonferenz die Bobbahn in Igls bei Innsbruck als Austragungsstätte der Bob-, Rodel- und Skeletonbewerbe im Rahmen der Olympischen Spiele 2026 ins Spiel gebracht. Diese finden in Mailand und Cortina statt. In Cortina soll eine neue Bobbahn entstehen - "90 Kilometer Luftlinie" von Igls entfernt, wie NEOS-Klubchef Dominik Oberhofer unterstrich. Das sei "weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll".

Olympische Spiele 2026: Igls bei Innsbruck ins Spiel gebracht

Zumal die Bobbahn in Igls ohnehin 2024 saniert werden müsse, wie Dagmar Klingler, Innsbrucker Gemeinderätin der NEOS, betonte. Der Gemeinderat habe sich bereits im Mai mit der Causa befasst und ersten Planungsarbeiten stattgegeben. Für Investitionen in der Höhe von 30 Mio. Euro liege bereits ein Regierungsbeschluss vor. Was den bloßen "Erhalt" der Sportstätte betreffe, seien somit die Weichen "mehr oder weniger gestellt", hielt die NEOS-Kommunalpolitikerin fest.

Eine "riesengroße Chance - auch in touristischer Hinsicht" ortete Klingler indes in einer damit einhergehenden, möglichen "Ökologisierung und Ökonomisierung" der Bahn in eine "zeitgemäße Sportstätte" - etwa durch die Installierung von PV-Anlagen, eine Überdachung und einer Wiederaufbereitung des Eises. Dafür gebe es einen "Masterplan", der vom Gemeinderat bereits "zur Kenntnis genommen wurde". Trimme man die Anlage auf Nachhaltigkeit und brächte sie damit auf den neuesten Stand, so würde dies mit 20 Mio. Euro zusätzlich zu Buche schlagen.

Teil von Olympischen Spielen 2026 in Igls bei Innsbruck?

Außerdem hätte die Bahn ja "auch über Olympia hinaus" einen Mehrwert für die Region, hielt Oberhofer fest. Er fordere deshalb die künftige Tiroler Landesregierung auf, "den Kontakt und Verhandlungen mit dem Olympischen Komitee" aufzunehmen. Dies werde sein erster (dringlicher) Antrag in der neuen Landtagsperiode sein, kündigte der NEOS-Landessprecher an. Er rechne damit, dass es im November so weit sein werde und sich der Landtag am 25. Oktober konstituieren werde. In Tirol hatte am 25. September eine Landtagswahl stattgefunden, derzeit befindet sich die ÖVP in Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ. In der Causa Bobbahn Igls dränge jedenfalls die Zeit, drückte Oberhofer auf das politische Gaspedal, man müsse nun "massiv aktiv werden".

Neben Oberhofer und Klingler kamen auch die Südtiroler Landtagsabgeordneten des - ebenfalls liberalen, oppositionellen - Team K, Paul Köllensperger und Alex Ploner, zu Wort. Jene stießen sich vor allem daran, dass Südtiroler Steuergeld nicht nur in den Bau, sondern später auch in die Erhaltung der Bobbahn in Cortina d'Ampezzo fließen könnte. Und daran, dass diese möglicherweise zur "Kathedrale in der Wüste" würde, handle es sich doch um einen "Nischensport".

Bobbahn in Cortina: Welche Kosten nach Olympischen Spielen?

Hart ins Gericht ging Listengründer Köllensperger mit dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP). Die Finanzierung der geplanten Bobbahn in Cortina, für die 85 Mio. Euro veranschlagt worden seien, sei "undurchsichtig". Wie hoch genau die Kosten nach den Spielen für den Erhalt der Anlage sein werden, könne niemand genau beantworten. Er befürchtete, dass Kompatscher dafür den Grenzgemeindefonds, in den jährlich 40 Mio. Euro Südtiroler Steuergeld flössen, angreifen könnte. Außerdem würden den Nachhaltigkeitsversprechen des Landeshauptmanns keine konkreten Taten folgen.

Oberhofer schlug in dieselbe Kerbe und strich mehrfach hervor, dass Nachhaltigkeit ja auch bedeute, "bestehende Strukturen zu verwenden". In dem Vorschlag, den die beiden Parteien nun übrigens auch dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorlegen wollen, sah Oberhofer die Prämisse der NEOS, Wirtschaft und Umwelt zu verbinden, verwirklicht. Zudem hätten die letzten Winterspiele in China gezeigt, dass ein "immer höher, immer größer" nicht mehr zeitgemäß sei. Auch sei dieser Vorstoß ein Beispiel für "praktische Lösungen in der Europaregion" und ein "Win-Win für alle Seiten", schloss Oberhofer.

Sportlandesrat: "Unseres Wissens keine formelle Anfrage"

Bisher habe es "unseres Wissens keine formelle Anfrage des Internationalen Olympischen Comitees (IOC) an das Österreichische Olympische Comitee (ÖOC) gegeben, teilte indes Sportlandesrat LHStv. Josef Geisler (ÖVP) auf APA-Anfrage mit. Dementsprechend sei auch an die Landesregierung noch nichts herangetragen worden. Seitens des Landes stehe man einer Nutzung der Bobbahn allerdings "grundsätzlich positiv gegenüber", unterstrich der ÖVP-Politiker. "Sollte eine offizielle Anfrage einlangen, werden wir mit allen Beteiligten in konstruktive Gespräche über die Rahmenbedingungen eintreten", kündigte er an. Das Prinzip der Nachhaltigkeit stehe dabei "an oberster Stelle". Eine Austragung der Bob- und Skeletonbewerbe würde zudem die "Chance" bieten, dass das IOC einen "namhaften Betrag zur ohnehin anstehenden Sanierung des Eiskanals leistet", so Geisler.

Olympische Spiele: Willi nicht gegen Bobbewerbe in Innsbruck-Igls

Auch Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) machte sich diesbezüglich Hoffnungen: "Am liebsten wäre mir, dass olympisches Geld in die Erneuerung der Bahn fließt, weil sich Italien damit den Bau einer eigenen Bob- und Rodelbahn erspart", argumentierte er und schrieb auf APA-Anfrage: "Wenn die Bob-, Rodel- und Skeletonbewerbe im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2026 in Innsbruck-Igls stattfinden, soll mir das recht sein." Auch Willi betonte, dass die Planungen für die notwendige Erneuerung der Bahn "sichergestellt" seien. Er habe "als Erster" dafür gesorgt, dass es einen Finanzierungsbeschluss der Stadt für die Adaptierung gibt, betonte der Bürgermeister. Inzwischen hätten auch Bund und Land Gelder freigegeben.

(APA/Red)

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