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Österreichs Kabarett-Philosoph zu Gast im TAS

Mit seinem "Toleranzhammer" hämmerte sich Maurer wortwörtlich mehr Toleranz ein.
Mit seinem "Toleranzhammer" hämmerte sich Maurer wortwörtlich mehr Toleranz ein. ©B. Koeck
Feldkirch. (BEK) "Toleranz" heißt der neueste Kabarett-Streich von Thomas Maurer, der sein Publikum im Saumarkt von der ersten Minute an überzeugen konnte.
Die Mär von der Toleranz

Mit Tarbouka und Tröte ging es von Beginn an gleich zur Sache: “Toleranz ist eine wichtige Tugend, auch wenn sie nicht immer schön ist” lautete der erste ans Publikum gerichtete Satz von Thomas Maurer, der seine eigene musikalische Einlage selbst auf die Schippe nahm. Dass sein Talent eher beim zeichnerischen liegt stellte er sogleich unter Beweis und skizzierte live on Stage einen religiös-fundamentalistischen Fanatiker aus Nahost. Das Publikum staunte nicht schlecht, als es keinen geringeren als Jesus Christus nach dem letzten digitalen Pinselstrich erkannte.

Dass sich jemand wie Maurer sicher kein Blatt vor den Mund nimmt, war spätestens beim “Toleranz-Thema” Griechenland-Krise klar: “Griechen sind Arschlöcher und faule Hund, sie bauen mit unserem Geld einen Stacheldrahtzaun durch die Ägäis.” Gleichsam überspitzt, pointiert und sozialkritisch respektive politisch unkorrekt ging es sofort weiter, denn bei Maurer bekommt jeder sein Fett ab: Spanier, Marokkaner, Gutmenschen, natürlich Putin und Trump – sogar ein Kult-Tanz wie der Sirtakki oder Emojis. “Um irgendetwas tolerieren zu können, ist die Basis zuvor, dass einen das zu Tolerierende richtig am Arsch gegangen ist” lautete die Devise etwas philosophisch angehauchter. Freibier zähle selbstverständlich nicht dazu. Es dauerte auch nicht lange, bis sich Maurer von seiner besten Seite zeigte, nämlich jener des Cholerikers: Mit hochrotem Haupt machte er sich an Karl Marx und Karl May sowie Fifty Shades of Grey zu schaffen.

Während der Pause spielte Maurer Facebook-Postings von FPÖ-Wählern zur sog. Flüchtlingskrise, welche heute einfach Migration genannt werden würde. Anschließend bekannte er sich dazu, dass Integration nicht immer das gelbe vom Ei wäre und nannte ein konkretes Beispiel: “Österreichische und deutsche Juden haben sich perfekt integriert: Die Hälfte der Ärzte, 75 % der Rechtsanwälte und 31 % der Zahntechniker der Ersten Republik waren allesamt Juden. Der Hitler ist ein Imageschaden für unser Land bis heute!” Und dann kam er zum Einsatz, der überdimensionale Toleranzhammer, mit welcher sich Maurer wortwörtlich noch mehr Toleranz einhämmerte. Für viele der zahlreichen Besucher war dieser Abend nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern hat auch zum Nachdenken und Weiterspinnen der Gedanken angeregt!

Die besten Sager des Abends:

– Pollenallergiker nannte man früher Evangelisten!

– Zum Geburtstag schenken wir ihm ein Seniorenwindelabo!

– Nicht jeder Asylant ist pitoresk!

– Dem H.C. Strache sieht man den islamischen Untermenschen praktisch nicht mehr an!

– Bin ich ungeschickt sozialisiert?

– Mein Imaginationsvermögen hat kurz die Spurtreue verloren!

– Er ist ein menschlicher Albino-Husky!

– Die Grundlagen und Fundamente meines Islambildes hat Karl May mit Hadschi Halef Omar gelegt!

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