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Österreichische Post beweist mit Brexit-Briefmarke Humor

England ist auf der Sonderbriefmarke quasi "terra incognita"
England ist auf der Sonderbriefmarke quasi "terra incognita" ©APA (Österreichische Post)
Die Österreichische Post hat mit einer neuen Sonderbriefmarke zum Brexit Humor bewiesen.

Schon anlässlich des ursprünglich anvisierten Austrittsdatums druckte die Post eine Sonderbriefmarke. Da sich der Abschied der Briten aber stets verzögerte, wurde das Datum mittels Überdruckverfahren aktualisiert. Der 29. März 2019 ist nun durchgestrichen, darunter steht der 31. Jänner 2020.

Um die Sonderstellung der Briten auch optisch hervorzuheben, sei die Fläche des Vereinigten Königreichs mit einem hellblauen Transparentlack versehen, teilte die Post in einer Aussendung mit. Die EU-Staaten seien hingegen dunkelblau im normalen Offset-Verfahren gedruckt worden. Staaten, die nicht Mitglied der EU sind, seien weiß abgebildet.

Österreicher bedauern Brexit

Der Grafikentwurf der Sonderbriefmarke stamme von Anita Kern, so die Post. Die Marke mit einem Nennwert von 1,80 Euro sei 140.000 Mal aufgelegt worden und ab Freitag in drei Verkaufsstellen erhältlich.

Dass Großbritannien am Freitag um Mitternacht (MEZ) die EU verlässt, bedauern laut einer aktuellen Umfrage 58 Prozent der Österreicher. Nur acht Prozent befürworten ihn, 23 Prozent ist er nach eigenen Angaben "egal", wie die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) am Freitag zu der in ihrem Auftrag erstellten Umfrage mitteilte. Ein Zehntel gab keine Stellungnahme ab.

Weitere Austritte nicht erwartet

Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) halten es demnach für "eher nicht wahrscheinlich" (42 Prozent) oder "sehr unwahrscheinlich" (26 Prozent), dass in nächster Zeit noch weitere EU-Mitgliedsländer die Europäische Union verlassen werden. 16 Prozent gaben hingegen an, dies für "sehr" (vier Prozent) oder "eher wahrscheinlich" (zwölf Prozent) zu halten. 16 Prozent antworteten "weiß nicht" oder machten keine Angabe.

Zustimmung zur Union gestiegen

"Das Brexit-Referendum vom Juni 2016 wurde von manchen bereits als Startschuss für weitere Austritte aus der EU betrachtet. Das Gegenteil ist der Fall, die Zustimmung zur Union ist in den meisten Mitgliedsländern gestiegen. So auch in Österreich, wo sich aktuell drei Viertel für die EU-Mitgliedschaft aussprechen und nur acht Prozent die Union verlassen möchten", betonte ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt in einer Aussendung zu den Ergebnissen der Umfrage.

Auch die höhere Beteiligung an den bisher letzten EU-Wahlen im Mai des Vorjahres sei ein Indiz dafür, dass die Union für ihre Bürger an Relevanz gewinne. "Angesichts eines herausfordernden geopolitischen Umfelds wird sie zunehmend als sicherer Anker wahrgenommen - und das trotz vielfacher Kritik an ihrer Funktionsweise", so Schmidt.

Negative Auswirkungen erwartet

Auf die Frage, wie sich die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien künftig entwickeln würden, sagten 46 Prozent der Befragten, diese würden sich "zum Negativen entwickeln". 14 Prozent vertraten die gegenteilige Meinung. Ganze 40 Prozent gaben zu diesem Punkt keine Einschätzung ab.

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft von 16. bis 23. Jänner 2020 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 506 Personen per Telefon. Die maximale Schwankungsbreite wurde mit circa +/- 4,4 Prozent angegeben.

(APA)

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