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Obstgarten als "Zuhause"

Götzis (VN) -  Landauf, landab wird derzeit Most produziert. Bei den Obstbauern herrscht Hochsaison. So auch in Götzis.

Traditionell werden hierzulande Moste und Süßmoste aus verschiedenen Obstsorten angefertigt. In aller Regel wird der Zuckergehalt der Birnen durch den Säuregehalt der Äpfel ergänzt. Darüber hinaus wird freilich auch sortenreiner Most produziert. Auf diese Weise entsteht für Mostfans ein „harmonischer und erfrischender Geschmack“. Experten unter den Obstbauern sind aber längst einen Schritt weiter und haben neue Trends kreiert.

1200 Bäume & 2000 Liter Most

Darunter „leichte und liebliche Obstweine“ mit rund 2,5 Prozent Alkoholgehalt, die unter den Bezeichnungen Cider, Apfelsecco oder Apfelperle firmieren. „Durch ihre angenehme Spitzigkeit und dezente Restsüße bieten sich die Obstweine geradezu perfekt als kleine Erfrischung am Feierabend an. Vor allem weibliche Konsumenten schätzen diese Art von Getränk“, lächelt Toni Schiefer, der am Götzner Berg einen Obstgarten mit 1200 Bäumen bewirtschaftet. Pro Jahr darf er sich über einen „Mostsegen“ von rund 2000 Litern freuen. Auch bei ihm, erzählt der Moster des Jahres 2009 und Gewinner mehrerer Goldmedaillen, sei der Obstwein aus den Apfelsorten Rubinette und Braeburn „inzwischen der Publikumsrenner und ein überaus gefragtes Produkt“. Die Ähnlichkeit des Geschmacks von Obstweinen zu einem Grünen Veltliner aus dem Weinfass sei „vielfach verblüffend“.

Zwetschken frischvermarkten

Most, betont Schiefer, der früher über Jahre hinweg als Lkw-Fahrer quer durch Europa kurvte, sei „hierzulande lange Zeit deutlich unter seinem Wert“ geschlagen worden. Inzwischen habe auch die Gastronomie die Vorzüge des Getränks und seine Vielfalt erkannt. Für ihn persönlich ist „Most mit Maß und Ziel genossen jedenfalls nichts als pure Gesundheit“, meint der Götzner, der davon täglich „mindestens einen halben Liter“ konsumiert. Vom Geheimhalten von Rezepturen hält Schiefer („Mir wird nie langweilig, ich bin Moster mit Leib und Seele“) nichts. Sein Credo: „Ich mache kein Geheimnis daraus und gebe Interessierten, die zu mir kommen, gerne Ratschläge. So wird ganz allgemein die Qualität gefördert.“ Auch im Bereich der Zwetschken gilt der Götzner für viele als Anlaufstelle. „Zwischen mitte Juli und Allerheiligen bin ich auch mit der Frischvermarktung von Zwetschken am Bauernmarkt in Götzis beschäftigt“, sagt Schiefer – dies allerdings „nur als Nebenher-Hobby“.

Zur Person

  • Toni Schiefer Gilt als Mostkenner und holte sich 2009 den Titel „Moster des Jahres“
  • Geboren: 2. Mai 1942
  • Familie: verheiratet, zwei Kinder
  • Wohnort: Götzis
  • Werdegang: Volks- und Hauptschule, Obst- und Weinbauschule, 18 Jahre bei der einstigen Textilfirma „Frixa“ in Altach, 1989 bis 2003 Platzwart im Möslestadion Götzis, seit 2009 Mostsommelier
  • Lebensmotto: Trink jeden Tag ein Glas Most, bist niemals krank, eine gesunde Kost.
  • Hobby: Obst- und Gartenbau
  • Lieblingsspeise: Gulasch mit Steinpilzen und Eierschwammerln
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