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Obervermuntwerk II läuft nach wie vor nicht im Vollbetrieb

Immer noch Probleme beim neuen Pumpspeicherkraftwerk Vorarlbergs
Immer noch Probleme beim neuen Pumpspeicherkraftwerk Vorarlbergs ©Matthias Rauch - VOL.AT
Der zweite Maschinensatz steht nach wie vor. Das 500 Mio. Euro teure Kraftwerk läuft damit seit bald drei Monaten nur auf "Sparflamme". Auch die strittigen Mehrforderungen sind nach wie vor ungelöst.
Ein Blick in das Innere
Obervermunt II feierlich eröffnet
Kein Strom mehr vom Obervermuntwerk II

Partenen (Wirtschaftspresseagentur.com) - Das im Sommer 2019 offiziell in Betrieb genommene Pumpspeicherkraftwerk Obervermunt II des landeseigenen Energieunternehmens illwerke vkw läuft nach wie vor nicht im Vollbetrieb. Bekanntlich wurden bei einer geplanten Kontrolle des brandneuen Werkes im Oktober 2019 diverse Schäden festgestellt, die repariert werden mussten. Dadurch musste das 500 Millionen Euro teure Pumpspeicherkraftwerk vom Netz genommen und abgestellt werden. Die eigentliche Betriebsaufnahme erfolgte schrittweise schon im zweiten Halbjahr 2018.

Drei Monate außer Betrieb

Die Reparaturarbeiten an den beiden Maschinensätzen des zweitgrößten Kraftwerkes in Vorarlberg ziehen sich dabei offenbar in die Länge. Nach Angaben von illwerke vkw-Pressesprecher Andreas Neuhauser sei einer der beiden Maschinensätze Mitte Dezember 2019 wieder in Betrieb gegangen. Der zweite Maschinensatz stehe allerdings nach wie vor. Hier rechne man bei illwerke vkw mit einer Inbetriebnahme per Ende Jänner 2020. Das bedeutet, dass das auf die Produktion von Spitzen- und Regelenergie spezialisierte Pumpspeicherkraftwerk rund drei Monate lang nicht mit seiner vollen Leistung von bis zu 360 Megawatt betrieben werden kann. 

Versicherung übernimmt Reparaturkosten und Entgang

Nach Angaben von Neuhauser seien sowohl die Reparaturkosten als auch der energiewirtschaftliche Entgang durch den wochen- und monatelangen Stillstand von Teilen der Anlagen durch eine Versicherung der illwerke vkw abgedeckt. Das Unternehmen habe entsprechende Versicherungen, um sich gegen Maschinenbruch oder andere technisch bedingte Ausfälle abzusichern. Dass man die Anlagen 2018 drei Monate früher als ursprünglich geplant in Betrieb nehmen konnte, dürfte sich damit allerdings egalisiert haben.

Strittige Mehrforderungen nach wie vor ungelöst

Allerdings zerbrechen sich bei Obervermunt II nicht nur die Techniker, sondern weiterhin auch die Juristen und Bausachverständigen den Kopf. Denn noch immer gibt es keine Lösung rund um die strittigen Mehrforderungen der beauftragten Baufirmen. "Der Schlichtungsprozess läuft nach wie vor. Es gibt noch keine Einigung", so Neuhauser.

Einigung zieht sich seit Jahren hin

Wie mehrfach berichtet hat die aus den Baufirmen Jäger Bau, PORR Bau, G. Hinteregger + Söhne sowie ÖSTU STETTIN bestehende Bau-ARGE für das Obervermuntwerk II Mehrforderungen in zweistelliger Millionenhöhe angemeldet. Die Sache wurde Ende 2017 gerichtsanhängig, da die Bau-ARGE eine diesbezügliche Klage gegen illwerke vkw eingebracht hatte. Im Februar 2018 wurde ein "Ruhen des Verfahrens" vereinbart, man wollte sich außergerichtlich einigen. Vor rund einem Jahr hieß es noch, dass sich die Angelegenheit in das erste Halbjahr 2019 ziehen werde. Ob 2020 eine Lösung zustande kommt, wird sich zeigen.

(Wirtschaftspresseagentur)

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