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Obduktion: Cain wurde durch Schläge getötet

Bregenz, Innsbruck -  Nach der tödlichen Misshandlung des dreijährigen Cain am Samstagabend in Bregenz wurde am Montag die Obduktion durchgeführt. Der Bub ist augrund von "aktiver sehr massiver stumpfmechanischer Gewalteinwirkung" verstorben.
Keine Hinweise bei Jugendwohlfahrt
Zusammenfassung des Livetickers
Bilder von der Pressekonferenz
Hätte man es verhindern können?
Kindes-Misshandlungen in Ö
Täter in der Schweiz vermutet
Bilder: Hier geschah die Tat
Rauch: "Dramatischer Einzelfall"
Kindesmisshandlung in Österreich
BZÖ-Anfrage an Ministerien
Er war ein fröhlicher Bub
In Gedenken an den kleinen Cain
"Deutliche Schwächen des Systems"
Mutter wird psychologisch betreut

Prof. Dr. Walter Rabl der GMI Innsbruck stellte im Zuge der Obduktion des dreijährigen Buben fest, dass dieser durch aktive sehr massive stumpfmechanische Gewalteinwirkung verstorben ist. Das Kind wurde durch Schläge schwerst misshandelt und ist an diesen Verletzungen verstorben.

Die Begutachtung des 2. Kindes (6-jähriger Bub) durch den Gerichtsmediziner ergab ebenfalls schwerste Misshandlungen durch massive stumpfmechanische Gewalteinwirkung. 

Behörden verneinen Misshandlungs-Hinweis

Am Montagnachmittag haben die Behörden erstmals offiziell Stellung genommen. Zwar sei bei der Jugendwohlfahrt in den vergangenen Monaten ein Hinweis über eine mögliche Vernachlässigung des dreijährigen Buben und seines Bruders eingegangen, ein Verdacht auf Misshandlung habe aber nicht vorgelegen, erklärte der Bregenzer Bezirkshauptmann Elmar Zech.

Unterdessen war der mutmaßliche 25-jährige Täter weiter auf der Flucht. Das für Montagabend erwartete Obduktionsergebnis der Kinderleiche sollte weiteren Aufschluss über die Geschehnisse vom Samstag geben.

Neben dem Hinweis auf eine Vernachlässigung der Kinder habe es auch zwei Meldungen einer Angehörigen der Mutter gegeben, dass diese mit einem drogenabhängigen Mann eine Beziehung habe. Informationen darüber, dass der Mann bei der Familie lebte und auf die Kinder aufpasste, hätten aber gefehlt. “Es ist klar, dass der Mann völlig ungeeignet war, Kleinkinder zu betreuen”, erklärte Werner Grabher, Leiter der Jugendwohlfahrt im Amt der Vorarlberger Landesregierung.

Dass niemandem die Misshandlung der Kinder auffiel, konnte sich der Jugendwohlfahrtsleiter nicht erklären: “Nach menschlichem Ermessen muss man sagen, es wird sichtbar, wenn misshandelt wird”. Über welche Zeitdauer sich die Misshandlungen erstreckten, war vorerst nicht bekannt. Die erste Sorge gelte nun dem Bruder des getöteten Kindes und der Mutter. “Wir werden alles unternehmen, um den Betroffenen bei der Bewältigung des Geschehens zu helfen”, betonte er.

Bezirkshauptmann Zech gab seinerseits weitere Details zum Leben des gesuchten 25-Jährigen bekannt. Gegen den Serben, der in Vorarlberg aufwuchs, besteht demnach ein rechtskräftiges Waffenverbot. Im November 2010 sei es zu einem gewalttätigen Vorfall im Elternhaus des 25-Jährigen in Höchst (Bezirk Bregenz) gekommen. Damals wurde ein Betretungsverbot ausgesprochen.

Die geschockte 25-jährige Mutter, die sich zum Tatzeitpunkt bei der Arbeit befand und mit dem Verdächtigen seit einem halben Jahr liiert war, befand sich am Montag im Landeskrankenhaus Bregenz weiter in psychologischer Betreuung. Auch der sechsjährige Bruders des toten Kindes wurde im Spital behandelt. Der Bub sei derzeit nicht schwer verletzt, weise aber Spuren früherer Misshandlungen auf, so eine Krankenhaussprecherin. Bisher konnte die Mutter aufgrund ihres Zustands noch nicht befragt werden, sagte Norbert Schwendinger vom Landeskriminalamt.

Der Tatverdächtige hatte die Mutter am Samstag gegen 16.00 Uhr mit dem Auto zur Arbeit gebracht und sollte sich um die beiden Buben kümmern. Gegen 19.20 Uhr rief der 25-Jährige die Rettung mit der Information, dass das Kind über eine Stiege gefallen sei und nicht mehr atme. Als die Rettung eintraf, befand sich der Mann noch in der Wohnung. Er flüchtete aber vor Eintreffen der Polizei mit dem Wagen seiner Freundin. Die Ermittler vermuten den 25-Jährigen in der Schweiz, da er dort Kontakte habe. Die Fahndung nach ihm ist international ausgeschrieben. Der Serbe ist laut Schwendinger Frühpensionist, als Grund nannte er “körperliche Probleme”. Näheres sei dazu vorerst nicht bekannt.

Unterdessen meldeten sich auch die politischen Parteien zu Wort. Vorarlbergs Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (V) forderte von der Bundesregierung eine Verkürzung der Frist für die Abschiebung krimineller Ausländer. “Ausländische Gewalttäter und Schwerkriminelle, die von klein auf in Österreich aufgewachsen sind, können derzeit erst nach Verurteilung zu einer mindestens zweijährigen unbedingten Haftstrafe abgeschoben werden. Diese Frist muss aus Sicherheitsgründen deutlich verkürzt werden, auf ein halbes bis ein Jahr”, verlangte Schwärzler. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl forderte eine wesentlich stärkere Bekämpfung von Kindesmisshandlung und kündigte ebenso wie Christoph Hagen (B) parlamentarische Anfragen an. Auch die Vorarlberger Oppositionsparteien stellten Anfragen an Schwärzler und Soziallandesrätin Greti Schmid (V).

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