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Obama und Romney bis zum Schluss auf Stimmenfang

Selbst Stunden vor Öffnung der Wahllokale in den USA haben Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney noch verbissen um Stimmen gekämpft. Mit Kundgebungen vor tausenden Anhängern wollten sie am späten Montagabend (Ortszeit) das bis zuletzt ausgeglichene Rennen ums Weiße Haus noch in letzter Minute zu ihren Gunsten drehen.

In der jüngsten Umfrage der “Washington Post” und des Senders ABC erreichte Obama zwar erstmals seit Anfang Juli landesweit wieder 50 Prozent der Stimmen, während Romney nur auf 47 Prozent kam. Doch liegt das Ergebnis wie derzeit nahezu alle Umfragen im Bereich der statistischen Fehleranfälligkeit.

Showdown in den Swing-States

Vor allem in den sogenannten Swing-States, wo sich die Wahl am Dienstag entscheiden dürfte, deuten die meisten Erhebungen auf ein historisch enges Kopf-an-Kopf-Rennen hin. Die Kandidaten und ihre Unterstützer hatten am Montag 15 Veranstaltungen in neun dieser besonders umkämpften Staaten auf dem Programm, um unentschlossene Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

Eine am Montag veröffentlichte Reuters/Ipsos-Umfrage sieht Obama in den Wechselwählerstaaten Ohio, Virginia und Colorado knapp in Führung, während Romney in Florida einen hauchdünnen Vorsprung hat.

Obama wollte nach Auftritten in Wisconsin und Ohio seine letzte große Kundgebung in Iowa abhalten. Dort hatte er im Januar 2008 als Präsidentschaftsbewerber seinen ersten Vorwahlsieg auf dem Weg ins Weiße Haus gefeiert. Danach war die Rückreise in seine Heimatstadt Chicago geplant, wo er am Dienstag mit seiner Familie auf die Wahlergebnisse warten wolle.

Romney fightet bis zum Schluss

Romney hatte nach Stopps in Florida, Virginia und Ohio zum großen Finale in New Hampshire eingeladen. Kurzfristig setzte er aber noch für den Wahltag Auftritte in Pennsylvania und Ohio an. Experten betrachteten Romneys zusätzlichen Stimmenfang am Ende einer gut 17 Monate langen Kampagne als Hinweis darauf, wie knapp das Rennen tatsächlich ist.

Beide Kandidaten setzten am Tag vor der Entscheidung erneut auf die Strahlkraft prominenter Unterstützer. Obama trat in Ohio mit dem Rockmusiker Bruce Springsteen und dem Rapper Jay-Z auf. Romney lud den Sänger Kid Rock zu der Kundgebung in New Hampshire ein.

In einem Radiointerview äußerte der Präsident die Sorge, dass viele seiner Unterstützer den Wahlurnen fernbleiben könnten. “Wir haben genügend Wähler, um zu gewinnen, es ist nur die Frage, ob sie auch kommen”, sagte Obama.

Romney nutzte seine letzten Wahlkampfkundgebungen erneut, um vor einer zweiten Amtszeit für Obama zu warnen. Dieser habe bewiesen, dass er nicht mit dem Kongress zusammenarbeiten könne. Wenn er im Weißen Haus bleibe, drohe ein politischer Stillstand, weil wichtige Probleme nicht gelöst werden könnten. “Das heißt, die Konjunktur friert ein und es werden keine Arbeitsplätze geschaffen”, sagte Romney.

Obama verkündet Change 2.0

Obama bekräftigte bei einem Auftritt in Wisconsin, dass er sich nach seiner Wiederwahl weiter für mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen wolle. “Jeder gibt seinen fairen Anteil, jeder spielt nach den selben Regeln, deshalb habt ihr mich 2008 gewählt und deshalb trete ich für eine zweite Amtszeit an”, rief er mit heiserer Stimme.

Weil die Umfragen sehr nah beieinander liegen, richten sich die Amerikaner auf eine lange Wahlnacht ein. Es galt sogar als möglich, dass das endgültige Ergebnis erst nach Tagen feststeht. Beide Wahlkampflager bereiteten sich nach Medienberichten auf einen möglichen langwierigen Streit um Abstimmungsergebnisse vor und heuerten bereits zahlreiche Anwälte an.

Offiziell beginnt der Wahltag um fünf Uhr morgens Ortszeit (11 Uhr MEZ) mit der Öffnung der Wahllokale im Bundesstaat Vermont. Die Bürger von Hawaii und Alaska sind die Schlusslichter. In Alaska sind die Wahllokale bis 6 Uhr MEZ am Mittwoch geöffnet.

(APA)

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