Nützliche Tipps für Besitzer von Listenhunden

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Eine Hunde-Trainerin gibt Tipps.
Das Leben mit einem Listenhund in Vorarlberg
So gefährlich und teuer sind die Listenhunde

Kampf- bzw. Listenhunde haben es zuletzt leider immer wieder in die Negativ-Schlagzeilen geschafft. Listenhunde sind Hunde, die per Gesetz als gefährliche oder potentiell gefährliche Hunde angesehen werden. Damit Übergriffe auf Kinder oder Bissverletzungen künftig weniger oft passieren, gibt die tierschutzqualifizierte Hundetrainerin und Verhaltensbiologin Ursula Aigner Tipps für Besitzer von Listenhunden.

Worauf es ankommt:

  • Tipp 1: Beschwichtigungs-Signale des Hundes erkennen

Immer wieder erkennen Halter die Bedürfnisse ihrer Tiere nicht. Dazu kommt, dass sie hündische Verhaltensweisen nicht verstehen. “Ein Hund kommuniziert ständig über seine Körpersprache. Wenn ich das Ausdrucksverhalten des Hundes lesen kann, erkenne ich auch, wann er Stress hat. Das sind zuerst “leise” Beschwichtigungs-Signale wie Kopf-Wegdrehen, Über-die-Lippen-Lecken, Ausweichen-Versuchen bis hin zum Erstarren. Wenn wir diese Signale überhören, dann kommen erst die “lauten” Signale wie Knurren, Lefzen hochziehen und letztendlich Schnappen oder gar Beißen. Wichtig ist zu wissen: Ich kann laute Signale verhindern, indem ich schon auf die leisen höre”, erklärt Ursula Aigner.

  • Tipp 2: Maulkorbtraining

Ganz wichtig ist das entsprechende Training mit dem Maulkorb, besonders seit Einführung der Maulkorbpflicht für so genannte Listenhunde. Grundlage für ein effizientes Verhaltensmanagement ist immer das belohnungsorientierte Training. “Viele Hunde fühlen sich durch den angelegten Maulkorb verunsichert oder eingeschränkt. Sie sind es einfach nicht gewohnt, den Maulkorb im Gesicht zu spüren. Hier ist es besonders wichtig, das Tragen des Maulkorbs mit Lob und Futterbelohnungen zu üben, damit sich der Hund möglichst wohl fühlen kann.” Mit einem positiven Training kann der Hund lernen, dass damit auch Angenehmes verbunden sein kann. “Das braucht ein bisschen Geduld und auch Geschick (etwa um Leckerlis durch den Maulkorb zu stecken), ist aber ganz wichtig, um den Hund ganz grundsätzlich entspannt durch öffentliche Bereiche zu führen”, so Aigner.

  • Tipp 3: Den Hund aus Stresssituationen “retten”

Was kann ich tun, wenn mein Hund bei der Begegnung mit anderen Hunden oder auch Menschen bellt bzw. aufgeregt oder gar aggressiv reagiert? “Ich muss meinem Hund nicht jede Begegnung zumuten. Ich kann z.B. rechtzeitig die Straßenseite wechseln, wenn ich sehe, dass ein anderer Hund entgegenkommt”, erklärt Ursula Aigner. Wichtig dabei ist, ruhig und gelassen rechtzeitig auszuweichen, den Hund zu loben und zu belohnen. Das funktioniert übrigens auch bei ganz klassischen Konfliktsituationen wie beim Aufeinandertreffen von Hunden mit Radfahrern, Joggern etc. wunderbar: Hunde merken, dass ihr Mensch gemeinsam mit ihnen überfordernden Situationen aus dem Weg geht und ihnen damit Sicherheit vermittelt. So lernen sie, den Entscheidungen ihrer Besitzer zu vertrauen. Damit sinkt mit der Zeit der Stress in solchen Begegnungen – für Hund und Mensch.

  • Tipp 4: “Splitten”

Wenn zwei Hunde oder Menschen zu nahe beieinander sind, könnte das aus Sicht des Hundes in einen Konflikt münden. Um dies zu vermeiden, versuchen manche Hunde, zu “splitten”, sich also zwischen Hunde oder Menschen zu stellen. Man kennt das von Umarmungen von Menschen, bei denen Hunde dazwischen springen: Das wird von uns dann oft als “Eifersucht” oder gar “Dominanz” fehlinterpretiert. In Wahrheit versuchen sie spontan, einen vermeintlichen Konflikt zu lösen. Wichtig für das Training ist: Ich kann das Splitten auch als Hundehalter gut nutzen. “Wenn ich eine potenzielle Stresssituation für meinen Hund sehe, kann ich meinen Hund so herausführen, dass ich letztendlich helfend dazwischen stehe”, erklärt Ursula Aigner. “Damit trage ich zur Lösung schon viel bei, und der Hund fühlt sich nicht mehr so verantwortlich.” Anwendbar ist dies in ganz vielen Alltagssituationen, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln: Indem sich ein Halter in ein ruhiges Eck zwischen den Hund und den Rest der Passagiere stellen, kann er die Situation für das Tier angenehmer machen.

(Presseaussendung von Vier Pfoten gemeinsam mit Hundetrainerin Ursula Aigner)

Listenhunde in Vorarlberg

  • Bullterrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Mastino Napoletano
  • Mastin Espanol
  • Fila Brasileiro
  • Argentinischer Mastiff
  • Mastiff
  • Bullmastiff
  • Tosa Inu
  • Bordeaux Dogge
  • Dogo Argentino
  • Ridgeback
  • Kreuzungen Bandog und Pitbullterrier
  • Hunde aus Kreuzungen der genannten Rassen und Kreuzungen

Bei Listenhunden werden Maulkorb, Leinenzwang und/oder Verwahrungsauflagen mittels Bescheid vorgeschrieben.

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