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NÖ: "Besorgniserregende" Wolf-Sichtung im Bezirk Gmünd

NÖ: Wolf im Bezirk Gmünd gesichtet.
NÖ: Wolf im Bezirk Gmünd gesichtet. ©Canva (Symbolbild)
In Niederösterreich ist am Mittwoch ein Wolf gesichtet worden. Ort war ein Siedlungsgebiet in Pürbach, einer Kastralgemeinde von Schrems (Bezirk Gmünd). Das Tier sei seelenruhig auf der Hauptstraße bei einem Bahnübergang spaziert, so Augenzeuge Rene Koppensteiner laut ORF NÖ.

Das Tier sei seelenruhig auf der Hauptstraße bei einem Bahnübergang spaziert, schilderte Augenzeuge Rene Koppensteiner dem ORF NÖ. Der Wolfsbeauftragte Aldin Selimovic bezeichnete den Vorfall im APA-Gespräch als "besorgniserregend". Weitere Maßnahmen werden geprüft, teilte der NÖ Jagdverband mit. Indes wurde eine weitere mögliche Sichtung aus dem Bezirk Zwettl bekannt.

Wolf-Sichtung im Bezirk Gmünd

Der Wolf sei über eine Wiese gelaufen, schilderte Koppensteiner laut ORF NÖ. Der Mann war den Angaben zufolge zufällig mit dem Auto vorbeigekommen und hatte die Sichtung fotografiert. Es sei ein ausgewachsenes Tier gewesen, nach ein paar Minuten sei es wieder Richtung Wald verschwunden. Bei dem Vorfall in Pürbach handelt es sich laut dem Wolfsbeauftragten um eine gut dokumentierte Sichtung - bisher habe es überwiegend Meldungen ohne Foto- oder Videonachweis gegeben.

Wolfsbeauftragter: "Kein normales Verhalten"

Wenn ein Wolf tagsüber - trotz genug Ausweichmöglichkeiten - durch den Ort laufe und nicht ängstlich wirke, sei das "kein normales Verhalten", sagte Selimovic zur APA. Ursachen dafür könnte eine Verletzung oder Krankheit sein. Das Tier könnte aber auch im Müll oder in einem Kompost- oder Misthaufen nach Futter suchen, sagte der Wolfsbeauftragte vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie. Er empfahl, die Situation im Auge zu behalten und im Fall einer erneuten Sichtung im Ort das Verhalten des Wolfs genau zu beobachten, bevor eventuell weitere Maßnahmen ergriffen werden.

"Der Fall wurde dem zuständigen Jäger gemeldet, der entscheidet, ob das Tier vergrämt oder entnommen wird", hieß es vom NÖ Jagdverband auf APA-Anfrage. Verwiesen wurde auf die neue, mit 3. April in Kraft getretene Wolfsverordnung, die Maßnahmen gegen "Problemwölfe" wie Vergrämung oder Abschuss nun rascher und unter genauen Vorgaben ohne vorherige behördliche Anordnung möglich macht.

Warn- oder Schreckschüsse

Bei "unerwünschtem Verhalten" dürfe der Jäger den Wolf mit Warn- oder Schreckschüssen an Ort und Stelle vergrämen, um das Tier zur Flucht zu veranlassen, hielt der Jagdverband fest. Zeige das Tier "problematische Verhaltensweisen", etwa eine "unprovozierte Aggressivität gegenüber Menschen", habe innerhalb von vier Wochen im Jagdgebiet eine Entnahme zu erfolgen. Jede Maßnahme sei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft (BH) zu melden. Dabei müssten die relevanten Umstände des Einschreitens sowie die Art und Weise dargelegt werden.

Wolfssichtungen seien direkt an den Jäger vor Ort, die örtlich zuständige BH oder den Magistrat, die Wildtierinfo oder - bei Vorliegen einer Gefahrensituation - an die nächste Polizeidienststelle zu melden, informierte der NÖ Jagdverband. Die Information werde an den Jagdausübungsberechtigten weitergegeben.

Weitere mögliche Wolfsichtung im Raum Gerweis

Nach der Sichtung in Pürbach wurde am Donnerstagabend ein weiteres mögliches Auftreten eines Wolfs im Raum Gerweis (Bezirk Zwettl) medial bekannt. Ein der "Kronen Zeitung" vorliegendes und auch auf Facebook kursierendes Video zeigt einen über einen Acker laufenden Vierbeiner. Die Aufnahme dürfte vom (gestrigen) Mittwochabend stammen. Gerweis, eine Katastralgemeinde von Echsenbach, liegt etwa zehn Kilometer Luftlinie von Pürbach entfernt.

(APA/Red)

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