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Nicht ohne meinen Sohn!

Lustenau – Seit über 5 Jahren kämpft der Scheidungsvater Helmut Zeiner für das Recht seinen inzwischen 6-jährigen Sohn regelmäßig sehen zu können. Im VOL-at-Interview spricht er offen über die Hürden, die Vätern in Österreich in den Weg gestellt werden und die Hoffnung sein Kind wieder in die Arme schließen zu können.
Scheidungsvater Helmut Zeiner
Hannes Hausbichler; Männerpartei

Ein Rückblick: die Ehepartner Zeiner lebten im Jahr 2006 bereits getrennt, haben jedoch den gemeinsamen Sohn Benjamin, der 2005 geboren wurde. Helmut Zeiner, gebürtiger, zog nach der Trennung von seiner Gattin wieder von Wien ins nach Lustenau zurück. Der Kontakt zu seinem Sohn ist ihm sehr wichtig und sollte nicht abbrechen. Zeiner pendelte daher regelmäßig zwischen den Bundesländern. Bei der Regelung der Obsorge beantragte Helmut Zeiner das Sorgerecht – erhielt jedoch nur ein Besuchsrecht zugesprochen. Vor Gericht brachte die Kindsmutter laut Zeiner unterschiedliche, haltlose Anschuldigungen vor, nach welchen sie ein Besuchscafé für ein Treffen mit Benjamin als besser erachtete. Die zuständige Richterin am Bezirksgericht Schwechat stimmte daraufhin dem Antrag der Mutter zu.

Helmut Zeiner beteuert gegenüber VOL.at, dass er noch nie straffällig geworden sei, nicht gewalttätig ist und es auch sonst keine Gründe für ein derartiges Misstrauen ihm gegenüber gäbe. Ein Kontakt mit seinem Sohn in einem Besuchscafé ist laut Zeiner nur mit einer Begleitperson möglich, worauf hin er regelmäßig Benjamins Großvater mit zu den Besuchen nach Wien nahm.

„Nicht selten ist es vorgekommen, dass Benjamin ‚zufällig‘ genau an den Besuchsterminen krank geworden ist – besonders vor Feiertagen“, schildert Helmut Zeiner. Eine ärztliche Bestätigung hätte er dafür in den letzten 5 Jahren nie zu sehen bekommen, jedoch ‚durfte‘ er für den Besuchskontakt bis 2009 regelmäßig 39 Euro proangefangene Stunde an die betreffende Institution bezahlen – auch wenn das Kind nicht zu den Terminen gebracht wurde.

Im Jahr 2007 wurde von der Kindsmutter über Zainer’s Anwältin ein psychologisches Gutachten beantragt. Die Kosten wurden dem Kindsvater in Rechnung gestellt, da die Kindsmutter Verfahrenshilfe genießt. Das Gutachten ergab keine Auffälligkeiten und daher beantragte Helmut Zeiner 2009 die Ausweitung des Besuchsrechts Die Mutter von Benjamin wusste dies jedoch durch verschiedene Vorwände zu verhindern.

Scheidung und Sorgerecht

2008 kam es zu einer einvernehmlichen Scheidung der Ehepartner und Zeiner wurde ein Besuchsrecht zugesprochen. Im Jänner 2009 beantragte Helmut Zeiner die Ausweitung des Besuchsrechts, welches durch die Kindsmutter jedoch durch nicht nachgewiesene Anschuldigungen verhindert wurde. „Sie sagte aus, dass ich Benjamin nichts zu essen gegeben hätte und ihn nicht wickeln würde. Zudem behauptete sie, dass ich sie bedroht und geschlagen hätte“, sagt Helmut Zeiner. Daraufhin kam es zu einem Bruch in der Beziehung zwischen Vater und Sohn. „Ich habe Benjamin zuletzt im Juli 2009 gesehen, wo er sich mir gegenüber plötzlich völlig anders verhielt“, so der Kindsvater. Der damals 4-Jährige versteckte sich hinter seiner Mutter und weinte, als erzu seinem Vater sollte. „Ich hatte keine Chance an ihn heran zu kommen“, führt er weiteraus. Helmut vermutet, dass Benjamin von seiner Mutter manipuliert wurde. Der Junge war eingeschüchtert und hatte plötzlich Angst vor seinem Vater. „Was hätte denn sonst sein sollen? Ich arbeite in Vorarlberg und bin lediglich für die Besuche meines Sohnes nach Wien gefahren“, empört sich Helmut Zeiner. Er informierte, so wie in sämtlichen Belangen, das Jugendamt und das Bezirksgericht. Das Jugendamt in Wien schlug wieder ein Besuchscafé vor, welches wiederum von der Mutter abgelehnt wurde. Noch im selben Jahr beschloss Helmut Zeiner den Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch zu kontaktieren, welcher ihm zu einem neuen Anwalt riet.

Monat über Monat vergeht…

Im Oktober 2009 beantragte die Kindsmutter ein zweites psychologisches Gutachten. „Es war offensichtlich, dass sie versuchte Zeit zu schinden“, erklärt der Kindsvater. Das Bezirksgericht Schwechat, dieselbe Familienrichterin, sprach dem Vater den sofortigen Kontakt mit dem Kind zu. Ende 2009 wurde ein Sozialarbeiter eingeschaltet, der sich Benjamin annahm. In einem Telefonat bestätigte er Zeiner, dass das Kontaktgespräch mit dem Jungen positiv verlaufen wäre. Es wurde jedoch noch ein zweites Gespräch durchgeführt, welches dann aber negativ verlief. Er riet in Folge dessen dringend von einem Besuchskontakt zwischen Vater und Sohn ab. „Ich habe daraufhin diesen Sozialarbeiter telefonisch kontaktiert, um zu erfahren wie sich dieses Bild ‚auf einmal‘ so verschlechtern konnte – er legte mir das Telefon auf“, schildert der Kindsvater. Auch dem Bludenzer Anwalt hätte der Sozialarbeiter ein Gespräch verweigert.

Das Ergebnis des zweiten kinderpsychologischen Gutachtens im Mai 2010 belastete dann die Kindesmutter: Ihr wurde eine Verletzung der Obsorgepflicht und inkooperatives Verhalten dem Vater gegenüber vorgeworfen. Das Gutachten stellte auch die Forderung nach einem anderen Besuchscafé (Wiener Familienbund). Im Juli 2010 führte Zeiner ein erste Gespäch mit dem Wiener Familienbund. Die Kindsmutter, welche unmittelbar in der Nähe wohnte, fand sich erst im September 2010 an der betreffenden Stelle ein. Im selben Jahr wurde vom Gericht ein Kinderbeistand bestellt.

Einstweilige Verfügungen gegen Kindsmutter

Die Kindsmutter wurde noch im Oktober 2010 die erste ‚Einstweilige Verfügung‘ zugestellt, da sie dem Vater immer wieder das Besuchsrecht verwehrte. Inzwischen erfuhr der Kindsvater von der Möglichkeit einer Beugestrafe zur Durchsetzung des Besuchsrechts. Da diese aber wiederum von der Mutter angefochten werden konnte, vergingen weitere Monate in denen Zeiner sein Kind vorenthalten wurde. Insgesamt erhielt die Kindsmutter sechs jener ‚Einstweiligen Verfügungen‘ und meldete sich zeitweise bei der Post ihres Wohnorts als ortsabwesend. Somit kam es zu weiteren Verzögerungen, da sie den Briefverkehr des Bezirksgerichts nicht entgegen nehmen konnte. „Es wird dieser Verschleppung einfach keinen Riegel vorgeschoben“, sagt der Kindsvater. Die Kindsmutter eröffnete, dass sie vielleicht vor hätte ins Ausland zu ziehen und das Kind mitzunehmen.

Erstes Treffen nach zwei Jahren

In der Zwischenzeit sah Helmut Zeiner seinen Sohn Benjamin nicht mehr und beantragte im März 2011 erneute das Obsorge Recht. Durch den neuen Antrag kam es nach dieser langen Zeit der Entfremdung zu Benjamin Ende Juni 2011 endlich wieder zu einem Kontakt beim Wiener Familienbund. Dafür ‚durfte‘ der Kindsvater wieder bezahlen – inzwischen 44 Euro pro angefangene Stunde.

Helmut Zeiner stellte zudem einen Antrag, dass die von der Kindsmutter verursachten Kosten von ihr selbst übernommen werden sollten. Der nächste Besuchskontakt soll am 6. August 2011 in Wien stattfinden. „Die Kindsmutter hat bereits angekündigt, dass sie ab dem 13. August 2011 in ‚Urlaub‘ wäre, für mehrere Wochen. Dies ist der nächste Ausweichtermin, falls mein Sohn wieder einmal ‚unverhofft‘ krank werden würde“, prognostiziert der verzweifelte Vater.

Inzwischen hat Helmut Zeiner die Kindsmutter wegen Urkundenfälschung angezeigt. Sie hätte bei einem Antrag auf Kinderzuschuss bei der VGKK seine Unterschrift gefälscht. Helmut Zeiner setzte sich aufgrund des Verdachts von Befangenheit der zuständigen Familienrichterin am Bezirksgericht Schwechat für einen neuen Familienrichter ein. Es wurde trotzdem wieder dieselbe Richterin bestellt.

„Ich empfinde das Ganze als absichtliche Denunzierung und finanzielle Ruinierung seitens der Kindsmutter und der Staat unterstützt sie noch dabei“, resümiert Helmut Zeiner. „Wenn sich Politiker andauernd über die äußerst guten Zustände bezüglich der Väterrechte in unserem Land Österreich äußern, könnte ich einiges entgegenhalten“, hält er abschließend fest.

Kein Einzelfall

Helmut Zeiner ist kein Einzelfall in Österreich, auch nicht in Vorarlberg. Es laufen unzählige Verfahren aufgrund falsch verstandener Rechte, die ursprünglich beiden Elternteilen zu gleichen Teilen zukommen sollten. Das Recht des Kindes auf beide Elternteile könnte in manchen Fällen ernster genommen werden.

Interview mit Helmut Zeiner, Scheidungsvater

Interview mit Hannes Hausbichler, Landesvorsitzender Männerpartei Vorarlberg

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