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"Nicht-Gehen-Können ist oft das kleinere Problem": Anna Reiter läuft den Wings for Life Run mit Exoskelett

Anna Reiter braucht noch fremde Hilfe, damit sie mit dem Exoskelett gehen kann.
Anna Reiter braucht noch fremde Hilfe, damit sie mit dem Exoskelett gehen kann. ©APA/Tech2people.at
Die 26-jährige Anna Reiter ist seit vier Jahren querschnittsgelähmt und wird trotzdem am Sonntag am Wings for Life Run in Wien mitlaufen. Möglich macht dies ein Exoskelett und wöchentliche Therapiestunden. VIENNA.at hat nachgefragt.
"Macht so ein Leben überhaupt Sinn?"

Als erste Frau wird die 26-jährige Anna Reiter am Sonntag beim Wings for Life Run mit einem Exoskelett antreten, das auch Querschnittgelähmten eigene Schritte ermöglicht. Ebenso an den Start geht tech2people-Gründer Gregor Demblin, der bereits im Vorjahr derart ausgerüstet den Lauf absolviert hat. Reiter ist Teilnehmerin am Therapieprogramm von Demblin.

Eigene Schritte dank Exoskelett

Die 26-jährige Oberösterreicherin ist seit einem Fahrradunfall 2015 querschnittsgelähmt. Seit Dezember kann sie dank Exoskelett zum ersten Mal seit ihrem Unfall eigene Schritte gehen. Sie trainiert wöchentlich bei tech2people und steigert dabei stetig die Schrittanzahl. Trotz ihres Unfalls steht die 26-Jährige mit beiden Beinen im Leben und arbeitet als biomedizinische Analytikerin in einem Krankenhaus.

VIENNA.at: Wie ging es Ihnen nach dem Unfall und wie verarbeiteten Sie ihre Situation? 

Reiter: Ich war und bin psychisch sehr gut drauf. Habe große Unterstützung von meiner Familie, meinem Freund und meinem Freundeskreis. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben. Für einen selber ist es oft leichter zu bewältigen, da man selbst das Bestmögliche tun kann, um die Situation zu ändern und das Bestmögliche herauszuholen. Die Familie kann nur zusehen und nicht aktiv mitwirken.

Was veranlasste Sie dazu, die Therapie mit dem Exoskelett zu versuchen?

Reiter: Ich habe die Ausschreibung für ein Probetraining im tech2people-Therapiezentrum zufällig in der Zeitung gelesen und mich sofort angemeldet. Ich bin der Meinung, dass die Gangtherapie mit dem Exoskelett eine der besten Therapien ist. Ich erhalte dadurch ein besseres Wohlbefinden, ein Kreislauf- und Muskeltraining. Alles wird gedehnt, was mir sehr gegen die Spastiken hilft. Das Nicht-Gehen-Können ist oft das kleinere “Problem”, da sich alles ändert: Körperhygiene oder den Haushalt zu erledigen – daher sind die positiven gesundheitlichen Auswirkungen für mich besonders wichtig.

Wie sieht ihre Therapie aus?

Reiter: Ich besuche einmal pro Woche das tech2people-Therapiezentrum für eine Therapiestunde. Diese verläuft sehr individuell und wird an meine Tagesverfassung angepasst. Ein Therapeut ist immer dabei und durchläuft mit mir das eigens entwickelte Therapieprogramm. Manchmal verläuft die Stunde fordernd, manchmal eher lockerer. Ich gebe allerdings jedes Mal mein Bestes, um viele Fortschritte zu erwirken.

Anna Reiter beim Training mit dem Exoskelett.
Anna Reiter beim Training mit dem Exoskelett. ©tech2people.at

Haben Sie in der Zeit vor Ihrem Unfall Sport ausgeübt?

Reiter: Ich war vor meinem Unfall sehr sportlich. Ging wandern, klettern, Rad fahren, Klettersteige.

Was bedeutete für Sie der Verlust der Mobilität?

Reiter: Zu Beginn war es sehr schlimm für mich, da ich der Meinung war, ich könne nichts mehr davon ausüben. Das ist allerdings nicht ganz richtig. Es geht zwar nicht mehr in dem Ausmaß wie früher, aber es ist trotzdem vieles möglich. Den Berg erklimme ich auf Forstwegen mit meinem Zuggerät, in der Kletterhalle war ich schon klettern, fürs Radfahren gibt es Handbikes.

Glauben Sie, dass Sie eines Tages mit einem Exoskelett den Alltag bewältigen können?

Reiter: Ich bin der Meinung, dass sich diesbezüglich noch sehr viel tun wird. Und irgendwann wird es bestimmt möglich sein, das Exoskelett im Alltag zu verwenden.

Was sind Ihre Ziele?

Reiter: Zurzeit sehe ich das Exoskelett mehr als Training, auch um meinem Ziel, vielleicht irgendwann einmal ein paar Schritte ohne Hilfe zu bewältigen, etwas näher zu kommen.

Über den Wings For Life World Run

Der weltweite Wings For Life World Run findet am Sonntag (5. Mai) zum sechsten Mal statt. In Wien haben sich zum Event zugunsten der Rückenmarkforschung 13.500 Personen angemeldet, die Veranstaltung ist ausverkauft. Aber mit der Wings For Life World Run App kann jeder bei Bezahlung einer Startgebühr von 20 Euro als offizieller Teilnehmer des Laufs auf einer individuellen Strecke mitmachen.

(APA/red)

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