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Neuling nur fürs System

Bregenz -  Lebenserfahrene Lehrpersonen braucht das Land. Damit kann Rosemarie Hammerer dienen.
Sie wird heute weder rot werden, noch nervös ihre ersten Begrüßungsworte stammeln. Rosemarie Hammerer wird zum heutigen Schulauftakt ruhig und trotzdem vollgepumpt mit dem erfrischenden Zauber eines Anfangs vor ihren Schülerinnen an der HLW Riedenburg stehen. An ihrem ersten Tag als reguläre Lehrerin.

Der Startschuss

Dabei ist die gebürtige Wolfurterin mit ihren 43 Jahren ganz und gar kein pädagogischer Frischling. „Ich hab ja ganz normal in Innsbruck Englisch und Latein fürs Lehramt studiert.“ Doch dann entwickelten sich die Dinge im Leben der Rosemarie Hammerer etwas abseits von „normal“. 1991 begab sie sich zwecks Auslanderfahrung für ein Jahr nach Leeds in England. Es war der Startschuss für ein ziemlich aufgeregtes und kurzweiliges Leben im Dienste der Pädagogik. „Ich erwarb dort die Qualifikation fürs reguläre Unterrichten und tat das dann für vier Jahre.“ Dann, im Jahre 1995, packte Hammerer das Fernweh und die Lust auf Neues. Es ging ab für sie auf die Malediven, wo sie sich als Lehrerin im Rahmen eines Entwicklungsprojektes verdient machte.

Spanien, Italien

Es folgten Aufenthalte in Spanien, Venedig und Griechenland. Dort bastelte die Wolfurterin an einem „European Master of Art in Human Rights“, während sie zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts immer wieder Englisch unterrichtete. 2003 ging’s zurück nach England. In London wirkte sie an einem Schulprojekt für schwer erziehbare und gewaltbereite Jugendliche mit. „Diese Erfahrungen waren sehr eindrücklich“, blickt sie nachdenklich in die Ferne. Erfahrungen sammelte sie später auch in der britischen Schulverwaltung und in der Erwachsenenbildung, ehe die Regierung mit ihrem Sparprogramm zahlreichen Programmen ein Ende bereitete.

Das Zeichen

Das schien für Rosemarie Hammerer wie ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, „endlich zurück nach Hause zu kommen. Die Zeit dafür war einfach reif. Und ich bin jetzt wirklich glücklich, wieder in Vorarlberg gelandet zu sein.“ Ihrer Tätigkeit als reguläre Lehrerin an der Riedenburg sieht die 43-Jährige mit großer Freude entgegen. Sie absolvierte ja bereits im vergangenen Jahr ihr Praktikum. Dass sie das mit ihrer Erfahrung überhaupt musste, offenbart eine der Absurditäten im österreichischen Bildungssystem. Doch Rosemarie Hammerer nimmt’s locker. „Ich habe mir durch meine zahlreichen Tätigkeiten viel Gelassenheit angeeignet.“ Die wird sie auch brauchen. Denn auch bei ihrer gehaltsmäßigen Einstufung spielt das Bundes- System verrückt. Man will sie als Anfängerin in Stufe eins anstellen. Und das in Zeiten, wo händeringend erfahrene Pädagogen gesucht werden.

Zur Person: Rosemarie Hammerer

  • Geboren: 1. Oktober 1967
  • Wohnhaft: Bregenz
  • Familie: ledig
  • Beruf: AHS-Lehrerin
  • Hobbys: Lesen, Sprachen
  • Lieblingsessen: Mamas Marillenknödel
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