AA

Neues Biotech-Forschungszentrum in Wien

Der neue Komplex in Heiligenstadt soll rund 2.000 Menschen Arbeit bieten - Hauptmieter wird der US-Biotech-Konzern Baxter werden.

Der US-amerikanische Biotech-Konzern Baxter wird ab 2007 den Standort Wien zu einem seiner großen Forschungszentren ausbauen. Diese Entscheidung gaben am heutigen Mittwoch Bürgermeister Michael Häupl (S), Baxter-Österreich-Vorstand Friedrich Dorner und Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder in einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. In dem von der Stadt errichteten Biotech-Zentrum werden insgesamt 2.000 Personen Arbeit finden, bis zu 600 allein bei Baxter.

Der Konzern wird, laut Dorner, seine internationalen Forschungs- und Entwicklungsstandorte von über 100 auf „eine Hand voll“ konzentrieren. Einer der glücklichen Auserwählten wird dabei die Bundeshauptstadt sein, die sich gegen Konkurrenz wie Singapur und Berlin durchsetzte.

Unter den Top 25 Biotech-Standorten

„Das ist ein ungeheurer Sprung vorwärts für den Biotechnologie-Standort Wien“, so ein stolzer Bürgermeister. Auch Rieder feierte die Entscheidung als „einen international anerkannten Sieg im Wettbewerb der Standorte“. Man gehöre damit zu den 25 besten Biotech-Standorten weltweit.

„Baxter konnte sich dem Offert der Stadt Wien nicht entziehen“, so Dorner, der selbst Wiener ist. Das heimische Angebot sei zwar „finanziell nicht das beste“ gewesen, so der Baxter-Manager, aber die Rahmenbedingungen hätten gestimmt.

Die Möglichkeit, eine fertige Immobilie zu mieten und nicht selbst errichten zu müssen, sei ein starkes Argument für Wien gewesen. Auch sei die Bundeshauptstadt der einzige Standort mit der Nähe zu einer Uni gewesen. „Es wird ein Traum Wirklichkeit, ein Forschungszentrum direkt an der Uni zu haben“, freute sich Dorner.

Biotech-Zentrum in Heiligenstadt

In der Muthgasse in Döbling (-> Stadtplan) wird ab dem kommenden Frühjahr bis 2007 ein Biotechzentrum auf 40.000 Quadratmetern entstehen. „Dies ist eine Standortbindung von Baxter über zehn Jahre hinaus“, war Thomas Jakoubek von der verantwortlichen Wiener Stadtentwicklungsholding überzeugt. Das Investitionsvolumen für den Komplex belaufe sich dabei auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Dorner stellte weiters klar, dass das Baxter-Forschungszentrum in Orth an der Donau nicht geschlossen, sondern für die Konzentration auf neue therapeutische Gebiete ausgebaut werde. Allerdings würden zahlreiche Wissenschafter aus Orth und den Standorten Stadlau und Wien-Wagramer Straße am neuen Standort zusammengezogen.

Der Baxter-Chef hofft auf einen Ausstrahleffekt seines Unternehmens: „Wir hoffen, dass sich zahlreiche Start-Ups im Biotechnologie-Zentrum ansiedeln werden“. Rund 60 Unternehmen aus dem Life-Science-Sektor haben gegenwärtig ihren Sitz in Wien und beschäftigen dabei 6.500 Menschen.

Redaktion: Bernhard Degen

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Wien Aktuell
  • Neues Biotech-Forschungszentrum in Wien
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.