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Neuer Sensor für Blinde

Mit Hilfe eines neuartigen Handsensorgeräts sollen Blinde zukünftig ihre Umwelt virtuell ertasten können. Ein 3-D-Sensor tastet die Umgebung des Blinden automatisch ab.

Menschen und Gegenstände werden erfasst und die Informationen an Stifte im Handgriff des Gerätes übermittelt, wo sie der Blinde mit den Fingern ertastet.

Die Entwickler des Gerätes Thomas Leberer und Axel Dickschat erläuterten, es gebe bisher lediglich den Blindenstock oder Entfernungsmessgeräte, mit deren Hilfe Blinde oder stark sehbehinderte Menschen sich ihre Umwelt ertasten können. „Der Blindenstock hat aber den Nachteil, dass er zum Beispiel einen Baum zwar signalisiert, eventuell in Höhe des Gesichts des Blinden wachsende Äste aber natürlich nicht“, sagte Dickschat. Auch Mauervorsprünge in Höhe des Kopfes oder sich bewegende Hindernisse könnten die Betroffenen bisher nicht erkennen und seien so ständiger Unfallgefahr ausgesetzt.

Mit dem von Leberer in fünfjähriger Entwicklungszeit realisierten Gerät, dem er die Bezeichnung „feelix“ gab, wird dieser Schwachpunkt nun überwunden. Der Blinde kann Hindernisse nicht nur als solche erkennen, sondern die Informationen über die Stifte wie in Blindenschrift ablesen. Dadurch ist es laut Dickschat möglich, zum Beispiel Umfang und Höhe von Gegenständen zu vermitteln. „Bisher mussten die Betroffenen zum Beispiel einen Tisch im Raum mit den Händen erforschen, jetzt wird berührungsloses Ertasten möglich“, so Dickschat. Das Gerät könne sogar die Struktur der Oberfläche von Objekten erkennen.

Leberer und Dickschat, die eigens das Unternehmen Scylab medic für Produktion und Vermarktung des Gerätes gegründet haben, wollen noch in diesem Jahr mit der Serienproduktion des Gerätes beginnen. Der Markt, in dem sie agieren wollen, könnte gigantisch sein: Weltweit gibt es rund 45 Millionen Blinde und etwa 135 Millionen Menschen mit einer Sehkraft von weniger als 20 Prozent, was per Definition eine starke Sehbehinderung ist. Leberer und Dickschat schätzen, dass ihr Gerät etwa 5.000 Euro kosten wird.

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