AA

Neue Wege auf Piazzollas Spuren

Caminos Nuevos begeisterten das Publikum im Theater am Saumarkt
Caminos Nuevos begeisterten das Publikum im Theater am Saumarkt ©Henning Heilmann
Dynamischer Auftritt von „Caminos Nuevos“ im Theater am Saumarkt
Caminos Nuevos im Theater am Saumarkt 2022

FELDKIRCH Nomen est omen: Im Quartett ging das Tangoensemble „Caminos Nuovos“ im Theater am Saumarkt neue Wege der musikalischen Inszenierung des Tango nuevo und entfachte ein furioses Feuerwerk aus Rhythmik, Improvisation und Leidenschaft.

Im dritten Anlauf aufgrund der Coronamaßnahmen, wurde das Tangoensemble schon sehnsüchtig vom Publikum erwartet. Der Akkordeonvirtuose Raphael Brunner, welcher im Vorjahr in anderer Besetzung schon einmal im Saumarkt Tango Nuevo erklingen ließ, hatte auch heuer wieder sehr talentierte tangobegeisterte Musiker um sich geschart. Monica Tarcsay an der Violine, Juan Carlos Díaz an der Querflöte und Altflöte sowie Stefan Greussing am gesamten Schlagwerk vom Schlagzeug bis hin zur Marimba, entfachten ein furioses rhythmisches und harmonisches Tangofeuerwerk.

Vielseitige Vorbilder

Ein Großteil des Abends war dem argentinischen Bandoneonspieler und Komponisten Astor Piazzolla gewidmet, der als Begründers des weiterentwickelten Tango Nuevo gilt. Anspruchsvolle Kompositionen des großen Wegbereiters aus Südamerika paarten sich, ganz im Sinne der Erneuerung, mit zeitgenössischen Elementen aus Folklore und Jazz.
Das gesamte Quartett versprühte eine schier unbändige Spielfreude und Begabung.

Reise zu den Meistern

Die musikalische Reise begann mit Richard Gallianos abwechslungsreicher „Viaggio“, gefolgt vom Initiator des Tango nuevo Astor Piazzolla, dessen große Meisterwerke „Oblivion“, „Escuaolo“ (Der Haifisch) und „Soledad“ (Die Einsamkeit) inszeniert wurden. Die Zuhörer erlebten einen rund 90minütigen, sich impulsiv steigernden Konzertabend, der durch meisterhafte Eigenkompositionen der Mitglieder des Ensembles gespickt war.

Aufregende Facetten

Raphael Brunner wechselte zwischen rasant-impulsiven und melancholischen Passagen am Akkordeon. Von lieblich bis explosiv: Juan Carlos Díaz ließ auf seinen Flöten ebenso vielseitige Klangfarben und Facetten erklingen wie Monica Tarcsay auf der Violine. Greussing gelang es, dem gesamten Schlagwerk mit filigraner Technik immer wieder neue Nuancen zu entlocken, einschließlich einer virtuosen Bearbeitung der Becken. HE

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Feldkirch
  • Neue Wege auf Piazzollas Spuren