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Neue Lymphdrüsenkrebs-Therapie

Eine neue Therapie in der Behandlung von Lymphdrüsenkrebs soll bei der zweithäufigsten Art dieser Erkrankung das Sterblichkeitsrisiko halbieren und das krankheitsfreie Leben von Betroffenen um drei Jahre verlängern.

Als einen „Meilenstein“ in der weiterführenden Therapie bezeichnete Günther Gastl, Onkologe an der Innsbrucker Universitätsklinik, die neue Behandlung mit dem Medikament „MabThera“ der Pharmafirma Roche am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien im Rahmen des dritten Welt-Lymphomtags.

Lymphdrüsenkrebs ist bei Frauen die fünfthäufigste Tumorerkrankung – bei Männern stehen Lymphome und Leukämien an sechster Stelle der Häufigkeitsskala. Symptome der Krankheit reichen von Nachtschweiß, Fieber, Gewichtsverlust und Juckreiz bis hin zu Lymphknotenvergrößerungen. Die Erkrankungsfälle nehmen massiv zu, sagte Richard Greil, von der Universitätsklinik Salzburg, 1.000 neue zähle man jährlich in Österreich.

In fünf internationalen Studien mit Patienten, die an der zweithäufigsten Art, dem „Follikulären Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)“ leiden, habe sich das neue Medikament in der weiterführenden Therapie nach der Erstbehandlung als „extrem wirksam“ erwiesen, sagte Gastl. Nach dreijähriger Beobachtungszeit überlebten mit MabThera 85,1 Prozent der Patienten – ohne das Medikament lebten nach diesem Zeitraum noch 77,1 Prozent. Das entspreche einer Reduktion des Sterberisikos von rund 50 Prozent, so die Mediziner. Mit der Therapie lebten die Probanden durchschnittlich drei Jahre länger krankheitsfrei – das Rückfallrisiko werde also um 60 Prozent reduziert, sagte Gastl.

Der gentechnologisch hergestellte Antikörper Rituximab, der in dem Medikament enthalten ist, funktioniert wie ein Torpedo, indem er ein Antigen der Lymphomzellen attackiert, erklärte er. Diese Art der Behandlung mit Infusionen gelte als neuer Standard, da das Medikament unter anderem gut verträglich sei. Billig ist es jedoch nicht: Rund 13.000 Euro koste eine Erhaltungstherapie pro Patient im Jahr.

Die neugegründete Selbsthilfeorganisation „Lymphom-Kontaktgruppe-Österreich“ wollte am Vormittag vor dem Wiener Burgtheater 300 Luftballons mit Informationskärtchen über die Krankheit steigen lassen. Damit solle unter anderem die Wichtigkeit von Patientenrechten und die Notwendigkeit von fundiertem Wissen seitens der Betroffenen verdeutlichet werden, so Elke Weichenberger, Gründerin der Organisation.

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