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Neue Fakten zum Coronavirus in Österreich

So schaut das Coronavirus unter dem Mikroskop aus
So schaut das Coronavirus unter dem Mikroskop aus ©APA-AFP-US Food and Drug Administration - Handout
Jetzt auch erste infizierte Person in Salzburg. Damit gibt es in Österreich bereits 10 erkrankte Personen. Seit Samstagmittag sind fünf Bundesländer von Infektionen betroffen.
Coronavirus bleibt wohl wie Grippe dauerhaft
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Einsatzstab im Innenministerium

In Österreich sind seit Samstagmittag mehr Bundesländer von einer Coronavirus-Infektion betroffen als nicht betroffen. Seit spätem Mittag sind Fälle von erkrankten Personen in den Bundesländern Wien, Tirol, Steiermark, Niederösterreich und zuletzt Salzburg bekannt. Noch keine bestätigten Fälle gibt es in den Bundesländern Vorarlberg, Oberösterreich, Kärnten und Burgenland. Der erste Kranke in Vorarlberg dürfte nur mehr eine Frage der Zeit sein.

Erster bestätigter Fall in Salzburg - der 10. insgesamt

Das Coronavirus hat nun auch Salzburg erreicht. Am Samstag ist der erste Fall bestätigt worden: Erkrankt ist eine 36-jährige Wienerin, die sich am vergangenen Wochenende in Turin aufgehalten hat und am Mittwoch von Wien zu ihrem Lebensgefährten nach Fusch an der Glocknerstraße (Pinzgau) gefahren ist. Sie weist Symptome eines grippalen Infekts auf und befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

"Der Fall ist gut abgrenzbar, es gibt auch keinen touristischen Bezug in der Region", sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Samstagnachmittag bei einem Mediengespräch. Die Wienerin dürfte sich in Turin infiziert haben. In Wien selbst sei sie danach mit niemandem in Kontakt gewesen, so Landessanitätsdirektion Petra Juhasz. Am Mittwoch reiste sie dann mit einem Zug der Westbahn nach Salzburg, auch während der Fahrt habe es aber keine Gesprächskontakte gegeben.

Am Donnerstag traten die ersten Symptome auf. "Die Patientin hat sich richtig verhalten und sich telefonisch gemeldet und weder Arzt noch Spital aufgesucht", sagte Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP). Eine Ärztin des Tauernklinikums hat die Patientin gestern daheim aufgesucht und einen Testabstrich genommen. Heute, Samstag, lag das positive Ergebnis vor. "Die Patientin ist jung. Es geht ihr relativ gut, sie hat leichte grippale Symptome und kann nach derzeitigem Stand zuhause bleiben. Sie wird weiterhin hausärztlich betreut", so Juhasz.

Die 36-Jährige, ihr Lebensgefährte und zwei weitere Familienmitglieder bleiben in Fusch in häuslicher Quarantäne. "Sie werden versorgt, sodass sie das Haus nicht verlassen müssen", sagte Juhasz.

Beim Lebensgefährten wurde vorerst kein Abstrich genommen. Ein solcher erfolge erst, wenn eine entsprechende Symptomatik auftritt, erklärte die Sanitätsdirektorin. Insgesamt wurden heute in Salzburg 17 Tests durchgeführt, davon waren 16 negativ. Fünf Proben müssen erst ausgewertet werden, drei weitere Fälle seien angemeldet, berichtete Stöckl.

10 Erkrankte, 1.649 Testungen

Mit dem neuesten Fall in Salzburg gibt es in Österreich damit zehn bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Vier bestätigte Fälle in Wien, zwei in Tirol, zwei in Niederösterreich, einen in der Steiermark und einen in Salzburg.

Dass nun zunehmend weitere Fälle auftreten, sei "ein ganz normaler Verlauf", betonte Brigitte Zarfl, die Sektionschefin im Gesundheitsministerium am Vormittag bei einer Pressekonferenz der Österreichischen Regierung. "Wir haben mit so etwas gerechnet, die Strukturen arbeiten gut", betonte die Beamtin. In Summe gab es bisher 1.649 Testungen in Österreich.

Bei der Lagebesprechung des Bundesministeriums für Inneres wurde Samstagvormittag die Situation zum Corona-Virus in Österreich analysiert (siehe das folgende Video - Anm. der Red.: am Vormittag waren "erst" 9 Fälle bekannt).

Immer mehr Länder betroffen

Immer mehr Länder sind vom Corona-Virus betroffen. Erste Fälle werden gemeldet aus Nordirland, Island, Monaco, Weißrussland, Neuseeland, San Marino, den Niederlanden, Litauen, der Schweiz, Kroatien, Griechenland, Estland, Nord Mazedonien, Dänemark, Rumänien, Norwegen und Brasilien.

Weltweit gibt es bisher 85.181 Erkrankte und 2.920 Todesopfer (Stand: 7 Uhr). Bis zum 28. Februar wurden 2.857 Todesfälle aus China registriert, 26 aus dem Iran, 17 aus Italien sowie 13 aus Südkorea, berichtete die Europäische Behörde ECDC zu Covid-19. Zwei Tote gab es bisher in Frankreich.

Das Coronavirus könnte sich in Zukunft wie Influenza-Viren dauerhaft etablieren. "Es ist nicht anzunehmen, dass SARS-CoV-2 völlig verschwinden wird", sagte Heinz Burgmann, Leiter der klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin an der MedUni Wien, im Gespräch mit der APA. Noch sind jegliche Szenarien über den weiteren Verlauf Spekulation, warnte der Experte.

APA-Liveblog

Coronavirus - Mehrheit der Österreicher bleibt gelassen

Ungeachtet erster bestätigter Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus im Bundesgebiet bleiben die Österreicher gelassen. Nur 15 Prozent sind wegen der aktuellen Situation "sehr besorgt", weitere 34 Prozent "eher besorgt". Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Unique Research" ergeben, die im Auftrag des Nachrichtenmagazins "profil" durchgeführt wurde (500 Befragte).

Die Hälfte der Österreicher ist demnach sogar mehr oder weniger unbeeindruckt. 37 Prozent sind "weniger besorgt", 13 Prozent "gar nicht besorgt".

Zwei weitere Infizierte in Niederösterreich - Fälle 8 und 9

In Niederösterreich haben sich zwei Personen mit dem Coronavirus infiziert. Wie Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) am Samstagvormittag mitteilte, ist ein Ehepaar aus dem Bezirk Korneuburg in der Nacht auf Samstag positiv getestet worden. Es handelt sich um die ersten bestätigten Fälle im Bundesland.

Die Familie aus dem Bezirk Korneuburg hatte laut dem Amt der NÖ Landesregierung mit jener Wiener Familie Kontakt, die bereits im Kaiser Franz-Josef-Spital behandelt wird - in diesem Fall liegen positive Tests bei einem Mann, einer Frau und dem Sohn des Paares vor. Derzeit laufe die Abklärung der Kontaktpersonen, die von der Gesundheitsbehörde informiert werden.

Der jugendliche Sohn der beiden Wiener hatte am Freitagnachmittag den ersten Coronavirus-Fall mit Niederösterreich-Bezug dargestellt. Er besucht das Erzbischöfliche Gymnasium in Hollabrunn. Vier Lehrkräfte sowie 23 Schülerinnen und Schüler der Geburtsjahrgänge 2003 bis 2005 befinden sich bis 11. März in häuslicher Quarantäne.

Österreichs 7. bestätigter Fall in der Steiermark

In Österreich ist am späten Freitagabend der insgesamt siebente Fall einer Coronavirus-Infektion bestätigt worden: Es handelt sich um eine infizierte Person in der Steiermark. Details gaben die steirischen Behörden am Abend nicht mehr bekannt. Diese sollen aber am Samstagvormittag um 9.30 Uhr im Medienzentrum des Landes Steiermark in Graz bei einer Pressekonferenz vermittelt werden. Alle Informationen zum neuesten Coronavirus-Fall können Sie am besten in unserem Liveticker verfolgen.

In Oberitalien auf Urlaub gewesen

Laut der Onlineausgabe der "Kleinen Zeitung" soll es sich um eine Steirerin handeln, die in Oberitalien auf Urlaub war. Sie hatte demnach erste Symptome und wurde in einem Grazer Spital untersucht - der Test war offenbar positiv. Die Frau soll in einem Grazer Krankenhaus stationär aufgenommen worden sein. Diese Angaben waren Freitagabend noch nicht offiziell bestätigt.

Wiener Jugendlicher infiziert

Erst Freitagnachmittag wurde bekannt, dass ein Wiener Jugendlicher ebenfalls an der neuartigen Infektion erkrankt ist. Es handelt sich um den Sohn eines bereits infizierten Wiener Paares. Die Tochter ist hingegen nicht infiziert. Der Jugendliche aus Wien ist Schüler am Erzbischöflichen Gymnasium Hollabrunn.

Die Bezirkshauptmannschaft habe umgehend Maßnahmen zur häuslichen Quarantäne eingeleitet, teilte Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Freitagabend mit. Betroffen seien vier Lehrkräfte sowie 23 Schülerinnen und Schüler der Geburtsjahrgänge 2003 bis 2005. Die verfügte "Absonderung in den eigenen Räumlichkeiten", also häusliche Quarantäne, bedeute, dass der eigene Wohnbereich nicht verlassen werden dürfe, und bei Auftreten von Symptomen die Gesundheitsbehörde (Bezirkshauptmannschaft) zu verständigen sei. Die Maßnahmen blieben bis 11. März aufrecht, teilte das Land mit.

72-jähriger Wiener ist ein renommierter Anwalt

Bei dem 72-jährigen Patienten in Wien handelt es sich nach APA-Informationen um einen renommierten Anwalt. Dass er Kanzleimitarbeiter angesteckt haben könnte, ist nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen. Demgegenüber sind 181 Spitalsmitarbeiter, die mit dem Mann womöglich Kontakt hatten, negativ auf eine Infektion getestet worden. Wo sich der 72-Jährige selbst angesteckt hat, steht nach wie vor nicht fest.

Die Lage in Tirol

Der Gesundheitszustand des mit dem Coronavirus infizierten italienischen Pärchens in Innsbruck ist nach wie vor unverändert gut. Der Zulauf zur eigens an der Innsbrucker Klinik eingerichteten Screening-Ambulanz für Coronavirus-Fälle hielt sich indes in Grenzen. In ganz Tirol werden im Kampf gegen das Coronavirus nun mobile Screening-Teams eingerichtet. Damit können die für eine Coronavirus-Testung notwendigen Abstriche in ganz Tirol in Zukunft auch zuhause durchgeführt werden, teilte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Freitag mit. Alle 40 am Freitag am Virologischen Institut untersuchten Testergebnisse waren indes negativ.

(APA) (Red.)

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