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Naturparadies sucht seinesgleichen

(VN) Hard - Lokalaugenschein an der Achmündung, wo ein Kraftwerk entstehen soll.
Lokalaugenschein Achmündung
Grafik: Das Achkraftwerk
Kraftwerk spaltet die Gemüter
Kraftwerk an der Ach geplant

Hier ist Markus Grabher aufgewachsen. Er hat in Innsbruck Biologie studiert. Aber im Mündungsgebiet der Bregenzerach hat er schon als Kind gespielt. „Seit 20 Jahren wird hier nicht mehr gebaggert.“ Seit damals holt sich die Natur ihren Raum zurück. Langsam, beharrlich. „In ganz Mitteleuropa gibt es nur die Mündung der Tiroler Achen in den Chiemsee, die ähnlich naturnah verläuft.“

Gefährlich oder heilsam?

Die Gretchenfrage lautet nun: Machen Illwerke Vkw mit dem geplanten Flusskraftwerk das alles zunichte? Oder wäre das Projekt ökologisch sogar heilsam, weil gezielte Wasserentnahme die Spitzen der Hochwasser bricht? Dort, wo ein gewaltiger Hammer die Pfeiler für die neue Radbrücke in die Erde rammt, steigt man zwischen zwei Felsbrocken hindurch ein in eine andere Welt. Hier beginnt der Lebensraum von Flußuferläufer und –regenpfeiffer. Der kleine Rohrkolben, einst ausgestorben, wächst wieder. Die deutsche Tamariske wird langsam wieder heimisch. Biber sind zurückgekehrt. Immer wieder­kehrende Hochwasser der Bregenzerach haben Seitenarme ins Dickicht gegraben. Wo früher Schotterbänke offen lagen, reckt jetzt ein junger Weidenwald die Zweige in die Höhe. „Die alten Auwälder entwickeln sich zu Hartholzauen.“ Grabher zeigt auf Eichen, Eschen und Ulmen. Die jungen Auwälder, die jedes Jahr mehrfach im Wasser stehen, dominieren weiche Hölzer, Weiden und Erlen. Das alles ist ständig in Bewegung. „Die Bregenzerach schiebt ihren Mündungskegel immer weiter in den See.“ Ökologisch ist das zu begrüßen. Die Fischer dagegen sehen ihre Fischgründe in Gefahr. Auch heuer hat die Ach riesige Sandbänke aufgehäuft. Wirken die bei Hochwasser nicht als Sperrriegel? Untersuchungen geben für die nächsten 30 Jahre Entwarnung. „Solange ist das noch kein Problem.“

„Eine riesige Baustelle“

Hierher wollen Illwerke Vkw ein Kraftwerk bauen. Der Plan sieht vor, der Bregenzer­ach in Kennelbach Wasser zu entnehmen. Dieses Wasser würde dann zur Stromgewinnung in einem unterirdischen Rohr mit mehreren Metern Durchmesser bis in die Achmündung geführt. Das Kraftwerk selber stünde am Seeufer nahe dem Harder Industriehafen. Es könnte dort ganz unauffällig wirken, kann sich auch Grabher vorstellen. Aber eine Rohrleitung dieser Dimension mitten durch die Auen des Natura-2000-Gebiets zu graben, da schüttelt er den Kopf. „Das wäre eine riesige Baustelle.“ Selbst, wenn man die Leitung in den Achdamm verlegen würde. Illwerke Vkw planen schon sehr konkret. Die Auswirkungen aufs Grundwasser werden eben erhoben. Auch muss die Frage geklärt werden, wie viel Wasser bei Niedrigwasser in der Bregenzerach verbliebe. Vorerst also fahren am Mündungsufer, wo die Konstanzer Bodenseestiftung künftig Besucher mit Schautafeln über die einmaligen Auen informieren möchte, noch keine Bagger auf. Ein Grünspecht lacht zwischen den Bäumen. Aber die Planungen laufen schon.

Grundwasser für öffentliche Wasserversorgung

Das Grundwasser im Bereich der Bregenzerach sichert die Trinkwasserversorgung der Umgebung. Ob ein weiterer Kraftwerksbetrieb den Grundwasserspiegel senken würde, wird derzeit untersucht. Ort Maximale Spitzenentnahmemenge maximale Jahresentnahmemenge Bregenz 240 l/s 3,39 Mio m3/a (entspricht im Mittel rd 107 l/s) Hard 130 l/s 1,88 Mio m3/a (entspricht im Mittel rd 60 l/s) Lauterach 150 l/s 1,89 Mio m3/a (entspricht im Mittel rd 60 l/s) Wolfurt 60 l/s nicht festgelegt

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