Nach Unfall in Ludesch: Insider verteidigt Vorarlbergs Goa-Szene

Die Hippiewurzeln des Goa und Psytrance sind noch heute spürbar.
Die Hippiewurzeln des Goa und Psytrance sind noch heute spürbar. ©DPA
Schwarzach - Die unangemeldete Goa-Party vom Wochenende schlägt hohe Wellen in Vorarlberg. Nach der Berichterstattung der letzten Tage meldete sich ein Veranstalter von legalen Goa-Partys bei VOL.AT, um eine Lanze für die Subkultur zu brechen.
Illegale Party in Ludesch kein Einzelfall
Die Wurzeln des Goa
Nackter Goa-Besucher rannte gegen Auto

Nachdem ein Partygast einer Goa-Party nackt vor ein Auto lief, wehrt sich nun die Trance-Subkultur gegen Verallgemeinerung. Der Szenekenner und nach eigener Aussage auch langjähriger Veranstalter vergleichbarer Partys will aufgrund der Berichte der letzten Tage anonym bleiben. Gegenüber VOL.AT betont er, dass sich die Musikrichtung seit ihren Anfängen stark weiterentwickelt hat. Inzwischen habe sich Psytrance zu einer mainstreamartigen und kommerziell-industrialisierten Maschinerie gewandelt. Heute zählen die verschiedenen Ausprägungen des Trance wie Psy- und Goatrance, Progressive Trance und Full on zur Elektronischen Tanzmusik wie auch Techno.

Internationale Festivals

Dazu gehören auch internationale Festivals mit zehntausenden Besuchern. Eines der größten ist das “BOOM Festival” in Portugal. Hier sind die Wurzeln in der Hippiebewegung heute noch spürbar. Abseits der verschiedenen Musikbühnen gibt es dort auch Kunstveranstaltungen, Joga- und Tantrakurse, Angebote der traditionellen chinesischer Medizin und Akupunktur. Doch auch der Umweltgedanke hat einen hohen Stellenwert.

Microcosmos und Fantastika

Und auch im deutschsprachigen Raum gibt es eine große Szene mit Veranstaltungen. So gab es bereits in Vorarlberg mehrere offizielle Goa-Festivals im Klostertal und Montafon wie “Microcosmos” oder “Fantastika” mit tausenden Besuchern. “Ergebnis? Keine Beschwerden, kein exzessiver Drogenkonsum, keine Alkleichen, keine nennenswerten Überschreitungen im Straßenverkehr”, behauptet der Szenekenner.

Szene nicht nur Drogenkonsumenten

Dass man die Szene mit Drogenkonsum in Verbindung bringt, streitet der Szenekenner nicht ab. “Natürlich werden sie konsumiert. Dies zu leugnen wäre Unsinn”, man müsse dies jedoch fair diskutieren. Schließlich konsumiere die “Spaßgesellschaft” auch abseits des Trance Drogen. In der Subkultur seien LSD und halluzinogene Pilze verbreitet, “jedoch nicht mit einer Quote von 100 Prozent  und auch nicht im auffälligen überschwänglichen Maße.” Vielmehr gebe es einen umsichtigen Umgang von erfahrenen und aufgeklärten Konsumenten, wodurch es selten Probleme gebe.

Image erschwere Genehmigungen

Durch das negative Bild der Trance-Kultur sei es schwierig, Trancepartys genehmigen zu lassen. “Was bleibt ist der illegale Fortbestand der Vorarlberger Szene in heimischen Wäldern”, ist der Szenekenner überzeugt.

(red)

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