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"Nach Liechtenstein - in die Freiheit"

BU 1: Generalmajor Holmston-Smyslowsky bei der Einweihung des Denkmals in Hinterschellenberg im Jahr 1980.
BU 1: Generalmajor Holmston-Smyslowsky bei der Einweihung des Denkmals in Hinterschellenberg im Jahr 1980. ©Manfred Bauer
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Vom 2. auf den 3. Mai 1945 überschritten 500 Soldaten die Grenze von Nofels nach Hinterschellenberg.

Vor 65 Jahren machte sich unter der Führung von Generalmajor Arthur Holmston-Smyslowsky die “1. Russischen Nationalarmee der Deutschen Wehrmacht” auf den Weg in die “Freiheit nach Liechtenstein”. Kurz vor der Grenze traten der Truppe zwei Schweizer Grenzwächter entgegen und gaben zwei Warnschüsse ab. Diese trauten dann aber ihren Ohren nicht mehr als gerufen wurde: “Halt, nicht schießen! Hier ist ein russischer General!” Völlig überrascht lassen sie die “rätselhafte” Truppe die Grenze passieren.

Akt der Humanität

Generalmajor Holmston führte in der Folge die ersten Gespräche mit der Liechtensteinischen Regierung in der Küche der historischen “Wirtschaft zum Löwen” in Hinterschellenberg. Die Truppe fand in der Schellenberger Schule Platz zum Schlafen, überglücklich, dass sie in der Freiheit waren. Mit den Fuhrwerken die die Russen mitgebracht hatten, klapperten die Schellenberger in den folgenden Tagen das Unterland ab, um Essbares aufzutreiben. Die Bevölkerung hegte dennoch große Sympathie für die Russen. Die rund 500 Soldaten wurden nach einigen Tagen auf mehrere Lager verteilt und arbeiteten bei Landwirten oder an der Sanierung des Rheindammes.

“Repatriierungskommissionen”

Die erste russischen “Repatriierungskommissionen” kam im August 1945 nach Liechtenstein und forderte die Ausreise ihrer Leute in die Sowjetunion, dabei bedrohten Liechtenstein mit furchtbaren Repressalien. Doch der Fürst, die Regierung, das Parlament, das Volk und die Kirche standen hinter den Flüchtlingen und trotzten – einmal sogar mit Sensen, Gabeln und anderem bäuerlichen Werkzeug – gegen eine Auslieferung der Internierten an Stalin. 237 Soldaten die furchtbares Heimweh hatten glaubten den Versprechungen der Kommissäre und fuhren mit ihnen in die Heimat zurück. Von keinem kam mehr ein Lebenszeichen und so wird angenommen, dass alle in ihrer “Heimat” ums Leben gekommen sind. Der Rest, darunter auch Generalmajor Holmston, verließen bis Februar 1948 das Land in Richtung Argentinien aber auch in die USA und anderer Staaten.

BU 1: Generalmajor Holmston-Smyslowsky bei der Einweihung des Denkmals in Hinterschellenberg im Jahr 1980.

Generalmajor Holmston-Smyslowsky

Generalmajor Holmston wurde am 3. Dezember 1897 im damals noch finnischen Terrijoki geboren. Nach einer militärischen Ausbildung kam er Ende der 20er Jahre über Umwege zum Oberkommando der Deutschen Wehrmacht (OKW). Der Generalmajor bildete dann im Auftrag des OKW die “1. Russische Nationalarmee der Deutschen Wehrmacht” wo Soldaten aus 22 vornehmlich russischen Staaten dienten. Für die Nazis, den SD und die SS war der Generalmajor immer ein Dorn ein im Auge.

Feldkirch gerettet

Früh erkannte Holmston, dass für ihn und seine von 8000 auf 500 Mann geschrumpfte Truppe das Ende nahe war und gab “offiziell” die Schweiz als sein Fluchtziel an, obwohl er sich längst für Liechtenstein entschieden hatte. Vorbei an SS-Truppen und gejagt von französischen und russischen Befreiungsarmeen kam er mit Unterstützung des OKW am 30. April in Feldkirch an. Ungewollt ermögliche er, dass die Feldkircher Standschützen und die SS – die Feldkirch bis zum “letzten Mann” verteidigen wollten – gefangen zu nehmen. Nach dem “Einmarsch” in Liechtenstein verblieb der Generalmajor bis 1947 im Fürstentum und war dann lange Zeit in Argentinien. In den 70er Jahren kam er nach Liechtenstein zurück verstarb dort 1988.

Quellen: “Die Armee, die es nicht geben durfte”, von Henning Freiherr von Vogelsang, Gamprin (FL), erschienen im Gerhard Hess Verlag, ISBN: 3-873 362 13-9.
Fotos: sm, Liechtensteinisches Landesmuseum.

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