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Nach dem Krieg ist vor dem Krieg

Mit „Clausewitz reloaded – nach dem Krieg ist vor dem Krieg“ begeisterte Teatro caprile in der Vorarlberger Museumswelt.
Mit „Clausewitz reloaded – nach dem Krieg ist vor dem Krieg“ begeisterte Teatro caprile in der Vorarlberger Museumswelt. ©Henning Heilmann
„Clausewitz reloaded“: Teatro Caprile ließ in Museumswelt Kriegsschrecken erwachen 
Teatro Caprile in der Vorarlberger Museumswelt

FRASTANZ Noch einmal ließ Teatro Caprile in der Museumswelt die Schrecken des Krieges erwachen, die in der aktuellen globalen Weltunordnung immer näher rücken.

Das düstere Theaterstück „Clausewitz reloaded – nach dem Krieg ist vor dem Krieg“ besteht zwar durchaus auch aus heiter-skurrilen Passagen, warnt aber eindringlich vor den Folgen von Kriegstreiberei und führt in einem Ausblick über den Ersten Weltkrieg hinaus auch die ,,Misere der Kleinstaaterei“ (lstván Bibó) vor Augen. Dies macht das Theaterstück gerade auch angesichts des aktuellen Geschehens wieder brandaktuell.

Einzigartige Kulisse

Gerade die Kulisse der Vorarlberger Museumswelt erzeugte eine einzigartige Kulisse für das Antikriegsstück. Zusammenhänge von Jagd und Kriegstreiberei bei Kaiser Wilhelm wurden in historischen Zitaten offenbar. „1000 Fasanen und 450 Wildenten erlegt“, brüsteten sich die Jäger in Zeiten, als Rekorde vor jeglicher Nachhaltigkeit standen. Welche Kulisse würde sich dazu besser eignen als das beeindruckende Jagdmuseum?

Kriegsmoral & Qual

Das theatral-performative Stationentheater führte nicht nur in die Schützengräben zu den Soldaten, sondern auch ins historische Klassenzimmer und in das traute Heim. „Deutsche Frauen, schreibt immer nur Sonntagsbriefe ins Feld“, wurden die Gattinnen der Soldaten ermahnt, nur Zeilen zu schicken, welche die Kriegsmoral im Feld erhöhen. Aufrüttelnde Soldatenbriefe wurden auf der Treppe vorgelesen: „Am Himmel brennt das brave Abendrot, vielleicht bin ich in dreizehn Tagen tot“, klang es ebenso düster wie „Vorm Sterben mache ich noch mein Gedicht, still Kameraden, stört mich nicht“. Schier unbändige Freude über ein einfaches Fasnetküchle schloss als Kontrast daran an.

Kriegsparolen für Schüler, grenzenloser Fortschrittsglaube von Medizinern, Geschichten von Heimkehrern, die sich nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie in neuen Staaten, inmitten neuer Grenzen und ohne Papiere wieder fanden: Das Theaterstück führte Kriegsverherrlichung und Kriegsfolgen radikal nebeneinander. Die Zuschauer fanden sich zum Teil mitten im Kriegsgeschehen wieder und erlebten die Tragödie des ersten Weltkriegs unmittelbar. Am Ende entstand ein dichter Wirrwarr aus Kabeln und Bändern, welcher die globalen Verwicklungen und Abhängigkeiten symbolisierte. Katharina Grabher, Heide Maria Hager, Martin Schranz und Andreas Kosek überzeugten wieder einmal durch ihre vielfältige und mitreißende schauspielerische Leistung. HE

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