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Nach dem Jubel folgt viel Arbeit für Obama

Der Jubel über den historischen Wahlsieg von Barack Obama ist noch nicht verhallt, da kommt bereits viel Arbeit auf den 47-Jährigen zu.

Als gewählter Präsident steht Obama vor drei drängenden Herausforderungen: Er muss sich der schwersten Wirtschaftskrise seit 1929 entgegenstellen, die Strategie in Afghanistan und im Irak neu bestimmen und den immensen Erwartungsdruck im eigenen Land dämpfen. Barack Obama kam aus dem Nichts, überwand das Establishment der Demokratischen Partei, siegte über alle Zweifel an seiner Person und räumte die in Teilen der Öffentlichkeit bestehenden Vorbehalte wegen seiner Hautfarbe aus. In seinem Wahlkampf spielte Geld kaum eine Rolle, weil ihm von allen Seiten die Spenden zuflossen. Jetzt aber sieht sich Obama mit einem gigantischen Haushaltsdefizit konfrontiert, während die USA in eine schmerzliche, möglicherweise länger dauernde Rezession gehen. Unterstützung bekommt Obama dadurch, dass er mit bequemen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat regieren kann. Er muss aber ein Land führen, das eher konservativ als liberal ist, und zugleich den Erwartungen des linken Flügels der eigenen Partei gerecht werden. Erster Prüfstein werden die Forderungen nach einem schnellen Truppenabzug aus dem Irak sein.

Gewaltiges Problem

Obama muss damit rechnen, dass er für die Rezession verantwortlich gemacht wird, auch wenn er das Schlamassel von Bush geerbt hat. Die Arbeitslosigkeit liegt jetzt bei 6,1 Prozent und soll im nächsten Jahr auf 7,5 Prozent steigen. Pessimistische Verbraucher haben ihre Ausgaben eingeschränkt. Und die Pfeiler der sozialen Sicherung – Medicare, Medicaid und Social Security – stehen vor gewaltigen Problemen. Der Start mit einem großartigen Sieg garantiert keinen Erfolg. Der Demokrat Johnson gewann 1964 mit 61 Prozent der Stimmen. Aber in den letzten beiden Jahren seiner Amtszeit brach seine Regierung im Vietnamkrieg zusammen. Mit der Wahl Obamas hat Amerika einen historischen Sprung unternommen – weg von dem Erbe der Sklaverei und hin zur Versöhnung zwischen den Bevölkerungsgruppen.Politisch bedeutet das Wahlergebnis die tiefe Ablehnung des Status quo. Kulturell bedeutet der Regierungsantritt Obamas einen wichtigen Schritt in der Entwicklung zu einer multiethnischen Nation, in der die Weißen voraussichtlich bis 2042 nicht mehr in der Mehrheit sein werden.

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