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Morgenstern stürzt schwer

Ein schwerer Sturz von Thomas Morgenstern hat die Skisprung-Szene schockiert und zum Abbruch des zweiten Weltcupbewerbs am Samstag in Kuusamo geführt. Zum Glück ging der Sturz glimpflich aus. Am Sonntag wurde wieder gesprungen...

Der 17-jährige Kärntner verlor bei schwierigen Windbedingungen die Kontrolle, überschlug sich mehrmals und blieb im Auslauf zunächst regunglos liegen. Bei einer ersten Untersuchung im Krankenhaus wurden die Befürchtungen, Morgenstern hätte Frakturen erlitten, zum Glück entkräftet.

Der besonders übel aussehende Sturz war an diesem Tag bereits der zweite gewesen, zuvor hatte es mit Andreas Kofler ebenfalls einen jungen Österreicher erwischt, Kofler kam aber ohne Verletzung davon. Nach einem ersten Untersuchungsbericht aus dem Krankenhaus konnte die ÖSV-Delegation auch im Fall Morgenstern aufatmen: Keine Wirbelverletzung und auch die zunächst befürchtete Unterschenkel-Fraktur wurde nicht bestätigt. „Er hat keinerlei Frakturen erlitten, es wurde alles durch geröntgt. Vermutlich wird er aber die Nacht zur Beobachtung im Spital verbringen”, berichtete ÖSV-Physiotherapeut Gernot Landerer gegenüber der APA.

Obwohl es ein Mal mehr eine Windlotterie war, die davor auch zur Absage der Qualifikation gezwungen hatte, wollte man aus dem Trainerteam keine Schuldzuweisungen in Richtung Jury machen. „Er hatte keine so schlechten Windbedingungen, die Grenze war bei 5 m pro Sekunde. Wir haben bei solchen Bedingungen auch trainiert. Teilweise war es in der Konkurrenz stärker, aber nicht bei ihm. Es war ein sehr guter Sprung vom Tisch, er hat sich wohl ein bisschen zu schnell auf den Ski gelegt”, deutete Cheftrainer Hannu Lepistö auch einen Springerfehler an. Gleiches gelte auch für den Sturz von Kofler.

FIS-Renndirektor Walter Hofer wollte den Sturz nicht kommentieren, wies eine Mitschuld aber zurück. „Wir haben ihn bei gleichen Bedingungen wie die anderen Springer runter gelassen.” Bei ständig wechselnden Winden hatte sich der Wettbewerb zu einer Nervenprobe für die Athleten entwickelt. Immer wieder musste die Jury den Wettkampf unterbrechen.

Pettersen-Sieg in verkürzter Kuusamo-Neuauflage
Die Weltcupbewerbe in Kuusamo waren keine Werbung für den Skisprung-Sport. Nach dem schweren Sturz von Morgenstern war auch die Neuauflage am Sonntag von einer Windlotterie gekennzeichnet. Wegen widriger Bedingungen wurde nur ein Durchgang gewertet: Der Sieg ging dabei an Sigurd Pettersen. Zweiter wurde Weltmeister Adam Malysz aus Polen vor dem Finnen Veli-Matti Lindström. Bester Österreicher war Andreas Widhölzl als Siebenter.

Die wichtigste Nachricht des Wochenendes kam aber von Thomas Morgenstern, dem es glücklicherweise wieder besser geht. „Mir tut jedes Körperteil und alle zehn Finger weh, aber ich bin mit blauen Flecken und Prellungen davongekommen. Ich glaube nicht, dass es mein Fehler war. Mir hat es den Ski weggeschlagen, da hatte ich überhaupt keine Chance”, meinte der erleichterte ÖSV-Adler.

Die Verschiebung auf Sonntag brachte aber erneut Diskussionen um die Sicherheit der Springer und rückten den Sport in ein schlechtes Licht. „Bei vielen Bewerben sind die Entscheidungen nicht gut für das Skispringen”, war die Reaktion von Andreas Widhölzl. Auch in anderen Mannschaften gab es Unverständnis über die Neuansetzung. Bei etwas besseren, aber ungleichen Bedingungen, zog die Jury den Bewerb am Sonntagmorgen in nur einem Durchgang durch und sich damit den Zorn einiger Aktiven zu.

„Das Springen wurde zu spät abgebrochen. Ich war daher nicht gerade heiß darauf, noch einmal zu springen. Die Gesundheit ist schließlich das größte Kapital, das man als Sportler hat”, kritisierte etwa Martin Schmitt. Klartext redete auch Andreas Kofler, der am Samstag wenige Minuten vor Morgenstern gestürzt war. „Ich verstehe nicht, warum die FIS den Wettkampf mit aller Macht durchgedrückt hat.”

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