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Mordprozess in Wiener Neustadt: DNA-Spuren setzen Angeklagten unter Druck

Weitere Zeugenbefragungen sollen im September folgen.
Weitere Zeugenbefragungen sollen im September folgen. ©pixabay.com
In Wiener Neustadt wird vor Gericht der Todesfall einer 70-Jährigen rekonstruiert. DNA-Spuren könnten dem Verdächtigen zum Verhängnis werden.
Prozess um getötete 70-Jährige
59-Jähriger in Haft
70-Jährige tot aufgefunden

Für die Bestatter war nicht sofort ersichtlich, dass die Frau ermordet worden war. Der Angeklagte gab dagegen am Donnerstag an, gleich bei Auffindung von einem Verbrechen ausgegangen zu sein. Er begründete das u.a. mit einer Blutlacke und Blut im Gesicht des Opfers. Wieso er nicht die Einsatzkräfte verständigt hatte, konnte der 59-Jährige nicht schlüssig erklären. Er rechtfertigte das mit “Panik” bzw. “Angst” nach Auffinden der Leiche.

Bestatter als Zeugen

Zwei Bestatter berichteten als Zeugen, dass die Tote in der Küche der Wohnung in Neunkirchen gelegen sei, ein Schnitt im Gesicht der Frau sei ihnen zuerst gar nicht aufgefallen. Erst als sie die schwarze Weste der Frau öffneten, wurden zahlreiche Wunden sichtbar. Ein Bestatter, der zuvor selbst in dem Mehrparteienhaus gewohnt hatte, bezeichnete es als “ungewöhnlich”, dass die Wohnungstür offengestanden und der Schlüssel in der Wohnung gewesen sei.

Ein Polizist sagte, dass man unter anderem anhand einer am Wohnzimmertisch liegenden Tageszeitung von 8. Oktober und der in der Küche gefundenen Reste von Essen, das sich auch im Magen der 70-Jährigen befand, auf Sonntagmittag als Tatzeit gekommen sei. Am Tag darauf gab es verpasste Anrufe bei der zurückgezogen lebenden Pensionistin – am Morgen von einer Zahnarzthelferin, am späten Vormittag von einer Freundin. Jene Frau, die angab, das Opfer am 9. Oktober gesehen zu haben, “hat sich geirrt”, meinte der Polizist.

Die Wohnung habe sehr ordentlich gewirkt, berichteten die Bestatter. Die Geldbörse der Frau lag auf dem Tisch, laut dem Polizisten wurden auch zwei Sparbücher und 5.000 Euro in bar gefunden.

DNA-Vergleich ergab einen Treffer

Eine Freundin des Opfers hatte die Pensionistin am 11. Oktober tot in der Wohnung gefunden. Bei seinem Eintreffen befand sich die Leiche bereits im Sarg, berichtete ein Ermittler, ein weiterer soll am zweiten Verhandlungstag befragt werden. Der Tatort sei dokumentiert und in den folgenden Monaten das Umfeld der 70-Jährigen durchleuchtet worden. 75 Personen wurden überprüft bzw. als Zeugen vernommen und von einigen DNA-Abstriche genommen. Ein Vergleich mit der DNA des 59-Jährigen ergab einen Treffer.

Kritik an Polizeiarbeit

Die Verteidigung kritisierte die Ermittlungsarbeit der Polizei. So sei etwa ein Streit, der im oberen Stock stattgefunden haben soll, mit der Bluttat im Parterre in Verbindung gebracht worden. Auch die Auswertung der Rufdaten wurde bemängelt, da sich diese nur auf den 8. Oktober bezogen habe.

Laut der Sachverständigen Christa Nussbaumer wurden über 60 Spuren – beispielsweise von der blutdurchtränkten Weste des Opfers – gesichert und analysiert sowie mit 37 Vergleichsproben abgeglichen. Mehrere sichergestellte DNA-Spuren – etwa an der Leiche, an der Geldbörse des Opfers und an einem Kaffeehäferl in der Wohnung – wurden dem Angeklagten zugeordnet, weitere stammten von einem Bestatter und einer Freundin der 70-Jährigen.

Am 25. September wird die Geschworenenverhandlung unter Vorsitz von Richterin Birgit Borns fortgesetzt. Auf dem Programm stehen weitere Zeugenbefragungen und Gutachten.

(APA/red)

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