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Molières „Geiziger“ als zappliger Psychopath

Geld, Geld – ein „geiler“ Schatz für den pathologischen Geizhals Harpagon.
Geld, Geld – ein „geiler“ Schatz für den pathologischen Geizhals Harpagon. ©Rüdiger Neumann / Veranstalter "Applaus"
Nikolaus Paryla spielte Molières „Geizigen“ im  „Applaus“-Abo.

GÖTZIS. (sch)  Als 4. Aufführung in der aktuellen „Applaus“-Reihe auf der ausverkauften Kulturbühne AMBACH konnte das Publikum ein Werk der Weltliteratur sehen – die Komödie „Der Geizige“(1668) des französischen Theater-Großmeisters Jean-Baptiste Molière (1622-1673).

Es war eine Produktion der Komödie im Bayerischen Hof München, aus dem Französischen  bearbeitet von Nikolaus Paryla, dem bedeutenden österreichischen Schauspieler, der den „Geizigen“ Harpagon auch spielte und zudem Regie führte. Nun, Molière, der gnadenlose, geniale Kritiker gesellschaftlicher Missstände wie auch menschlich-seelischer Abgründe, zeichnet seine Hauptfigur des geizigen Harpagon als einen miesen Typ, der sein Geld mehr liebt als seine Kinder und Mitmenschen, der ein  Egoist mit gewiss krankhaften Zügen ist. Die Bühnenfigur des „Geizigen“ steht natürlich im Mittelpunkt der Handlung und bot schon vielen Charakterdarstellern reichlich Gelegenheit zu brillieren. Nikolaus Paryla (geb.1939), Sohn des berühmten Schauspielerehepaares  Karl Paryla und Hortense Raky, beherrschte den Theaterabend in Götzis naturgemäß von Anfang an, machte aber seinen Harpagon, angesiedelt zwischen Commedia dell´ arte und Komiker Louis de Funès (1914-1983), zum permanent zappligen Geizkragen – mehr Clown als geldbesessener, psychopathischer Bösewicht. Und so wurde dieser Harpagon eher zur Witzfigur und verkörperte zu wenig den von Molière gemeinten, arroganten französischen Besitzbürger seiner Zeit (und wohl aller Zeiten).

Verflixte Heiratssachen …

Harpagons Hauptaufgaben sind Schutz seines Geldschatzes und Verkupplung seiner Kinder gegen ihren Willen; und er will sogar die Geliebte seines Sohnes für sich selbst in Anspruch nehmen, alles nur aus krankhafter Geldgier und  Geiz. Nikolaus Paryla als Regisseur inszenierte flott, doch etwas zu selbstverliebt in seine Titelrolle im ersten Teil mit gewissen Längen. Ein großes Ensemble mit den jungen Paaren bzw. weiterem Molière-Volk neben Paryla sorgte für einen pulsierenden Abend der verflixten Heiratssachen und der widerlichen Macht des Mammon in einer Kassette. David Paryla (Sohn von Nikolaus) als sympathisch-mittelloser Valère und Undine Brixner als eloquente Heiratsvermittlerin Frosine stachen besonders hervor.. Die Kostüme aus der Molière-Zeit und die Kulissen (Thomas Pekny) imaginierten trefflich die Epoche des größten französischen Dramatikers, Molière.

 

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