AA

Mobilwoche: Leihräder sollen Öffi-Lücke schließen

Alle Videos
Ein neues Angebot mit Leihrädern kommt nach Lustenau.
Ein neues Angebot mit Leihrädern kommt nach Lustenau. ©VOL.AT/Mayer
Mirjam Mayer (VOL.AT) mirjam.mayer@russmedia.com
Wie kann man mehr Vorarlberger dazu bewegen, die Öffis zu nutzen? Diese Frage stellt sich zur vmobil-Woche. In Lustenau soll ein neues Angebot dabei helfen.

Alljährlich wird versucht, mehr Vorarlberger zum Umstieg auf klimafreundliche Mobilität in Form von öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen. Die Mobilwoche startet am Samstag, dem 2. September, und dauert bis am 10. an.

In Vorarlberg gibt es gut verknüpfbare Öffi-Angebote. ©VOL.AT/Mayer

Sieben Tage um nur 16 Euro

Ziel der Mobilwoche sei, dass man ohne großes Risiko einen Alltagscheck machen könne, erklärt Christian Hillbrand, seines Zeichens Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Vorarlberg. Auch wer bisher noch nicht an einen Umstieg auf die Öffis gedacht hat, ist dazu eingeladen: "Für 16 Euro für eine Woche Bus und Bahn genießen in ganz Vorarlberg", erklärt er. So könne man Ausflüge machen, auch Carsharing, Lastenräder und Co. ausprobieren. Auch das in Lustenau neue Angebot von Leihrädern kann ausprobiert werden. Doch wie funktioniert dieses?

Das vmobil Lab Leihrad wird in Lustenau getestet. ©VOL.AT/Mayer

Neues Pilotprojekt Leihrad

"Wir starten heute mit unserem vmobil-App-Leihrad", erklärt Verena Seethaler-Steidl. Pilothaft wird hier ausprobiert, wie ein Leihrad im Ländle aussehen müsste. Ab sofort gibt es am Bahnhof in Lustenau acht Leihräder in vmobil-Radboxen. "Ich buche mir ganz unkompliziert auf vmobil.at/leihrad eine Radbox inklusive Leihrad", meint sie. Dann bekommt man einen Code zugesendet. Mit diesem oder einem Klimaticket kann man dann die Box öffnen. So kann man das Rad entnehmen und Erledigungen machen oder an den Arbeitsplatz fahren. Am Ende der Buchungszeit bringt man das Fahrrad wieder zurück und schließt ab.

In der Radbox gibt es neu acht Leihräder. ©VOL.AT/Mayer
Seethaler-Steidl mit einem der Leihräder. ©VOL.AT/Mayer

"In der vmobil-Woche und den ganzen September sind die Leihräder kostenlos", verrät Seethaler-Steidl. Ab Oktober gelten dann folgende Tarife: Drei Stunden 1,50 Euro, für 2,50 Euro kann man das Rad den ganzen Tag nutzen. Für Klimaticket-Besitzer ist es nochmal günstiger (drei Stunden 1 Euro, Tagestarif 1,50 Euro). Das System gebe es in diversen Ausprägungen schon auf der ganzen Welt. Zwei Jahre lang wird nun ausprobiert, um das Idealprodukt Leihrad fürs Ländle zu schaffen. "Ziel ist auf jeden Fall, dass es auch auf andere Städte und Gemeinden ausgerollt wird", meint die Projektleiterin.

Der große Fahrradständer zeigt: Die Lustenauer fahren gerne mit dem Rad zum Bahnhof. ©VOL.AT/Mayer
Kurt Fischer ist selbst bekennender Öffi-Nutzer. ©VOL.AT/Mayer

"Das perfekte Zusammenspiel" von Öffis und Rad

Auch der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer ist selbst begeisterter Öffi-Nutzer. Er wagte die letzten zwei Jahre einen Selbstversuch und verzichtete bewusst auf ein Auto. Viele Lustenauer würden das Fahrrad im Alltag nutzen: "Sehr viel genutzt, das sogenannte Bike and Ride. Dieses perfekte Zusammenspiel von öffentlichem Verkehr und Fahrrad", so der Bürgermeister. "Jetzt haben wir eben ein neues Angebot, wir sagen bewusst, es ist eine Art Laborsituation, ein Lab für einen Fahrradverleih." Man sei gespannt, habe auch überlegt, welche Zielgruppen möglich wären. Der Testlauf laufe bis Mitte übernächsten Jahres.

Die Angebote der Mobilwoche und das neue Leihrad wurden am Donnerstag vorgestellt. ©VOL.AT/Mayer
Der Bahnhof ist die Mobilitätsdrehscheibe von Lustenau. ©VOL.AT/Mayer

Fischer überzeugt vom Projekt

"Ich bin aber ziemlich überzeugt, dass sich dann das Thema Leihfahrrad auch weiter etablieren wird. Hier am Bahnhof, aber vielleicht auch bei unseren Hotels", meint Fischer. "Ich werde es sicher einmal ausprobieren", so das Gemeindeoberhaupt. Auch seine Tochter werde es sicher nutzen, da sie in Bregenz wohne und oft Heimatbesuche mache. Derzeit nehme sie das Fahrrad im Zug mit, der Verleih wäre eine gute Alternative. "Drei Kilometer, zehn Minuten von hier, ist sie dann bei uns zu Hause und dann wieder bequem das Fahrrad zurückbringen in die Box und dann mit dem Zug wieder zurück nach Bregenz", schildert Fischer die Möglichkeiten.

81.141 Klimatickets im Ländle

Mobilitätslandesrat Daniel Zadra betont, dass bereits viele Vorarlberger die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. "Es freut mich sehr, dass wir ein Rekordhoch beim Verkauf von Jahrestickets verzeichnen konnten", erklärt er gegenüber VOL.AT. "Über 81.000 verkaufte Klimatickets in Vorarlberg, das ist sensationell und zeigt, wenn wir das Angebot schaffen, wenn wir den Menschen zeigen, dass klimafreundliche Mobilität sparend ist – kostensparend – aber auch bequem und auch teilweise sogar schneller als mit dem Auto, dann nehmen sie's ans." Deshalb setzte man noch mehr Tempo an den Tag, wenn es um die Verknüpfung von verschiedenen Verkehrsmitteln mit einem Ticket voranzubringen. Etwa, Fahrräder mit in den Zug zu nehmen oder Radboxen an den Bahnhöfen. "Wir werden jetzt den Bahnhof Dornbirn als Nächstes ins Visier nehmen und dort massiv ausbauen", verrät er. Aber auch mit dem Leihradsystem habe man eine Nische gefunden, die man ausprobieren wolle, so Zadra. "In den Städten funktioniert das gut und wir möchten jetzt schauen, wie das auch in Vorarlberg angenommen wird."

Man dürfe auf die Talschaften beim Öffi-Ausbau nicht vergessen, so Zadra. ©VOL.AT/Mayer

Um mehr Leute zur Öffi-Nutzung zu bringen, sei es ein großes Anliegen, in Ballungsräumen auszubauen, aber gleichzeitig auch die Talschaften nicht zu vergessen, verdeutlicht der Mobilitätslandesrat. Es sei ein Recht von Menschen, auch in ländlicheren Regionen ein gutes Angebot zu haben, betont er. "Da werden wir im nächsten Schritt – und da bin ich sicher – im großen Walsertal weiterkommen, wir werden Münsterberg besser erschließen, die Dreiklangregion Schnifis", zählt er auf. Er lade alle Regionen herzlich ein, das Angebot weiter auszudehnen. Mit den Klimaticket-Geldern des Bundes bekomme man zusätzliche Mittel, die man genau hier investieren wolle, gibt Zadra abschließend zu verstehen.

Video: Wie bringt man mehr Vorarlberger zur Öffi-Nutzung?

Auch der Verkehrsverbund beschäftigt sich sehr mit der Frage, wie man die Öffis in Vorarlberg verbessern könnte. "Wir kriegen natürlich sehr sehr viele Rückmeldungen, vor allem zu unseren bestehenden Produkten", verdeutlicht Geschäftsführer Hillbrand gegenüber VOL.AT. Dichtere Takte und länger Fahrzeiten am Abend seien etwa besonders wichtige Themen. "Hier sind wir auch sehr stark dabei, das auszubauen", meint er. Beim nächsten Fahrplanwechsel werde man einige Neuerungen verkünden, auch Elektrobusse kommen Ende des Jahres dazu.

In der vmobil-Woche gibt es zahlreiche Aktionen und Angebote. Auch ein Gewinnspiel wurde organsiert. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

(VOL.AT)

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Lustenau
  • Mobilwoche: Leihräder sollen Öffi-Lücke schließen