AA

Mobile Jugendarbeit

Adel Shukri, Julia Jagschitz und Benedikt Weber von der Mobilen Jugendarbeit haben immer ein offenes Ohr für die persönlichen Belange der Jugendlichen.
Adel Shukri, Julia Jagschitz und Benedikt Weber von der Mobilen Jugendarbeit haben immer ein offenes Ohr für die persönlichen Belange der Jugendlichen. ©Emir T. Uysal
Sebastianplatz, Mühletorplatz und Co: Hotspots Jugendlicher im Fokus.
Mobile OJA Feldkirch (2021)

GISINGEN Einen Überblick über all die Corona-Verordnungen und -Maßnahmen zu bewahren, ist für Jugendliche oft nicht leicht. Der Drang, Freunde endlich wieder „in real life“ sehen zu können, wird immer größer. Die Belastung, die angesichts der aktuellen Situation entsteht, ist in verschiedenen Altersklassen unterschiedlich zu spüren. „Sie sind mit in jener Gruppe, die die meisten Einschränkungen ‚ertragen‘ muss, gerade im Jugendalter sind Kontakte, Treffen etc. extrem wichtig“, erklärt Anne Richter von der Offenen Jugendarbeit Feldkirch. „Dass es dann unter anderem vereinzelt zu Zerstörungswut, Frust, Rückzug kommen kann, kann man sich in diesem Zusammenhang gut vorstellen. Die einzige Möglichkeit, dass die Jugendlichen sich überhaupt treffen können, ist draußen und an öffentlichen Plätzen.“

Im Ortsteil Gisingen gibt es zwei Hotspots, an denen sich Jugendliche aktuell gerne aufhalten: am Skateplatz in der Oberau oder am Sebastianplatz bei der Volksschule. Auch der Gisinger Ortsvorsteher Peter Stieger ist sich darüber im Klaren, dass dann meist keine Abstandregeln eingehalten und selten Mund-Nasen-Schutz-Masken getragen werden. Deshalb wurde im vergangenen Jahr ein neues Projekt ins Leben gerufen: die Mobile Jugendarbeit.

Schließung öffnete Möglichkeiten

Seit vielen Jahrzehnten ist das Graf Hugo eine Institution für Jugendliche und Kulturschaffende. Mit dem ersten Lockdown im März schlossen sich auch hier die Türen. Die Jugendarbeit verlagerte sich vom realen Treffen in die virtuelle Welt. Monika Valentin, Geschäftsleiterin des Graf Hugo, blickt zurück: „Wir haben mit den Jugendlichen frühzeitig die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten. Nach der Schließung des Jugendhauses war auf einmal alles anders.“ Der soziale Kontakt zu den Jugendlichen wurde von heute auf morgen unterbrochen – keine Konzerte, Kino, Tänze oder Partys. Gähnende Leere und Stille herrschten im sonst so
lebendigen Jugendzentrum.

Durch den innovativen Einsatz der Jugendarbeiter wurde innerhalb kürzester Zeit ein virtueller Zugang installiert. Über soziale Medien war das Jugendzentrum weiterhin sechs Tage die Woche für die Jugendlichen da. Die mehrsprachigen Ansprechpartner gaben die aktuellen Informationen in unterschiedlichen Sprachen weiter. Worte wie Ausgangsbeschränkungen, Quarantäne, Kontaktverbot sind vor allem für Jugendliche, die ihre gemeinsame Zeit mit Freunden verbringen, schwierig und belastend. Die Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter hatten für die Sorgen stets ein offenes Ohr. Das Programm „Virtueller Kontakt trotz Ausgangsbeschränkungen“ fand regen Anklang und guten Zuspruch. Darüber hinaus wurde die Zeit der Schließung für die Erstellung einer neuen Homepage genutzt. Dort können nun die aktuellen Angebote und Projekte eingesehen werden.

Unterwegs für die Jugend

Seit der Lockerung der Vorsichtsmaßnahmen Anfang Mai hat sich die Jugendarbeit auch in der realen Welt auf einen neuen Weg gemacht. Ein mobiles Team ist mit dem Rad in Feldkirch unterwegs und sucht die beliebten Treffpunkte der Jugendlichen auf. Prävention und Aufklärung stehen dabei im Vordergrund. Im Gespräch erzählen die Mitglieder der Mobilen Jugendarbeit, Julia Jagschitz, Adel Shukri und Benedikt Weber, den VN ihre Erfahrungen.

Betreffend die bekannten Hotspots – Skateplatz und Sebastianplatz – hält das Team der Mobilen Jugendarbeit fest: „Im vergangenen Jahr haben wir mehr Personen angetroffen als heuer.“ Das lässt sich auf die Aufklärungsarbeit zurückführen. Zu Anfang des Lockdowns seien es noch zwischen 20 und 40 Jugendliche gewesen, die sich „versammelt“ haben, heute seien es deutlich weniger. „Das Bewusstsein ist gewachsen“, hält Jagschitz fest. „Wir weisen alle Jugendlichen auf die neuesten Maßnahmen hin und haben dabei auch ein offenes Ohr für persönliche Belange“, meint Weber. Vandalismus gebe es kaum an diesen Hotspots.

Das OJA-Team darf die Jugendlichen auch zur Lernunterstützung oder aus einem sozialpädagogischen Grund zu Einzelgesprächen ins Graf Hugo laden. Einige nehmen diese Einladung gerne an und sprechen über ihre Ängste und Sorgen hinsichtlich Jobwechsel oder Distance Learning und auch ihrer Zukunft.

Soft-Opening für Jugendhaus

Am vergangenen Mittwoch haben die Pforten des Jugendhauses Graf Hugo wieder geöffnet. „Nach aktuellem Stand haben ausschließlich Jugendliche bis 18 Jahre Zutritt“, führt Weber aus. Außerdem gilt die Registrierungspflicht und das Vorweisen eines negativen Tests. „Also ein Soft-Opening …“, hält die OJAF fest. Im Vorfeld wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen: Plexiglasscheiben wurden bei Tischfußballtischen angebracht, Infoplakate aufgehängt und Flyer aufgelegt … Außerdem sind nur zehn Personen indoor beziehungsweise 20 Personen outdoor zugelassen – die Quadratmeterregelung ist hier nicht gültig, Anmeldungen erfolgen via Social Media. „Das mit dem Alter ist ein sehr kritisches Thema, da unsere Besucher zwischen zwölf und 21 Jahre alt sind. Das sind drei Jahre, die durch den Rost fallen“, bedauert Jagschitz.

Mit etwas positiveren Nachrichten lässt Weber aufhorchen: „Wir haben bereits das „Go“ von der Stadt erhalten, um einige Events im Sommer zu verwirklichen.“ Dazu zählen beispielsweise die Fahrrad- und Reparaturwerkstatt, das Kräuterbeet und der Upcycling-Event. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen wieder handwerklich aktiv werden“, betont Shukri und ergänzt: „Wir bieten so viele Outdoor-Aktivitäten wie möglich.“

 

 Zitat: „Nach der Schließung des Jugendhauses Graf Hugo war auf einmal alles anders.“ Monika Valentin Leiterin Offene Jugendarbeit Feldkirch Graf HugoHomepage www.grafhugo.at Instagram instagram.com/graf-hugo_ojaf Facebook facebook.com/offene-jugendarbeitfeldkirch Angebote Mobile Jugendarbeit, Kleinprojekte, Kochen, Kino, Gärtnern, Kreativangebote, Lernunterstützung etc.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Feldkirch
  • Mobile Jugendarbeit
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen