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Mitarbeiterführung neu denken: Agilität statt Kontrolle

Bewährte Management-Konzepte können die Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr erfüllen. Mit dem digitalen Wandel muss auch Mitarbeiterführung völlig neu gedacht werden.
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Sehr viele Unternehmen machen gerade die Erfahrung, dass sie mit ihren bisherigen Managementstrukturen und -methoden an ihre Grenzen stoßen. Die Rahmenbedingungen haben sich durch die Digitalisierung grundlegend gewandelt. Die Welt der Führungskräfte steht Kopf, denn wir leben in einer sogenannten „VUCA-Welt“, geprägt von Unbeständigkeit (Volatility), Unsicherheit (Uncertainty), Komplexität (Complexity) und Mehrdeutigkeit (Ambiguity). Launische Märkte, die Flut an Informationen und eine Technik, die sich rasend schnell entwickelt: Sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte fühlen sich sehr oft überfordert und eingeschüchtert. Ängste machen sich breit, dass der eigene Arbeitsplatz „wegdigitalisiert“ wird oder dass sämtliche Lebensbereiche der Digitalisierung untergeordnet werden und der Mensch nicht mehr zählt. Bei näherer Betrachtung wird jedoch ersichtlich, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

Mensch im Mittelpunkt

„Der Umgang mit Menschen wird in den Mittelpunkt rücken. Denn das kann die Digitalisierung nicht“, erklärt Heinz Lindner, Ausbildungsleiter bei Liebherr Nenzing. Mit seinem Team ist er gerade damit beschäftigt, das gesamte Ausbildungsmanagement digital auszubauen. Denn es ist der „Faktor“ Mensch, der als intelligenteste und flexibelste Ressource in den Mittelpunkt rückt, unabhängig von Unternehmensgröße und Branche. Die Herausforderung: Mensch und Technik zusammenzubringen und digitale Errungenschaften nicht als Bedrohung, sondern als Unterstützung zu erkennen und zu nützen.

Agil denken und handeln

Unternehmen und Organisationen müssen heute „agil“ sein. Vereinfacht gesagt, flexibel und proaktiv mit Rahmenbedingungen umgehen, die sich ständig ändern. Am bisherigen Rollenverständnis der Führungskräfte wird dadurch kräftig gerüttelt. Sie sind nicht mehr diejenigen, die „oben“ sitzen, „anschaffen“ und kontrollieren. Viel mehr werden sie in agilen Organisationen zu Mentoren, Coaches und Dienstleistern, die mit den Mitarbeitern in Beziehung treten und ihnen dabei helfen, ihr Potenzial zu entfalten. Für die Führungskräfte eines Unternehmens bedeutet dies, einen Mitarbeiter nicht mehr nur in dessen Funktion zu sehen, sondern als Mensch abzuholen.

Stärken erkennen

Führungskräfte müssen wissen, wofür ihre Mitarbeiter „brennen“, was sie am besten können und wo sie Probleme haben. Für Heinz Lindner ist es „das Coolste“ an seinem Job, dass er mit Menschen in allen Lebenslagen zusammenarbeiten und sie fördern kann. Hat jemand beispielsweise ein besonders gutes Einfühlungsvermögen oder kann andere gut motivieren, arbeitet jemand analysierend und besonders strukturiert? Wer ist Einzelkämpfer und wer blüht im Team auf? Die Stärken und Eigenschaften zu erkennen, wertzuschätzen und entsprechend einzusetzen, ist eine Kernkompetenz von Führungskräften der Zukunft. Positiver Nebeneffekt: Die Motivation der Mitarbeiter steigt und lässt sie ihre beste Leistung im Sinne der Unternehmensziele abrufen.

Neue Fehlerkultur

Eine agile Arbeitsweise gibt nicht mehr jeden Schritt vor. Sie lässt Spielraum für explorative, also entdeckende und erforschende Vorgangsweisen, bei denen Mitarbeiter nach eigenen Lösungen für diverse Problemstellungen suchen. Damit Hand in Hand geht eine offene Fehlerkultur, die Irrtümer nicht als Fehlleistung sieht, sondern als Möglichkeit, zu lernen, daran zu wachsen und die eigene Performance zu verbessern. Das gemeinschaftliche Lernen lässt die Mitarbeiter nicht alleine mit neuen Herausforderungen, was wiederum den Teamgeist stärkt und motivierend wirkt. Voraussetzung dafür ist eine offene und transparente Kommunikation. Sogenanntes „Herrschaftswissen“ weicht dem Wissen, das allen jederzeit zugänglich ist.

Organigramm auf den Kopf gestellt

Eine weitere Kernkompetenz agiler Führungskräfte: Die richtigen Mitarbeiter mit den passenden Themen und Teams zusammenzubringen, die ihre Aufgaben selbst organisieren und steuern können. Und dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter die nötigen Rahmenbedingungen vorfinden. Führungskräfte stellen die notwendigen Ressourcen und eine von unten stützende Plattform bereit, auf der die Mitarbeiter für das Unternehmen erfolgreich sein und die Ziele erreichen können. Das pyramidenförmige Organigramm wird sozusagen auf den Kopf gestellt und hebt die operativ arbeitenden Menschen in den Mittelpunkt – dass dieses Umdenken für sehr viele, gerade in der mittleren Führungsebene, nicht leicht ist, liegt auf der Hand. Was in der Theorie einfach klingt, löst in der Praxis in den meisten Fällen Verunsicherung aus.

Wertvolle Unterstützung

Um Unternehmern und Mitarbeitern bei der digitalen Transformation unterstützend zur Seite zu stehen, haben Land Vorarlberg, Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer die Initiative Digital Campus Vorarlberg gestartet. Themenfelder wie „Mensch und Organisation“ oder „Führung und Management“ sind Teil der Digital Masterclasses. Sie sollen Führungskräften eine adäquate Ausrüstung mitgeben, um die Anforderungen und Wirkungsweisen des digitalen Wandels zu verstehen und notwendige Prozesse in Gang zu setzen.

Nähere Informationen zu Ausbildung und möglichen Förderungen unter digitalcampusvorarlberg.at.

Weitere Kontaktmöglichkeiten:

Digital Campus Vorarlberg
Widnau 2 – 4
A-6800 Feldkirch
+43 50 258 8600
info@digitalcampusvorarlberg.at

(CS)

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