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Mit Wille meist Weg gefunden

Bregenz - Karin Stöckler schaffte es an die Spitze des größten Selbsthilfevereines im Land.

„Wo ein Wille, da ist meist auch ein Weg.“ Dieses Motto begleitet Karin Stöckler seit ihrer Geburt. Obwohl sie an einer sehr ausgeprägten Form der sogenannten Glasknochenkrankheit leidet, ließ sie sich von der damit verbundenen starken Behinderung nie behindern. Jetzt hat es Karin Stöckler sogar an die Spitze des größten Selbsthilfevereines im Land geschafft. Vor Kurzem wurde sie zur geschäftsführenden Obfrau des Zivilinvalidenverbandes bestellt. Und fühlt sich „angekommen“. Was an Karin Stöckler auffällt, sind ihre offene Art und die strahlenden Augen. Erst in zweiter Linie ist es die krankheitsbedingt kleine Statur, an der Krücken und Schreibtisch wie überdimensioniert wirken. Doch was der 41-Jährigen an körperlicher Größe fehlt, macht sie mit Kompetenz und Erfahrung wett. Immerhin war Karin Stöckler vorher schon zwanzig Jahre ehrenamtlich beim Zivilinvalidenverband tätig. Dennoch erbat sich die Lochauerin eine Bedenkzeit, als Langzeitobmann Walter Hladschik daran ging, seine Nachfolge zu regeln. Sollte sie 24 Jahre Arbeit bei der Gemeinde Lochau zugunsten eines neuen beruflichen Starts aufgeben? Diese Frage beschäftigte die begeisterte Handbikefahrerin drei Monate lang. „Als der Bauch ja gesagt hat, tat ich es auch“, erzählt sie. Karin Stöckler kam mit 19 zum Zivilinvalidenverband. Sie begann in der Jugendgruppe und übernahm alsbald deren Leitung. Organisierte Faschingstreffen, Partys und Ausflüge. Zusehends mehrte sich auch die interne Vereinsarbeit. Sitzungsprotokolle, Tätigkeitsberichte, Jahresberichte: Die allen Einschränkungen zum Trotz quirlige junge Frau entwickelte sich zu einer tragenden Säule der rund 1200 Mitglieder umfassenden Organisation. Nun steht sie ihr vor. „Eine interessante Aufgabe“, bereut Karin Stöckler ihre Entscheidung nicht.

Unbekümmerte Jugend

Die Gesellschaft sei offener geworden gegenüber Menschen mit Behinderungen, so ihre Einschätzung. Wobei sie sich selbst nie ausgegrenzt gefühlt habe. „Das verdanke ich vor allem meinen Eltern“, sagt Karin Stöckler. Sie ließen das Mädchen einfach Kind sein und alles ausprobieren, wenngleich die Knochen dabei reihenweise brachen. Und sie setzten sich dafür ein, dass ihre Tochter eine normale Schule besuchen konnte. Was damals nicht einfach war. Ihre Schulkameraden pflegten ebenfalls einen unbekümmerten Umgang mit Karin. „Es war eine schöne Zeit“, resümiert sie. Und spricht gleich wieder von der Zukunft: Beratung und Coaching für die Mitglieder ausbauen, junge Leute für die Arbeit im Verein gewinnen, die Öffentlichkeitsarbeit verstärken. Und was Karin Stöckler derzeit gerade dringend sucht, sind Helfer für die Haussammlung im August.

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