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Mit Meinungsvielfalt gegen Populismus

Josef Fritsche, Obmann von "Stunde des Herzens", mit der Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle.
Josef Fritsche, Obmann von "Stunde des Herzens", mit der Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle. ©Verena Kogelnig
Fußballverein holte Expertin der Politikwissenschaft ins Alte Hallenbad.
Populisten im Vormarsch?

Feldkirch. (vko) Der Verein FC Tosters 99 wählte für einen Vortrag seiner Reihe „99 fragt nach“ zum ersten Mal ein politisches Thema. Die Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle, deren Meinung zu politischen Entwicklungen in Presse und Rundfunk gefragt ist, beleuchtete am Dienstag das Phänomen des Populismus.

Thema Populismus bleibt aktuell

Die Bundespräsidentenwahl ist vorüber, dennoch bleibt die Frage nach dem Erfolg populistischer Parteien von Interesse. Stainer-Hämmerle, die in Lustenau aufwuchs und eine Professur an der Fachhochschule Kärnten innehat, referierte zum Thema „Populisten im Vormarsch – Eine Gefahr für die Demokratie?“ Nicht der Vertreter einer populistischen Partei wird Österreichs nächster Präsident, dennoch bleiben Parteien, die einfache Lösungen für komplexe Probleme bereitstellen, in anderen europäischen Ländern oder der USA gefragt. Als einen Grund dafür sah Stainer-Hämmerle einen Verlust der Bereitschaft, sich mit anderen Meinungen auseinander zu setzen. „Bereits in der Schule sollten wir lernen, uns demokratisch zu verhalten“, riet sie als Gegenmaßnahme. Etwa indem in Schulgremien über Angelegenheiten abgestimmt werde. Dadurch könnten wir uns mit der Vielfalt an Meinungen, die zur Demokratie gehöre, auseinander setzen. Solche Vielfalt wegzureden und eine nicht vorhandene Einheit des Volkes zu beschwören, sei hingegen ein Dreh von Populisten. Zudem setzten diese auf die Angst vor der Zukunft sowie auf Polarisierungen, etwa zwischen Stadt und Land oder Gruppen mit mehr oder weniger formaler Bildung. Als gefährlich erachtete die Referentin, dass Misstrauen gegen Parteien oder die Presse gesät werde. „Dahinter steht der Versuch, uns von der Demokratie zu entfremden“, warnte sie.

Gelebte Vielfalt

Der mehrfach für sein soziales Engagement ausgezeichnete FC Tosters 99 geht im Umgang mit Vielfalt als Beispiel voran. Seit zehn Jahren läuft sein Projekt „Integrieren und Profitieren“. Mitglieder begleiten und unterstützen darin Vereinskollegen mit Fluchthintergrund unter anderem beim Spracherwerb, der Führerscheinprüfung oder dem Lehrabschluss. Zudem setzt sich der Verein seit seiner Gründung durch Spendenaktionen für Hilfsprojekte ein. So kommt der Spendenerlös dieses Abends der Kinderhilfsorganisation „Stunde des Herzens“ zugute.

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