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Mit Lebensfreude durch die Krise

Kurt Krucher (81) erledigt alle Einkäufe mit seinem Elektromobil. Vor dem Virus schützt er sich mit der Maske und trifft sich nur mit den engsten Familienangehörigen.
Kurt Krucher (81) erledigt alle Einkäufe mit seinem Elektromobil. Vor dem Virus schützt er sich mit der Maske und trifft sich nur mit den engsten Familienangehörigen. ©bvs
 Das Corona-Virus ist bei älteren Menschen ein Thema, unterkriegen lassen sie sich davon aber nicht. Ein Lokalaugenschein in Lustenau zeigt, wie Senioren die Corona-Zeit in den eigenen vier Wänden meistern.
Senioren lassen sich von Corona nicht unterkriegen

 

Lustenau Der Frühling hält Einzug, die Temperaturen steigen langsam wieder. Das sorgt nicht nur für ein fröhliches Gemüt, sondern erleichtert für viele auch die Einschränkungen, die das Corona-Virus mit sich bringt. „Mein Mann und ich sind viel an der frischen Luft. Wenn es schön ist, sitzen wir an der Hausmauer auf unserer Bank und reden mit den Leuten, die bei uns vorbei spazieren“, sagt Sofie Valger (79). Hier gebe es immer was zu sehen. Auch könne man im Freien gut gemeinsam einen Kaffee vor dem Haus trinken. „Kontakte zu anderen Menschen haben wir nur beim wöchentlichen Einkaufen von Lebensmitteln“, so Valger. Das sei halt so, in ihr Haus lassen sie vorerst noch niemanden auf Besuch. Lediglich ihre Töchter kommen vorbei und spielen mit den Eltern Rummy. „Wir sind begnadete Kartenspieler, das hilft uns etwas über diese eingeschränkte Zeit hinweg.“ Normalerweise gehe sie jeden Samstag mit ihren Freundinnen auf einen Sekt-Orange und einen Kaffee, das fehle ihr schon, wie sie erzählt. Ihr Mann und sie seien bereits geimpft, nun hoffe sie, dass Corona bald vorbei gehen wird und sie wieder ihrem gewohnten Leben nachgehen können.

Mit dem Elektromobil durch Lustenau

Auch Kurt Krucher (81) lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in einem Haus. Er besorgt mit seinem Elektromobil alle Einkäufe und was die Familie sonst noch für sich zum Leben braucht. „Das funktioniert super. Ich fahre mit dem Elektromobil einkaufen. Da kennt mich schon jeder und hilft mir meine Einkäufe aufzuladen“, erklärt Krucher. Er sei sehr vorsichtig und habe schon Respekt vor diesem Virus. „Aber wenn ich die Maske aufhabe, kann mir nichts passieren. Das ist ein gutes Gefühl.“ Vereinsamen würden sie nicht, da sie im allerengsten Kreis Kontakt zu der Familie haben. „Sonntagnachmittags kommt immer ein Enkel zum Kartenspielen zu uns. Das ist schön.“

Geimpfte Jasser starten wieder

Die 98-jährige Rosa Riedmann strahlt übers ganze Gesicht als sie erzählt, dass die gesamte fünfköpfige-Jassrunde geimpft sei und sie nun langsam wieder mit dem Jassen beginnen. Einmal in der Woche können sie wieder ihrer Leidenschaft dem Kartenspielen nachgehen. „Ich mache was ich kann, um mich vor dem Virus zu schützen. Aber wir sind geimpft und deshalb habe ich ein gutes Gefühl“, sagt Riedmann.

Testen für Termine

Dass es für den Friseur- oder Kosmetikbesuch Tests braucht, weiß auch Reinhilde Platz (91). „Ich lasse mich immer testen und dann gehe ich zur Kosmetik“, so Platz. Das störe sie nicht weiter. Das brauche man jetzt halt, um seine Termine wahrnehmen zu können. Eingeschränkt fühle sie sich durch Corona zwar schon, da sie sich nicht mehr so frei bewegen könne. Das liege aber vielleicht auch am Alter, wie sie verrät. Ihr Elektromobil, das sie auch „mein Mercedes“ nennt, bringt sie sicher zur Bank, zum Einkaufen oder zu ihren Schwestern, die auch in Lustenau wohnen. Kleine, wiedergewonnene Freiheiten führen auch bei den Senioren langsam wieder zu mehr Lebensfreude. Bvs

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