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Mit Herz und Leidenschaft

Eine Verteidigerin mit Offensivdrang – so wird Sonja Baldauf beim FC Staad geschätzt.
Eine Verteidigerin mit Offensivdrang – so wird Sonja Baldauf beim FC Staad geschätzt. ©Verein
Lochau - Sonja Baldauf wünscht sich eine höhere Akzeptanz für den Frauenfußball.

Elke Scheub­mayr, Sonja Spieler – und nun Sonja Baldauf. Vorarlbergs Fußballerinnen müssen den Umweg Ausland in Kauf nehmen, um auch in der Heimat als Sportlerin wahrgenommen zu werden. Für die 25-jährige Lochauerin absolut kein Problem, wenngleich sie sich doch eine höhere Akzeptanz für ihre Sportart wünschen würde.

Prominente Wegbegleiter

Denn belächelt wurde Baldauf schon als Mädchen für ihre Leidenschaft für den Männersport. Möglicherweise hatte Philipp Netzer („Mein Banknachbar in der Volksschule“) seinen Anteil da­ran, möglicherweise auch der „Tschuttaplatz“ neben ihrem Elternhaus. Jedenfalls lief die gelernte Grafikerin schon in frühen Jahren hinter dem runden Leder her. Im zarten Alter von acht Jahren war sie dann das erste Mädchen in der Vereinsgeschichte des SV Lochau. „Der Trainer hat mich damals einfach als Verteidigerin aufgestellt“, erinnert sie sich an ihre Anfangszeit. Mit 13 Jahren war laut Statuten des Fußballverbandes VFV Schluss mit „Bubenfußball“, weshalb sie zu SW Bregenz wechselte. „Die hatten eine Damenmannschaft. Wir haben sogar Bundesliga gespielt.“ Und da traf sie u. a. auch auf Elke Scheubmayr als Gegnerin. Die kickte damals für Innsbruck. Baldauf jedoch war mit ihren 14 Jahren das Kücken in der höchsten österreichischen Liga. Zwei Jahre blieb sie in Bregenz. Dann wechselte sie nach Tettnang, wo Sonja Spieler auch nach ihrem Wechsel zum FC Bayern mit dem Männerteam mittrainierte. „So hatte ich jemanden, mit dem ich mitfahren konnte“, sprudelt es aus ihr heraus.

Und es ist ihr ein Leichtes, ihre Leidenschaft für den Fußballsport dem Zuhörer zu vermitteln.
Inzwischen ist sie heimisch geworden. Im benachbarten Staad/Schweiz fühlt sich Baldauf wohl. „Das Umfeld ist für mich wichtig“, betont sie und fügt nicht ohne Stolz hinzu, dass sich der „Dorfklub“ frühzeitig den Klassenerhalt in der höchsten Schweizer Liga (Nati A) gesichert hat. Baldauf und Co. haben sich für die Play-offs der besten acht Teams qualifiziert und spielen im Konzert der Großen mit. FC Zürich, Basel, St. Gallen, die Young Boys, GC und Kriens heißen die Gegner, am Samstag gehts los mit dem Heimspiel gegen Basel. Dass sie mit ihren erst 25 Jahren inzwischen die viert­älteste Spielerin ist, kostet sie ein Schmunzeln. Vielmehr taugt ihr die „Mutterrolle“ in einer Mannschaft, deren Durchschnittsalter ganze 19 Jahre beträgt und in der mit Nina Schepis (16) eine weitere Vorarlbergerin spielt.
Und sie verspürt den sportlichen Ehrgeiz, noch mehr erreichen zu wollen. Vielleicht das Nationalteam? „Mit 16 bin ich zum U-19-EM-Qualiturnier nach Portugal mitgefahren. Dann allerdings mit einem Bänderriss nur herumgesessen. Seither habe ich nichts mehr gehört“, erklärt Baldauf ihr doch ein wenig gestörtes Verhältnis zum ÖFB-Team. Auch wenn sie beifügt: „Ich will in Staad spielen, Leistung bringen und Spaß haben.“

Zur Person

Sonja Baldauf
„Fußball ist für mich zugleich Hobby und große Leidenschaft“
Geboren: 11. Juli 1986
Ausbildung: Sportgymnasium Dornbirn, Werbe-Design-Akademie Salzburg
Laufbahn: SV Lochau, SW Bregenz, TSV Tettnang, USK Hof, FC Staad,
FC Münsterlingen, FC Staad
Familie: Mutter Christl, Vater Hansjörg, Schwestern Claudia und Erika

(VN-cha)

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