Mit Google durch die Baumwipfel des Regenwaldes schwingen

Google schickt seinen "Trecker" durch den Dschungel.
Google schickt seinen "Trecker" durch den Dschungel. ©AP
Google macht ihn möglich, den Ausflug durch den Dschungel. Die jüngste Kamerareise des Unternehmens zeigt den Nutzern des Kartendienstes Google Maps den Blick aus den Wipfeln im Regenwald.

Es ist der neueste Streich von Google und keiner, der die Privatsphäre eines Menschen verletzt. Das Unternehmen hat eine Kamera entlang einer Seilrutsche durch den brasilianischen Regenwald geschickt. Die Aufnahmen fernab der Straße sollen den Kartendienst Google Maps ergänzen.

Zeigt die Kartenoption Street View Nutzern bislang vor allem Panorama-Ansichten von Städten, hat Google in der Vergangenheit auch immer wieder exotischere Orte abfotografiert. Dafür entwickelte das amerikanische Unternehmen 2012 den “Trekker”, eine Kamera in einem Spezialrucksack, die auch außerhalb von Straßen Ansichten der Umgebung aufnehmen kann.

An einer Seilrutsche durch den Dschungel

Für seinen jüngsten Ausflug in die Wildnis hat sich das Unternehmen mit Umweltschützern der Gruppe Amazonas Sustainable Foundation (FAS) zusammengetan, um einen abgelegenen Teil des Amazonas-Regenwaldes zu erkunden. Dafür wollte die FAS den “Trekker” allerdings an einer Seilrutsche durch den Dschungel schicken. Obwohl Google bekannt für seine Experimentierfreude ist, habe die Idee die Firma zunächst nervös gemacht.

Um den Plan umzusetzen, mussten die FAS-Mitarbeiter im Regenwald erst mal einen Platz finden, an dem sie eine Seilrutsche befestigen konnten – damit der “Trekker” nicht auf Baumstümpfe prallt oder zerschellt, wenn er zwischen den dicht an dicht stehenden Bäumen hindurchfliegt. Mit der Hilfe einiger Affen, die mit auf die Geländeexpedition genommen wurden, gelang es schließlich, gerade genug Platz zu finden, um die Seilrutsche zu montieren.

Richtlinien zum Schutz der Privatsphäre erhöht

Googles “Trekker” machte bereits Unterwasseraufnahmen des Naturschutzgebietes um die Galapagosinseln oder fuhr mit Schlittenhunden durch die kanadische Arktis, um die Tundra festzuhalten.

Für die Kartenoption Street View hat Google mittlerweile seine Richtlinien zum Schutz der Privatsphäre erhöht. Von den Kamera-Autos wurden immer wieder zufällig Fotos von ahnungslosen Passanten gemacht, die gerade etwas Peinliches taten oder in der Nähe von Plätzen aufgenommen wurden, an denen sie nicht gesehen werden wollten. Die Wagen haben zwischen 2007 und 2010 außerdem heimlich E-Mails und andere persönlichen Informationen abgefangen, die über offene WLAN-Netze übertragen wurden, was Empörung und rechtliche Schritte rund um die Welt nach sich zog.

Der Schutz der Privatsphäre dürfte kein Thema sein, wenn es um die Fotos der Seilrutschen-Kamera geht: Vögel und Insekten sind die einzigen Lebewesen, die auf ihnen zu sehen sind.

(AP)

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