Mit Energie aktiv durchs Schuljahr

Mit Energie aktiv durchs Schuljahr
Mit Energie aktiv durchs Schuljahr ©Fit und Gesund
Damit der Nachwuchs alle Aufgaben in Kindergarten und Schule bewältigen kann, brauchen Körper, Geist und Seele der Kleinen eine gehörige Portion Energie. Stephan Schirmer, Bereichsleiter der aks Gesundheitsbildung über Rituale, Energielieferanten und mehr im Interview.

Was sind die Eckpfeiler für einen energiereichen Schulalltag?

Schirmer: Die Kinder brauchen vor allem eine hohe Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis-leistung. Natürlich sind hierbei die Spannung und Freude beim Lernen wichtig. Den Grundstein dafür setzen wir schon zu Hause. Ein geregelter Tagesrhythmus, eine gezielte und genussvolle Ernährung, ausreichend Bewegung und ein entspanntes Zuhause bilden dafür die Eckpfeiler.

Was gehört zu einem guten Start in den Tag?

Schirmer: Ziel soll es sein, dass die Kinder entspannt, aber aufmerksam in die erste Schulstunde starten. Dies gelingt gut, wenn man bereits morgens mit einem Morgenritual in einen geregelten Tagesrhythmus startet. Klare Abläufe, vom zeitigen Weckruf über Waschen, Zähneputzen, Anziehen und Jause einpacken, sind hier besonders hilfreich. Auch ein gemeinsames, ausgewogenes Frühstück fördert die Konzentrationsfähigkeit und hilft dabei, sich bei einem Gespräch auf den neuen Tag vorzubereiten.

Was machen, wenn das Kind am Morgen keinen Bissen hinunterbekommt?

Schirmer: Wichtig ist es auf alle Fälle, kein Problem daraus zu machen. Es gibt Kinder, die am Morgen noch nicht gleich etwas essen können. Die Eltern können das Kind ermutigen, zumindest etwas zu trinken, eine Tasse Tee oder ein Glas Saft oder Milch. Warme Speisen werden manchmal auch eher akzeptiert. Aber manche Kinder können am Morgen nichts essen. In diesem Fall ist es umso wichtiger, eine gute, gesunde Jause mitzugeben.

Wie kann eine energiespendende Mahlzeit zwischendurch gestaltet sein?

Schirmer: Geben Sie ihrem Kind am besten selbst einen gesunden Energiespender als Jause mit. Dabei können die Kinder ja gerne etwas aus ihren Vorschlägen aussuchen und haben somit selbst mitbestimmt, was sie gerne zur Jause möchten. Ein Frühstück bzw. die Jause sollte dabei idealerweise aus einer Portion Obst oder Gemüse, einem Milchprodukt und einem Kohlenhydratanteil wie Haferflocken oder Brot bestehen. Was das Kind davon nicht zum Frühstück isst, können die Eltern als Jause einpacken. Also das klassische belegte Brot mit Apfelschnitzen ist eine ideale Jause – wenn es nicht immer nur Weißbrot ist und der Belag nicht nur aus Extrawurst oder Salami besteht. Wer ausführlich am Morgen frühstückt, dem reichen auch eine Auswahl an Karottensticks, Gurkenscheiben oder Cocktailtomaten und/oder eine Handvoll Nüsse.

Und die ideale Menge für die Jausebox ist …

Schirmer: Die Jause sollte nicht allzu üppig ausfallen. Das Kind soll ja beim Mittagessen wieder Hunger haben. Auch da gilt: Es gehört immer eine Portion Gemüse oder Obst dazu. Geht das Kind in der Schule zum Mittagstisch, sollte es ermutigt werden, die vielleicht manchmal erst unbekannten Speisen und Geschmacksrichtungen auszuprobieren. In einer anderen Umgebung, mit den Freunden beim Essen schmecken manchmal Speisen und Lebensmittel, die zu Hause nicht möglich wären. Diese Chance, Neues zu entdecken, gilt es auch zu nutzen.

Und wie viel sollte mein Kind nun wirklich trinken? Und vor allem was?

Schirmer: Ein Kind im Volksschulalter sollte etwa einen Liter am Tag trinken. Wenn es sich viel bewegt und dabei schwitzt, sollte das Kind auch etwas mehr trinken. Das ideale Getränk kommt direkt aus dem Wasserhahn! Wenn es mit Säften gespritzte Varianten sein sollen, dann auf das Mischungsverhältnis achten und möglichst nur 1 Teil Saft mit 3 Teilen Wasser mischen. Gesüßte Getränke gehören nicht in die Schultasche und sollten auch sonst die Ausnahme sein. Auch bei Wandertagen und Ausflügen ist das Leitungswasser neben einer guten Jause die beste Wahl für ihr Kind.

Natürlich gehört auch die Bewegung zum idealen Schulalltag. Reichen die Unterrichtseinheiten im Fach Bewegung und Sport für die tägliche Ration aus?

Schirmer: Die österreichische Bewegungsempfehlung für Kinder liegt bei einer Stunde körperlicher Aktivität pro Tag und ist rein über den Schulsport nicht zu erreichen. Ein positiver Beitrag kann hier der Schul- und Kindergartenweg sein. Kinder, die mindestens 10 Minuten zu Fuß zur Schule oder in den Kindergarten gehen, können sich nachweislich besser konzentrieren, sind ruhiger und ausgeglichener im Schul- und Kindergartenalltag.

Die Angebote der aks gesundheit wie Schoolwalker und das Kinderzügle zielen genau darauf ab.

Schirmer: Durch den gemeinsamen Weg zur Schule oder in den Kindergarten werden Sozialkontakte gepflegt, das Selbstvertrauen positiv beeinflusst und die Kreativität gefördert. Gleichzeitig trägt der Schulweg zur körperlichen Fitness bei, wirkt Über¬gewicht entgegen, stärkt das Immunsystem und schont noch dazu die Umwelt. Dadurch wird das Wohlbefinden der Kinder positiv beeinflusst, welches die Basis für erfolgreiches Lernen ist.

Oft verbleibt einem Schüler neben Pflichten in der Schule und anderen Betätigungen kaum mehr freie Zeit. Kann man ein gesundes Verhältnis von Pflichten und Freizeit definieren?

Schirmer: Wie viel Freizeit ein Kind braucht, ist individuell unterschiedlich. Wichtig ist, dass es seine Freizeit für etwas nutzt, das seine persönlichen Widerstands- Ressourcen (Ich-Stärke, Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und mehr) stärkt. Diese Ressourcen sind bedeutsam, um Schutz und Widerstand gegenüber Stress, wie zum Beispiel Prüfungsstress, aufzubauen. Übrigens, auch Langweile schadet manchmal nicht, hier steckt viel Potenzial für Kreativität und Entwicklung.

Und wenn es Abend wird – wie könnte ein gelungener Abschluss eines aufregenden Tages gestaltet werden?

Schirmer: Nach einem ereignisreichen (Schul-)Tag ist ein gewohntes Abendritual von 15 bis 20 Minuten für Kinder hilfreich, um ruhig einzuschlafen. Eine feste Reihenfolge wie Abendessen, Waschen, Zähneputzen, Pyjama anziehen etc. mit klarem Schlusspunkt ist besonders hilfreich. Ein solcher Schlusspunkt kann eine Gute-Nacht-Geschichte oder Kuscheln sein. Dabei können sich Eltern und Kind von den positiven Erlebnissen des Tages erzählen. Im Volksschulalter sollten die Kinder noch elf bis zwölf Stunden schlafen. Kindern die Chance zu geben, etwas Verantwortung zu übernehmen, kann besonders nach der Umstellung aus den Sommerferien helfen, einen Rhythmus zu finden. Das Kind kann beispielsweise die Uhrzeit im Kalender eintragen und selbst ausrechnen, wie lange es geschlafen hat. Um den Morgen entspannt zu beginnen, hilft es manchen Kindern, am frühen Abend mithilfe einer Checkliste ihre Schulsachen für den nächsten Tag bereits vorzubereiten.

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