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Mit Eigenverantwortung und Mitarbeiterbeteiligung zum Erfolg

©VOL.AT/Roland Paulitsch
VOL.AT hat sie auch dieses Jahr wieder gesucht, die „Besten Arbeitgeber Vorarlbergs“. Zum siebten Mal konnten Ländle-Arbeitnehmer ihre Firma in einer anonymen Online-Befragung bewerten. Die Wahl in der Kategorie „101 bis 300 Mitarbeiter“ entschied der Dorfinstallateur mit Hauptsitz in Götzis für sich. Zum sage und schreibe sechsten Mal.

„Der Dorfi ist für mich der beste Arbeitgeber, weil wir ein tolles Betriebsklima haben und alle im Team zusammenhalten. Das ist für mich wichtig, denn das sind die Menschen, mit denen ich bis zu acht Stunden täglich meine Zeit verbringe“, erklärt Lohnverrechnerin Lisa Loacker-Schöch, warum sie sich beim Dorfinstallateur so wohl fühle. Auch die flexiblen Arbeitszeiten und die Möglichkeit, sich weiterzubilden seien mit ein Grund, ebenso diverse Firmenevents. Gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten wie Ski- oder Rodeltage begeistern auch Projektleiter Philipp Högger, der dem Unternehmen seit seiner Lehre die Treue hält. Für Lehrling Denise Gassner ist es das abwechslungsreiche Aufgabengebiet und dass „immer jemand hilft, wenn man nicht weiß, wie etwas geht.“ Geschäftsführer Samuel Feuerstein erzählt im Interview, was ihm aus Sicht des Arbeitgebers wichtig ist und warum beim Dorfinstallateur die Mitarbeiter an erster Stelle stehen.

VOL.AT: Herzliche Gratulation! Wird die Auszeichnung zum „Besten Arbeitgeber Vorarlbergs“ für Sie schon zur Routine?

S. Feuerstein: Auch wenn es schon zum sechsten Mal ist, wir freuen uns sehr und wissen die Auszeichnung sehr zu schätzen. Es ist mir ein persönliches Anliegen, auch im Namen des Führungsteams, danke zu sagen. Danke für die Auszeichnung und danke dafür, was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag leisten. Denn nur mit ihnen und durch sie ist das alles möglich.

VOL.AT: Was glauben Sie, warum sind Ihre Mitarbeiter so zufrieden mit dem Arbeitgeber Dorfinstallateur?

S. Feuerstein: Bei uns kommt an erster Stelle der Mitarbeiter und dann der Kunde. Das klingt ungewöhnlich. Aber wenn der Mitarbeiter glücklich ist, spürt auch der Kunde, dass er bestens aufgehoben ist. Als Handwerker sind wir auch Dienstleister. Wir verarbeiten zwar technische Produkte, aber es braucht immer den Menschen dazu. Und der steht bei uns im Mittelpunkt. Wir tauschen uns mit unseren Mitarbeitern laufend aus. Reden darüber, was sie wirklich bewegt, auch über ganz persönliche Dinge wie Familie, Hobbys oder spezielle Interessen. Oder wie sie sich im Unternehmen weiterentwickeln, neue Aufgabenfelder und Verantwortung übernehmen können, auch um die zukünftige Entwicklung des Unternehmens mitzugestalten.

VOL.AT: Das Thema „Zukunft“ und damit zusammenhängende Werte wie Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und „Enkeltauglichkeit“ spielen eine zentrale Rolle in Ihrem Unternehmen. Wie wichtig ist es, dass der Arbeitgeber auch soziale Verantwortung übernimmt?

S. Feuerstein: Ich sehe es weniger als unternehmerische Notwendigkeit, sondern als eine menschliche, dass wir als Gemeinschaft darauf achten, dass wir ressourcenschonend arbeiten und das im Unternehmen leben. Das gehörte bei uns schon immer zur Unternehmenskultur und das leben wir seit Jahrzehnten in der Praxis.

VOL.AT: Ihr Unternehmen ist vielfach ausgezeichnet, unter anderem als familien- und inklusionsfreundlicher Betrieb. Inwieweit spielen geänderte gesellschaftliche Anforderungen eine Rolle?

S. Feuerstein: Wir arbeiten ja in einer männerlastigen Branche. Ich sehe die gesellschaftlichen Veränderungen als spannende Herausforderung und positiv, dass es immer mehr Männer gibt, die sich Zeit für die Familie nehmen. Wir wollen auch hier flexibel sein und, soweit möglich, Teilzeitlösungen anbieten. Und wir freuen uns, dass fünf junge Frauen bei uns eine Lehre als Installateurin machen. Das zeigt uns, dass in dem Bereich einiges möglich und Luft nach oben ist. Dass unser Beruf überhaupt keine Männerdomäne sein muss und dass die Aufgaben für Frauen genauso spannend und machbar sind. Wir machen auch sehr gute Erfahrungen mit drei Mitarbeitern mit besonderen Bedürfnissen, die ganz unterschiedliche Begabungen und Talente mitbringen und eine absolute Bereicherung für unser Team sind.

VOL.AT: Der Dorfinstallateur arbeitet mit dem „Dorf-Modell“, bei dem die Teamleiter gleichzeitig Gesellschafter sind. Was ist das Besondere daran?

S. Feuerstein: Beim Dorf-Modell geht es um Eigenverantwortung und Mitarbeiterbeteiligung. Wir vereinen lauter kleine familiäre Betriebe unter einem Dach, sind weder Konzern noch Familienbetrieb, sondern ein Mitarbeiterbetrieb. Die Teamleiter führen ihre „Firma in der Firma“, stehen voll in der Verantwortung und sind als Gesellschafter in alle Entscheidungen miteingebunden. Sie gestalten das Unternehmen maßgeblich mit.

VOL.AT: Immer mehr Menschen, vor allem jungen, ist eine ausgewogene Work-Life-Balance wichtig, sprich weniger arbeiten, mehr Freizeit. Welche Erfahrungen machen Sie diesbezüglich?

S. Feuerstein: Auch das sehe ich durchaus als positive Herausforderung, dass man weniger arbeitet. Ein guter Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit ist wichtig. Sicher, die Bereitschaft der Mitarbeiter für Überstunden geht zurück. Aber was wir sehen: Wenn sie da sind, gerade die Jungen, dann mit vollem Einsatz. Sie fordern einen Sinn in ihrer Aufgabe, sie wollen etwas tun, das sie mit Freude erfüllt und das ist etwas, was wir bieten können. Dann ist es auch gar nicht so dramatisch, wenn es einmal länger geht, um die Arbeit fertig zu machen. Es geht um Flexibilität auf beiden Seiten. Die müssen wir als Arbeitgeber bieten können, dann kommt sie auch von den Mitarbeitern zurück.

VOL.AT: Vielen Dank für das Gespräch!

Die weiteren Top-5-Platzierungen

Die vier weiteren Unternehmen in der Kategorie „101 bis 300 Mitarbeiter“ (ohne Reihung) sind:

Inhaus Handels GmbH

LTW Intralogistics GmbH

Etiketten CARINI GmbH

Sozialzentrum Altach Gemeinnützige GesmbH


Vorarlbergs bester Arbeitgeber 2019

(Red.)

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