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Mit Ecken und Kanten

©APA
Nach vier Jahrzehnten muss der Götzner Elmar Oberhauser um seinen Job im ORF kämpfen – wie ein Bär.

Am 21. Oktober hatte Elmar Oberhauser seinen bisher letzten „normalen“ Arbeitstag im ORF; dann wurde er nach einem längeren Vieraugengespräch von Generaldirektor Alexander Wrabetz beurlaubt. Heute soll entschieden werden, wie es weitergeht.
Begonnen hatte alles vor 40 Jahren. Nachdem Oberhauser die „Bundes-Lehrerbildungsanstalt“ in Feldkirch absolviert hatte, unterrichtete er u.a. Leibeserziehung an Volks- und Hauptschulen. Zwar tat er das gerne, sein Traumjob war aber ein anderer: „Auf einem späteren Maturatreffen hat mir ein Deutschlehrer eine Schularbeit gezeigt; demnach habe ich schon als 14-Jähriger geschrieben, dass ich unbedingt Journalist werden möchte.“

Durch Polanec zum ORF

Nach dem Intermezzo im Schuldienst sollte Oberhauser dieser Wunsch erfüllt werden; und zwar durch die Sportlegende des ORF-Landesstudios in der Dornbirner Höchster Straße, Günter Polanec: „Ich habe ihn angesprochen, er hat mir eine Chance ermöglicht.“ Oberhauser nützte sie und stieg auf im ORF – über die Stationen „Bundesländer-Redaktion“, „ZiB 2“ und Sportchef brachte er es in Wien per 1. Jänner 2007 schließlich zum Informationsdirektor.
Die TV-Zuseher kennen ihn als harten Interviewer. Durch seinen kompromisslosen, bisweilen auch ruppigen Stil trug er sich Bezeichnungen wie „Grobian“ und „Elmo der Bär“ ein. Rückblickend ist er stolz darauf, wie er im Gespräch mit den VN gesteht: „Sicher, hin und wieder war ich an der Grenze des Feinen unterwegs, aber beim Publikum ist das ganz gut angekommen, wie ich glaube.“
Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach nannte Oberhauser einmal einen „nüchternen Alemannen“: Was auch immer man darunter verstehen mag, unverbindliches Geschwätz und Süßholzraspeln zählen nicht dazu. „Das war nicht meine Frage“, pflegte Oberhauser auch Spitzenpolitiker anzufahren, wenn sie glaubten, sich um eine klare Antwort bringen zu können: „Sagen sie einfach ,ja oder nein‘“, setzte er in solchen Fällen schon einmal nach.
Zumal es Politiker gibt, die den ORF als ihr Eigentum betrachten, mit dem sie tun und lassen können, was sie wollen, konnte das nicht ewig gut gehen. Und tatsächlich: Auf Druck der Kanzlerpartei SPÖ wurde Oberhauser 1994 an die Spitze der Sportredaktion weggelobt.
Der Vorarlberger betrachtet sich als „unabhängigen, unbestechlichen Journalisten“ und kann auch keiner Partei zugeordnet werden; der Zigarrenraucher hat sich seine eigene Herrschaft aufgebaut. Zu Gesprächen lädt er vorzugsweise ins „Do & Co“ am Stephansplatz.
Jetzt ließen ihn die Sozialdemokraten bzw. Alexander Wrabetz erneut fallen. Die ÖVP protestiert, unternimmt aber nichts dagegen, er ist ja nicht einer der Ihren.
Was er künftig tun werde, wisse er noch nicht, sagt der 63-Jährige. Vielleicht ist der verheiratete Vater zweier Töchter künftig aber jedenfalls wieder mehr in seinem Heimatort Götzis anzutreffen.

ZUR PERSON

Elmar Oberhauser
ORF-Informationsdirektor
Geboren: 2. Jänner 1947, Hohenems
Ausbildung: Lehrerbildungsanstalt
Laufbahn: Volks- und Hauptschullehrer. Seit 1971 beim ORF: anfangs Sportredaktion in Dornbirn. 1987-1991 Chef Bundesländer-Redaktion. 1989-1994 ZiB2. Später Sportchef, Diskussionsleiter in Politiksendungen. Seit 2007 Informationsdirektor.
Familie: verheiratet, zwei Töchter

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